© refurbed KategorienNachgefragtNachgefragt bei… refurbed Im Interview mit Kilian Kaminski, dem Gründer von refurbed, haben wir über die positiven Auswirkungen von generalüberholten Geräten gesprochen und gefragt, welche Auswirkungen die EU-Richtlinie "Right to Repair", welche 2026 in Österreich in Kraft tritt, auf das Unternehmen und uns als Konsument:innen hat. Was ist die Vision von refurbed und was zeichnet refurbed aus? Wir (Peter Windischhofer, Jürgen Riedl und ich) hatten mit refurbed von Anfang an die Vision, unseren Konsum nachhaltiger zu gestalten und unseren Beitrag zur Entwicklung der Kreislaufwirtschaft zu leisten. Für uns war dabei klar: Wenn wir möglichst viele Menschen von den Vorteilen der professionellen Rundumerneuerung von Elektronik-Produkten überzeugen wollen, dann müssen wir als Online-Marktplatz genauso einfach und sicher sein, wie der Online-Kauf von Neugeräten. Ich denke, dieser Anspruch zeichnet uns aus. Mittlerweile ist es gelungen, Refurbishment als dritte Konsumkategorie in der Öffentlichkeit zu etablieren – also weder neu, noch gebraucht, sondern eben refurbished und dadurch besser als neu. © refurbed Welche Produkte findet man neben Smartphones und Tablets aktuell bei refurbed? Wir haben mit Laptops, Tablets und Smartphones gestartet und durften im Laufe der letzten acht Jahre laufend unsere Produktpalette erweitern. Mittlerweile findet man Sportartikel wie woom Bikes oder Snowboards, Haushaltsgeräte von Thermomix oder Dyson und Reinigungsgeräte von Kärcher ebenso auf unserem Marktplatz, wie refurbishte Babywippen oder Buggys. Was uns besonders freut, ist, dass immer mehr namhafte Markenhersteller mit uns kooperieren, ihre Produkte von den eigenen Techniker:innen wiederaufbereiten lassen und danach über unseren Marktplatz verkaufen. Mit der EU-Richtlinie „Right to Repair“ tritt das Recht auf Reparatur für Konsument:innen spätestens im Juli 2026 in Österreich in Kraft. Was besagt die Richtlinie und welchen Einfluss hat sie auf das Geschäftsmodell von refurbed? Vor rund einem Jahr verabschiedete die EU-Kommission die lang erwartete „Recht-auf-Reparatur“-Richtlinie mit dem Ziel, dass Konsument:innen gekaufte Produkte einfacher, günstiger und sicherer reparieren (lassen) können. Die Richtlinie verpflichtet Hersteller u. a. dazu, für Produkte Ersatzteile und Reparaturinformationen bereitzustellen, den Zugang zu diesen Informationen zu unterstützen und Reparaturen zu angemessenen Preisen anzubieten. Für die Entwicklung hin zu einer nachhaltigeren Wirtschaft war diese Richtlinie extrem wichtig, daher haben wir von refurbed uns gemeinsam mit Partnern wie der European Refurbishment Association (EUREFAS) oder der Right to Repair Campaign frühzeitig im politischen Prozess engagiert und die Ausarbeitung der Richtlinie begleitet: durch Stellungnahmen zu Gesetzesentwürfen, der Teilnahme an Expert:innenveranstaltungen, Gesprächen mit Entscheidungsträger:innen über Hürden in der Praxis und über konkrete Verbesserungsvorschläge. Seit Verabschiedung der Richtlinie begleiten wir auch die nationale Umsetzung in unseren Kernmärkten wie z.B. Österreich und Deutschland in enger Zusammenarbeit mit lokalen Reparatur-Akteur:innen, Branchenverbänden und der Politik. Welche positiven Auswirkungen auf die Umwelt hat das Geschäftsmodell von refurbed? Wir haben schon zum dritten Mal in Folge eine Studie mit der Fraunhofer Austria Forschungsgesellschaft durchgeführt, um transparente Zahlen und Rechenmodelle über die Umweltauswirkungen von refurbished Elektronik zu generieren. Nur um hier exemplarisch ein paar Zahlen für das enorme Einsparungspotenzial bei einem Smartphone-Kauf zu nennen: CO₂-Einsparung 81 %, Wasser-Einsparung 88 %, E-Waste 79 % statt 71 % – immer verglichen mit dem Kauf eines neuen Produktes. Daher können wir mittlerweile auch genau berechnen, wie viel Impact wir seit der Gründung von refurbed generieren konnten. Genaue Zahlen können hier nachgelesen werden. © refurbed Refurbed ist aktuell in 11 europäischen Märkten tätig. Wie sehen die weiteren Expansionsziele aus? Grundsätzlich wollen wir natürlich so viele Menschen wie möglich erreichen und Kreislaufwirtschaft in Europa als Normalität etablieren. Aber wir haben in den letzten Jahren auch gelernt, dass die Expansion kontinuierlich aber nicht zu schnell passieren kann, wenn wir auch weiterhin gesund wachsen wollen. Kann ich mein altes Handy bei refurbed abgeben? Wenn ja, wie und ich welchem Zustand? Die korrekte Antwort darauf lautet: „Jein“ und muss vielleicht kurz erklärt werden. Zum Ja-Teil: Einerseits haben wir in den vergangenen Jahren ein online Trade-In-Programm etabliert, bei dem Kund:innen mit wenigen Clicks Auskunft darüber erhalten, welchen Betrag wir für ihr altes Modell auszahlen. Auch der Versand mit vorgefertigtem Etikett ist gratis, einfach und sicher. Das bedeutet: Ist es ein Produkt, für das es einen Wiederverkaufswert gibt, sind wir die richtige Adresse. Wenn es um reines Recycling geht, empfehlen wir in Österreich die Ö3 Wundertüte, die jedes Jahr im November per Post nach Hause kommt und das ganze Jahr über in allen Postfilialen aufliegt.Gleichzeitig dürfen wir aus rechtlichen Gründen Handys, die nicht mehr refurbished werden können, sondern recycelt werden müssen, nicht annehmen, weshalb auch wir sie an professionelle Recycler weiterleiten. Welche Tipps haben Sie für unsere Leser:innen, damit sie ihr Smartphone möglichst lange nutzen können? Gesprungene Displays oder schwächer werdende Akkus werden durch das Recht auf Reparatur in Zukunft kein Grund mehr sein, sich gleich ein neues Smartphone zuzulegen. Generell helfen während der Nutzungszeit natürlich Screen-Protektoren und Schutzhüllen, um die Lebensdauer von Smartphones zu verlängern. Noch wichtiger ist jedoch ein kritischer Blick auf das, was uns große Marken wie z. B. Apple heutzutage als technische „Neuerung“ verkaufen wollen. Denn die Performance-Unterschiede zwischen dem neuesten Modell und den Modellen der Vorjahre sind mittlerweile oft so marginal, dass es immer smarter wird, sich für ein refurbished Produkt zu entscheiden, dass gleich viel kann und bis zu 40% günstiger ist. © refurbed Kilian Kaminski, Co-Founder von refurbedwww.refurbed.at teilen teilen teilen E-Mail Was dich noch interessieren könnte Zurück Ratgeber 4 Tipps für die nachhaltige Nutzung deines Smartphones Wissenswert Smartphones, Laptops & Co.: Alles rund um ihre Akkus und was du tun kannst, um sie länger zu nutzen Reportage Länger Nutzen: Reparieren statt Wegwerfen Reportage Nicht ohne dem neuesten Smartphone Wissenswert Online-Streaming: ist das auch klimafreundlich möglich? Wissenswert Home Office nachhaltiger gestalten Ratgeber 12 Tipps: Energiesparen im Haushalt Ratgeber Computer, Monitore und Drucker Ratgeber TV Geräte Weiter