RatgeberWelcher Bodenbelag passt? Stärken, Schwächen und worauf es ankommt Bodenbeläge prägen Wohnräume über viele Jahre hinweg. Sie werden täglich genutzt, stark beansprucht und haben Einfluss auf Raumklima, Wohnkomfort und Gesundheit. Umso wichtiger ist es, den Bodenbelag passend zum Einsatzbereich auszuwählen und auf umwelt- sowie gesundheitsrelevante Aspekte zu achten. Teppichboden Teppichböden sorgen für ein warmes und gemütliches Wohngefühl und wirken schall- sowie wärmedämmend. Sie eignen sich besonders für Wohn- und Schlafräume. Bei guter Qualität sind Teppichböden zudem langlebig und strapazierfähig. Wichtig ist jedoch, auf schadstoffgeprüfte Produkte und möglichst schadstofffreie Verlegung zu achten. Vorteile sorgt für ein warmes und gemütliches Wohngefühl wirkt schall- und wärmedämmend geringe Wärmeverluste, daher gut für Wohn- und Schlafräume strapazierfähig und langlebig bei hochwertiger Qualität einfache Reinigung durch Staubsaugen Nachteile ungeeignet für Nassräume kann Staub und Allergene binden Kleber können Schadstoffe enthalten nachhaltige Entsorgung nur bei schadstoffgeprüften Produkten möglich Darauf solltest du achten schadstoffgeprüfte, nicht verklebte Teppichböden soziale und umweltbezogene Standards (z.B. Österreichisches Umweltzeichen, Goodweave, GuT Signet) nur Produkte mit transparenten Materialangaben kaufen Teppichböden machen einen Raum gleich wärmer. Dabei solltest du v.a. auf schadstoffgeprüfte und nicht verklebte Teppichböden achten. Tipp: am besten die Materialangaben checken. Nachhaltige Labels helfen dir bei der Auswahl. © envato Holzboden (Massivholz & Parkett) Holzböden bestehen aus einem nachwachsenden Rohstoff und zeichnen sich durch eine lange Lebensdauer aus. Sie sind pflegeleicht, gut reparierbar und tragen zu einem angenehmen Raumklima bei. Heimische Holzarten aus nachhaltiger Forstwirtschaft sind ökologisch besonders empfehlenswert. Tropenhölzer sollten hingegen vermieden werden. Vorteile nachwachsender, natürlicher Rohstoff langlebig und mehrfach abschleifbar gut reparierbar und ausbesserungsfähig angenehm warm und pflegeleicht zeitloses Design, große Auswahl an (heimischen) Holzarten Nachteile höhere Anschaffungskosten empfindlich gegenüber stehender Nässe ökologische Risiken bei Tropenhölzern Qualität stark abhängig von Herkunft und Verarbeitung Darauf solltest du achten heimische Holzarten wie Buche, Ahorn, Esche, Eiche Tropenhölzer bitte vermeiden Holz aus (möglichst) nachhaltiger Forstwirtschaft (FSC oder PEFC) Vorsicht bei FSC‑MIX, da nur Teilmengen zertifiziert sind Es gibt viele unterschiedliche Holzarten, die sich für Böden eignen. Am besten du greifst zu heimischen Holzarten wie z.B. Buche, Esche, Eiche oder Ahorn. © diybook.at Laminatboden Laminatböden bestehen aus mehreren Schichten und werden häufig als kostengünstige Alternative zu Holzböden eingesetzt. Sie sind robust, kratz- und stoßfest sowie pflegeleicht. Aufgrund ihrer Zusammensetzung aus Holzwerkstoffen und Kunststoffen ist auf eine schadstoffarme Qualität zu achten. Reparaturen sind im Gegensatz zu Holzböden jedoch kaum möglich. Vorteile kratz- und stoßfest pflegeleicht und robust preisgünstiger als Holzböden unempfindlich gegenüber Sonneneinstrahlung gut geeignet für Kinderzimmer und barrierefreie Räume Nachteile kein nachwachsender Rohstoff nicht reparierbar (kein Abschleifen möglich) Trägerplatten können Schadstoffe enthalten wirkt kühler und weniger wohnlich als Holz Darauf solltest du achten emissionsarme Produkte schadstoffgeprüfte Trägerplatten möglichst ohne problematische Kleber verlegen Teppichböden eignen sich für Wohn- und Schlafräume, wo es gemütlich sein soll, können aber auch viel Staub binden. © envato Holzböden (bestenfalls aus heimischen Holzarten) punkten in mehrerer Hinsicht: sie sind warm, pflegeleicht, können ausgebessert werden und sind langlebig.© Shutterstock Laminatböden sind zwar robust, aber können nicht repariert (z.B. abgeschliffen) werden und bestehen auch nicht aus nachwachsenden Rohstoffen.© Shutterstock Linoleum Linoleum ist ein Bodenbelag aus natürlichen, nachwachsenden Rohstoffen wie Leinöl, Holzmehl und Jute. Er ist langlebig, pflegeleicht und biologisch abbaubar und eignet sich gut für Wohn- und stark genutzte Bereiche. Entscheidend ist eine fachgerechte Verlegung mit schadstoffarmen Klebern. Vorteile aus natürlichen, nachwachsenden Rohstoffen biologisch abbaubar langlebig und widerstandsfähig antistatisch und schwer entflammbar hemmt Bakterienwachstum, daher hygienisch Nachteile empfindlich gegenüber Feuchtigkeit bei falscher Verlegung fachgerechte Verlegung notwendig geringere Designvielfalt als bei synthetischen Belägen Darauf solltest du achten natürliche Zusammensetzung (Leinöl, Holz‑/Korkmehl, Jute) schadstoffarme Kleber nachhaltige Labels (z. B. Blauer Engel, EU‑Ecolabel) Korkboden Kork wird aus der Rinde der Korkeiche gewonnen und ist ein reines Naturprodukt. Korkböden sind wärmedämmend, fußwarm und elastisch, was sie besonders komfortabel macht. Sie eignen sich gut für Wohnräume und Schlafzimmer. Beim Kauf sollte v.a. auf schadstoffarme Oberflächenbehandlungen geachtet werden. Vorteile nachwachsender Rohstoff sehr gute Wärme‑ und Trittschalldämmung angenehm fußwarm und elastisch pflegeleicht und widerstandsfähig resistent gegen Fäulnisbakterien Nachteile empfindlich gegenüber starker Punktbelastung regelmäßige Oberflächenpflege notwendig eingeschränkt für stark frequentierte Nassbereiche Darauf solltest du achten schadstoffarme Oberflächenbehandlung Herkunft des Korks transparent ausgewiesen möglichst emissionsarme Verklebung Fliesen Fliesen sind sehr widerstandsfähig, langlebig und unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit. Sie eignen sich besonders für Küchen, Badezimmer und stark beanspruchte Bereiche. Aufgrund der energieintensiven Herstellung ist ihre Umweltbilanz in der Produktion vergleichsweise hoch. Nachhaltiger werden sie durch langlebige Qualität und schadstoffarme Verlegung – umso länger sie liegen, desto besser. Vorteile sehr robust und langlebig wasserfest und hygienisch gut geeignet für Nassräume, Küchen und stark beanspruchte Bereiche pflegeleicht und widerstandsfähig gegen Flecken ideal in Kombination mit Fußbodenheizung Nachteile energieintensive Herstellung durch hohe Brenntemperaturen fühlt sich ohne Fußbodenheizung kühl an beschädigte Fliesen sind schwer auszutauschen Kleber und Fugenmaterialien können Schadstoffe enthalten Darauf solltest du achten langlebige Qualität, um häufigen Austausch zu vermeiden wenn möglich regional produzierte Fliesen bevorzugen schadstoffarme Kleber und Fugenmaterialien Fliesen sind robust und leicht zu reinigen – und v.a. in Küchen und Nassräumen sehr beliebt. In Kombination mit einer Fußbodenheizung wird’s schnell gemütlich, sonser können Schlapfen oder Socken wärmen. Tipp: Wenn möglich auf regional produzierte Fliesen setzen. © envato Naturstein Natursteinböden bestehen aus einem natürlichen Rohstoff und zeichnen sich durch eine sehr lange Lebensdauer aus. Sie sind robust, pflegeleicht und können mehrfach überarbeitet werden. Umweltrelevant sind v.a. Abbau, Verarbeitung und Transport. Regional gewonnener Naturstein ist daher ökologisch vorzuziehen. Vorteile sehr langlebig und widerstandsfähig natürlicher Rohstoff ohne synthetische Zusätze gut reparierbar (z. B. durch Schleifen oder Polieren) zeitlose Optik, über Jahrzehnte nutzbar geeignet für Innen‑ und Außenbereiche Nachteile hoher Energie‑ und Ressourcenaufwand bei Abbau und Verarbeitung oft lange Transportwege, insbesondere bei importierten Steinen manche Steinarten empfindlich gegenüber Säuren kühl in der Oberfläche ohne Fußbodenheizung Darauf solltest du achten regionalen Naturstein bevorzugen, um Transportemissionen zu reduzieren transparente Angaben zu Herkunft und Verarbeitung einfordern möglichst mechanisch bearbeitete statt chemisch behandelte Oberflächen wählen sparsam einsetzen und auf lange Nutzungsdauer ausrichten Synthetische Bodenbeläge (PVC, Vinyl, Gummi) Synthetische Bodenbeläge sind langlebig, wasserfest und pflegeleicht, können jedoch die Raumluft belasten. Sie enthalten häufig Weichmacher und andere flüchtige Stoffe, die über längere Zeit ausdünsten. Aus nachhaltiger Sicht sind sie kritisch zu bewerten und sollten im Wohnbereich besser vermieden werden. Wenn sie eingesetzt werden, sollte auf möglichst schadstoffarme Produkte geachtet werden. Vorteile sehr widerstandsfähig und wasserfest leicht zu reinigen vergleichsweise kostengünstig Nachteile enthalten häufig Weichmacher können flüchtige organische Verbindungen ausgasen mögliche Auswirkungen auf Raumluft und Gesundheit problematische Entsorgung, geringe Recyclingfähigkeit kein nachwachsender Rohstoff Fazit: Nutzung, Gesundheit und Umwelt gemeinsam betrachten Jeder Bodenbelag hat Stärken und Schwächen. Für eine nachhaltige Entscheidung ist es sinnvoll, Einsatzbereich, Beanspruchung, Gesundheitsaspekte, Lebensdauer und Entsorgung mitzudenken. Besonders gut schneiden langlebige, reparierbare und schadstoffarme Bodenbeläge aus natürlichen Materialien ab – vorausgesetzt, sie sind passend zur Nutzung ausgewählt. Labels und Gütezeichen für Bodenbeläge, Teppiche (13) Zurück eco INSTITUT Label Indoor Air Comfort Blauer Engel Österreichisches Umweltzeichen EU Ecolabel natureplus Das Kork-Logo GuT-Signet PEFC Prüfsiegel des IBR Goodweave Holz von Hier Xertifix Weiter Zum Label-Kompass teilen teilen teilen E-Mail Was dich noch interessieren könnte Zurück Ratgeber Bewusst streichen: Farben und Lacke für gesunde Wohnräume Ratgeber Nachhaltige Holzmöbel: darauf solltest du achten Ratgeber 10 Tipps für nachhaltiges Wohnen Ratgeber Bau- und Dämmstoffe Wissenswert Gartenmöbel - Draußen bei Wind und Wetter Wissenswert Gebrauchte Möbel - Alternativen zum Sperrmüll Wissenswert Holz-Tracking, Wärmebatterie und PV-Strom für alle Hausbewohner:innen: TOP-3 „greenstars 2022“ ausgezeichnet Ratgeber 5 Tipps für mehr Nachhaltigkeit bei Heimtextilien Ratgeber 7 Tipps für mehr Nachhaltigkeit beim Kauf von Matratzen Ratgeber 12 Tipps für nachhaltiges Einrichten Lesenswert Nachhaltig leben im Alltag Lesenswert Am besten draußen – Wie wir noch mehr Natur in unser Leben bringen Nachgefragt Klimafreundlich leben mit "trastic" Weiter