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RatgeberWelcher Bodenbelag passt? Stärken, Schwächen und worauf es ankommt

Bodenbeläge prägen Wohnräume über viele Jahre hinweg. Sie werden täglich genutzt, stark beansprucht und haben Einfluss auf Raumklima, Wohnkomfort und Gesundheit. Umso wichtiger ist es, den Bodenbelag passend zum Einsatzbereich auszuwählen und auf umwelt- sowie gesundheitsrelevante Aspekte zu achten.

Teppichboden

Teppichböden sorgen für ein warmes und gemütliches Wohngefühl und wirken schall- sowie wärmedämmend. Sie eignen sich besonders für Wohn- und Schlafräume. Bei guter Qualität sind Teppichböden zudem langlebig und strapazierfähig. Wichtig ist jedoch, auf schadstoffgeprüfte Produkte und möglichst schadstofffreie Verlegung zu achten.

Vorteile

  • sorgt für ein warmes und gemütliches Wohngefühl
  • wirkt schall- und wärmedämmend
  • geringe Wärmeverluste, daher gut für Wohn- und Schlafräume
  • strapazierfähig und langlebig bei hochwertiger Qualität
  • einfache Reinigung durch Staubsaugen

Nachteile

  • ungeeignet für Nassräume
  • kann Staub und Allergene binden
  • Kleber können Schadstoffe enthalten
  • nachhaltige Entsorgung nur bei schadstoffgeprüften Produkten möglich

Darauf solltest du achten

  1. schadstoffgeprüfte, nicht verklebte Teppichböden
  2. soziale und umweltbezogene Standards (z.B. Österreichisches Umweltzeichen, Goodweave, GuT Signet)
  3. nur Produkte mit transparenten Materialangaben kaufen
Teppichböden machen einen Raum gleich wärmer. Dabei solltest du v.a. auf schadstoffgeprüfte und nicht verklebte Teppichböden achten. Tipp: am besten die Materialangaben checken. Nachhaltige Labels helfen dir bei der Auswahl. © envato

Holzboden (Massivholz & Parkett)

Holzböden bestehen aus einem nachwachsenden Rohstoff und zeichnen sich durch eine lange Lebensdauer aus. Sie sind pflegeleicht, gut reparierbar und tragen zu einem angenehmen Raumklima bei. Heimische Holzarten aus nachhaltiger Forstwirtschaft sind ökologisch besonders empfehlenswert. Tropenhölzer sollten hingegen vermieden werden.

Vorteile

  • nachwachsender, natürlicher Rohstoff
  • langlebig und mehrfach abschleifbar
  • gut reparierbar und ausbesserungsfähig
  • angenehm warm und pflegeleicht
  • zeitloses Design, große Auswahl an (heimischen) Holzarten

Nachteile

  • höhere Anschaffungskosten
  • empfindlich gegenüber stehender Nässe
  • ökologische Risiken bei Tropenhölzern
  • Qualität stark abhängig von Herkunft und Verarbeitung

Darauf solltest du achten

  1. heimische Holzarten wie Buche, Ahorn, Esche, Eiche
  2. Tropenhölzer bitte vermeiden
  3. Holz aus (möglichst) nachhaltiger Forstwirtschaft (FSC oder PEFC)
  4. Vorsicht bei FSC‑MIX, da nur Teilmengen zertifiziert sind
Es gibt viele unterschiedliche Holzarten, die sich für Böden eignen. Am besten du greifst zu heimischen Holzarten wie z.B. Buche, Esche, Eiche oder Ahorn.
Es gibt viele unterschiedliche Holzarten, die sich für Böden eignen. Am besten du greifst zu heimischen Holzarten wie z.B. Buche, Esche, Eiche oder Ahorn. © diybook.at

Laminatboden

Laminatböden bestehen aus mehreren Schichten und werden häufig als kostengünstige Alternative zu Holzböden eingesetzt. Sie sind robust, kratz- und stoßfest sowie pflegeleicht. Aufgrund ihrer Zusammensetzung aus Holzwerkstoffen und Kunststoffen ist auf eine schadstoffarme Qualität zu achten. Reparaturen sind im Gegensatz zu Holzböden jedoch kaum möglich.

Vorteile

  • kratz- und stoßfest
  • pflegeleicht und robust
  • preisgünstiger als Holzböden
  • unempfindlich gegenüber Sonneneinstrahlung
  • gut geeignet für Kinderzimmer und barrierefreie Räume

Nachteile

  • kein nachwachsender Rohstoff
  • nicht reparierbar (kein Abschleifen möglich)
  • Trägerplatten können Schadstoffe enthalten
  • wirkt kühler und weniger wohnlich als Holz

Darauf solltest du achten

  1. emissionsarme Produkte
  2. schadstoffgeprüfte Trägerplatten
  3. möglichst ohne problematische Kleber verlegen

Linoleum

Linoleum ist ein Bodenbelag aus natürlichen, nachwachsenden Rohstoffen wie Leinöl, Holzmehl und Jute. Er ist langlebig, pflegeleicht und biologisch abbaubar und eignet sich gut für Wohn- und stark genutzte Bereiche. Entscheidend ist eine fachgerechte Verlegung mit schadstoffarmen Klebern.

Vorteile

  • aus natürlichen, nachwachsenden Rohstoffen
  • biologisch abbaubar
  • langlebig und widerstandsfähig
  • antistatisch und schwer entflammbar
  • hemmt Bakterienwachstum, daher hygienisch

Nachteile

  • empfindlich gegenüber Feuchtigkeit bei falscher Verlegung
  • fachgerechte Verlegung notwendig
  • geringere Designvielfalt als bei synthetischen Belägen

Darauf solltest du achten

  1. natürliche Zusammensetzung (Leinöl, Holz‑/Korkmehl, Jute)
  2. schadstoffarme Kleber
  3. nachhaltige Labels (z. B. Blauer Engel, EU‑Ecolabel)

Korkboden

Kork wird aus der Rinde der Korkeiche gewonnen und ist ein reines Naturprodukt. Korkböden sind wärmedämmend, fußwarm und elastisch, was sie besonders komfortabel macht. Sie eignen sich gut für Wohnräume und Schlafzimmer. Beim Kauf sollte v.a. auf schadstoffarme Oberflächenbehandlungen geachtet werden.

Vorteile

  • nachwachsender Rohstoff
  • sehr gute Wärme‑ und Trittschalldämmung
  • angenehm fußwarm und elastisch
  • pflegeleicht und widerstandsfähig
  • resistent gegen Fäulnisbakterien

Nachteile

  • empfindlich gegenüber starker Punktbelastung
  • regelmäßige Oberflächenpflege notwendig
  • eingeschränkt für stark frequentierte Nassbereiche

Darauf solltest du achten

  1. schadstoffarme Oberflächenbehandlung
  2. Herkunft des Korks transparent ausgewiesen
  3. möglichst emissionsarme Verklebung

Fliesen

Fliesen sind sehr widerstandsfähig, langlebig und unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit. Sie eignen sich besonders für Küchen, Badezimmer und stark beanspruchte Bereiche. Aufgrund der energieintensiven Herstellung ist ihre Umweltbilanz in der Produktion vergleichsweise hoch. Nachhaltiger werden sie durch langlebige Qualität und schadstoffarme Verlegung – umso länger sie liegen, desto besser.

Vorteile

  • sehr robust und langlebig
  • wasserfest und hygienisch
  • gut geeignet für Nassräume, Küchen und stark beanspruchte Bereiche
  • pflegeleicht und widerstandsfähig gegen Flecken
  • ideal in Kombination mit Fußbodenheizung

Nachteile

  • energieintensive Herstellung durch hohe Brenntemperaturen
  • fühlt sich ohne Fußbodenheizung kühl an
  • beschädigte Fliesen sind schwer auszutauschen
  • Kleber und Fugenmaterialien können Schadstoffe enthalten

Darauf solltest du achten

  1. langlebige Qualität, um häufigen Austausch zu vermeiden
  2. wenn möglich regional produzierte Fliesen bevorzugen
  3. schadstoffarme Kleber und Fugenmaterialien
Fliesen sind robust und leicht zu reinigen – und v.a. in Küchen und Nassräumen sehr beliebt. In Kombination mit einer Fußbodenheizung wird’s schnell gemütlich, sonser können Schlapfen oder Socken wärmen. Tipp: Wenn möglich auf regional produzierte Fliesen setzen. © envato

Naturstein

Natursteinböden bestehen aus einem natürlichen Rohstoff und zeichnen sich durch eine sehr lange Lebensdauer aus. Sie sind robust, pflegeleicht und können mehrfach überarbeitet werden. Umweltrelevant sind v.a. Abbau, Verarbeitung und Transport. Regional gewonnener Naturstein ist daher ökologisch vorzuziehen.

Vorteile

  • sehr langlebig und widerstandsfähig
  • natürlicher Rohstoff ohne synthetische Zusätze
  • gut reparierbar (z. B. durch Schleifen oder Polieren)
  • zeitlose Optik, über Jahrzehnte nutzbar
  • geeignet für Innen‑ und Außenbereiche

Nachteile

  • hoher Energie‑ und Ressourcenaufwand bei Abbau und Verarbeitung
  • oft lange Transportwege, insbesondere bei importierten Steinen
  • manche Steinarten empfindlich gegenüber Säuren
  • kühl in der Oberfläche ohne Fußbodenheizung

Darauf solltest du achten

  1. regionalen Naturstein bevorzugen, um Transportemissionen zu reduzieren
  2. transparente Angaben zu Herkunft und Verarbeitung einfordern
  3. möglichst mechanisch bearbeitete statt chemisch behandelte Oberflächen wählen
  4. sparsam einsetzen und auf lange Nutzungsdauer ausrichten

Synthetische Bodenbeläge (PVC, Vinyl, Gummi)

Synthetische Bodenbeläge sind langlebig, wasserfest und pflegeleicht, können jedoch die Raumluft belasten. Sie enthalten häufig Weichmacher und andere flüchtige Stoffe, die über längere Zeit ausdünsten. Aus nachhaltiger Sicht sind sie kritisch zu bewerten und sollten im Wohnbereich besser vermieden werden. Wenn sie eingesetzt werden, sollte auf möglichst schadstoffarme Produkte geachtet werden.

Vorteile

  • sehr widerstandsfähig und wasserfest
  • leicht zu reinigen
  • vergleichsweise kostengünstig

Nachteile

  • enthalten häufig Weichmacher
  • können flüchtige organische Verbindungen ausgasen
  • mögliche Auswirkungen auf Raumluft und Gesundheit
  • problematische Entsorgung, geringe Recyclingfähigkeit
  • kein nachwachsender Rohstoff

Fazit: Nutzung, Gesundheit und Umwelt gemeinsam betrachten

Jeder Bodenbelag hat Stärken und Schwächen. Für eine nachhaltige Entscheidung ist es sinnvoll, Einsatzbereich, Beanspruchung, Gesundheitsaspekte, Lebensdauer und Entsorgung mitzudenken. Besonders gut schneiden langlebige, reparierbare und schadstoffarme Bodenbeläge aus natürlichen Materialien ab – vorausgesetzt, sie sind passend zur Nutzung ausgewählt.