© Envato KategorienWissenswertZu klein, zu reif, zu schade zum Wegwerfen: So kannst du Obst vollständig verwerten Ob Apfel, Birne, Marille, Zwetschke oder Beere: Wenn Obst im Sommer reif wird, fällt oft mehr an, als wir auf einmal essen können. Gleichzeitig landet ein Teil im Abfall – etwa weil Früchte zu klein, etwas angeschlagen oder nicht ganz reif sind. Dabei lässt sich aus heimischem Obst meist noch viel machen. Wir zeigen dir, wie du Obst verwerten kannst und haben zwei Rezepttipps für dich. Angesichts zunehmender Wetterextreme wie Spätfrost, Hagel, Starkregen und im Jahr 2026 insbesondere Hitze und Trockenheit wird ein bewusster Umgang mit Lebensmitteln immer wichtiger. Nach Auswertungen der GeoSphere Austria fielen im ersten Halbjahr 2026 österreichweit 27 % weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel (geosphere.at, 2026). In den für den Obst- und Gemüsebau bedeutenden Regionen lagen die Niederschlagsdefizite regional bei 30 bis 50 %. Durch lange und starke Hitzewellen nimmt zudem die Verdunstung zu (ama.at, 2026). Die Dürreperiode von Juli und August 2026 ist in diesen Zahlen noch nicht enthalten. Durch die Trockenheit bleiben Früchte kleiner, reifen ungleichmäßig oder fallen vorzeitig vom Baum (ama.at, 2026). Was nicht der perfekten Supermarkt-Norm entspricht, ist aber noch lange kein Abfall. Wir zeigen dir, was du daraus machen kannst. Kleine, (un)reife oder etwas schrumpelige Früchte weiterverwenden Obst muss nicht makellos sein, um gut zu schmecken. Kleine Früchte, leichte Druckstellen oder ein schrumpeliges Aussehen sind oft kein Grund, das Obst wegzuwerfen. Je nach Witterung kann Obst früher vom Baum fallen. Manche Sorten können aber danach noch weiterreifen. Deshalb lohnt es sich, zunächst abzuwarten und es an einen sonnigen, trockenen Ort zu legen, statt es wegzuwerfen. Ist das Obst auch nach dem Nachreifen nicht besonders süß oder aromatisch, kann es dennoch weiterverarbeitet werden. Zuvor solltest du es aber genau kontrollieren: Leicht angeschlagenes Obst: Entferne Druckstellen großzügig und verarbeite die Früchte möglichst bald. Stark faules oder schimmeliges Obst: Am besten nicht mehr essen und im Biomüll entsorgen. Bei Schimmel auf weichem, wasserreichem Obst reicht es leider nicht aus, nur die sichtbare Stelle zu entfernen. Kleine Druckstellen sind kein Grund, Obst ganz zu entsorgen. Schäle das Obst oder schneide braune Stellen weg und verwerte die Früchte weiter.© Envato Verfaultes oder schimmliges Obst darf in die Biotonne wandern.© Envato Das kannst du aus deinem unperfekten Obst machen Je nach Zustand lassen sich unterschiedliche Lebensmittel herstellen. 1. Noch nicht ganz reif oder nicht perfekt, aber genießbar? Kuchen oder Strudel: Kleine, unregelmäßige oder etwas saure Früchte machen sich gut in Backwaren. Gelee oder Marmeladen: Unreife Äpfel enthalten viel Pektin und sorgen so für eine gute Festigkeit. Kompott oder Chutney: Säuerliche Äpfel oder Birnen können gut zu einem Kompott oder Chutney verarbeitet werden. Wichtig: Nicht jede unreife Frucht ist zum rohen Verzehr geeignet. Informiere dich bei unbekannten Früchten oder Sorten vorab. 2. Zu viel auf einmal? Dörren: Äpfel, Birnen, Zwetschken oder Marillen lassen sich durch Trocknen haltbar machen. Einfrieren: Beeren und kleingeschnittenes Stein- oder Kernobst können portionsweise eingefroren und später für Desserts, Kuchen oder Smoothies verwendet werden. Teilen: Versorge Familie, Freund:innen oder Nachbar:innen mit deinem Gartenobst. Falls diese auch schon gut versorgt sind, kannst du dich auch an Foodsharing-Initiativen oder regionale Abnehmer wenden. Wenn du besonders große Mengen erntest, empfehlen wir dir, dich bei regionalen Mostereien oder Verarbeitungsbetrieben zu erkundigen. 3. Überreif? Kompott, Röster und Mus: Äpfel, Birnen, Marillen, Pfirsiche oder Zwetschken, die schon sehr reif sind, lassen sich unkompliziert einkochen. Dabei werden Bakterien, Hefen oder Schimmelpilze abgetötet. Marmelade und Fruchtaufstriche: Dafür eignet sich sehr reifes besonders gut. Mische Obst, um deine ganz invididuellen Marmeladen oder Fruchtaufstriche herzustellen. Chutneys und Saucen: Zwetschken, Marillen, Äpfel oder Birnen können auch pikant verarbeitet werden. Smoothies: Weiches Obst, das nicht mehr ganz so appetitlich aussieht, kann – sofern es noch genießbar ist – im Mixer landen. Eis: Besonders reife Beeren können zu selbst gemachtem Eis verarbeitet werden. Saure Äpfel schmecken in Kuchen oder Strudeln besonders gut. Je nach Geschmack kann Zucker hinzugefügt werden.© Envato Überreifes Obst kann zu Marmeladen und Fruchtaufstrichen verarbeitet werden.© Envato Du hast große Mengen geerntet? Dann trockne das Obst und mach es haltbar.© Envato Schalen weiterverwenden Auch wenn ein Großteil von unserem Obst genießbar ist, bleibt meist ein Teil übrig, der im Biomüll landet. Gerade beim Schälen sind wir manchmal zu großzügig.Unser Tipp: Nur schälen, wenn es wirklich nötig ist. Bei gut gewaschenem Obst kann die Schale häufig mitgegessen oder direkt mitverarbeitet werden. Solltest du sie nicht direkt essen wollen, kannst du das mit Obstschalen tun: Apfel- und Birnenschalen: Stelle Tee, getrocknete Snacks, Toppings oder aromatisiertes Wasser her. Trockne dünn geschnittene Schalen und verwende sie als knuspriges Topping für dein Müsli oder Porridge. Zitronen- und Orangenschalen: Nutze den Abrieb zum Würzen oder für die Herstellung eines aromatisierten Zuckers. Verwende dabei nur die Schale von gut gewaschenen bzw. unbehandelten Früchten. Aus getrockneten Apfel- oder Birnenschalen kannst du einen köstlichen Früchtetee herstellen.© Envato Geriebene Zitronenschalen passen in zahlreiche Rezepte. Achte auf eine Bio-Qualität.© Envato Kern adé? Obstkerne müssen nicht im Abfall landen. Aus Kernen von Äpfeln, Kirschen, Marillen oder Zwetschken können auch neue Produkte oder Pflanzen entstehen. Geduld und Geschick ist gefragt Normalerweise werden Obstbäume durch Veredelung gezüchtet. Dabei wird eine starke Wurzel mit einem Zweig der gewünschten Obstsorte verbunden. Der Baum trägt danach sortenreine Früchte.Die Zucht von Obstbäumen mit Kernen ist hingegen eine echte Challenge und es entstehen keine sortenreinen Früchte. Dafür kannst dich auf ein spannendes Gartenexperiment freuen. Vorab solltest du aber wissen, dass es Jahre dauern kann, bis der Baum Früchte trägt. Oft schmecken die Früchte dann auch säuerlicher oder holziger, als die ursprüngliche Sorte.Falls du genug Platz hast und dich daran versuchen möchtest, solltest du dich vorab gut informieren. Ein paar erste Tipps haben wir hier für dich zusammengefasst: Apfel- oder Birnenkerne: Löse die Kerne aus dem Kerngehäuse, trockne sie, wickle sie in ein feuchtes Tuch und lege es in den Kühlschrank. Nach etwa zwei bis drei Monaten sollten sich erste Wurzeln bilden. Kirsch-, Marillen- oder Zwetschkensteine: Säubere die Kerne und lege sie für 24-48 Stunden in lauwarmes Wasser und dann eingewickelt in ein feuchtes Tuch in das Gemüsefach deines Kühlschranks. Zeigt sich nach zwei bis drei Monaten ein kleiner Trieb, oder bricht der Stein auf, so kannst du den Kern in einen Topf einpflanzen. Warum in den Kühlschrank? Bei den Kernen handelt es sich um sogenannte Kaltkeimer. Sie benöitgen einen Kältereiz, um ihre Keimruhe zu brechen. Aus Kern wird Drink Wusstest du? Unternehmen wie „Wunderkern“ stellen aus Obstkernen sogar neue Lebensmittel her, zum Beispiel den Marillenkern-Drink – eine pflanzliche Alternative zur Milch. Dabei werden Kerne, die bei der Verarbeitung von Marillen anfallen, aufbereitet und zu einem pflanzlichen Drink verarbeitet. Wichtig: Kerne und Steine von Steinobst wie Marillen, Pfirsichen, Kirschen und Zwetschken sollte man nicht einfach selbst knacken und essen. Sie können Stoffe enthalten, aus denen im Körper Blausäure entstehen kann. Für die Küche eignen sich deshalb nur Kerne, die ausdrücklich als Lebensmittel geeignet und entsprechend verarbeitet wurden. Bis aus einem Kern wirklich ein Marillenbaum entsteht, braucht es Geduld und Geschick.© Envato Zwei einfache Rezepte für die Obst-Reste-Küche © Envato Buntes Obstmus Überreife Äpfel, Birnen, Marillen oder Pflaumen klein schneiden, mit etwas Wasser weichkochen und pürieren. Je nach Geschmack Zimt, Vanille oder etwas Zitronensaft dazugeben. © Envato Sommerliches Ofenobst Obst, das bald verarbeitet werden sollte, klein schneiden und mit Haferflocken, Zimt und Nüssen im Ofen backen. Dazu passt Joghurt oder eine pflanzliche Alternative. teilen teilen teilen E-Mail Was dich noch interessieren könnte Zurück Ratgeber 10 Tipps für nachhaltigen Obst- und Gemüsekonsum Ratgeber 10 Tipps für den bewussten Konsum von Nüssen, Samen und Kernen Ratgeber 7 Tipps für eine klimafreundliche Ernährung Ratgeber 8 Tipps für einen wertschätzenden Umgang mit Lebensmitteln Wissenswert Exotisches Obst und Gemüse – das wächst auch in Österreich Wissenswert Die Kunst des Haltbarmachens Wissenswert Fünf Wege für regionale Lebensmittel abseits vom Supermarkt Wissenswert Haltbarkeitsdatum vs. Verbrauchsdatum - was ist der Unterschied? 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