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Ratgeber

Langlebige Produkte

  • 30 %

    der in Österreich weggeworfenen Produkte sind noch nutzbar

  • 50 %

    der Bevölkerung in Österreich nutzen Willhaben.at regelmäßig

  • 55.000

    Arbeitsplätze durch den Ausbau der Kreislaufwirtschaft in Österreich möglich

Vom bewussten Einkauf über die richtige Pflege und Instandhaltung bis hin zu Reparatur und Upcycling gibt es viele Möglichkeiten, um selbst aktiv zu werden und Alltagsgegenstände lange zu nutzen. Werden Produkte lange genutzt, ist das nicht nur für die Umwelt und die Geldbörse gut, Green- und Circular-Economy haben auch wirtschaftlich großes Potenzial.

Worauf Sie achten sollten

  • Nutzbarkeit des Produkts
    • Kaufen Sie nur was Sie wirklich brauchen.
    • Sinnvoll ist es auch, sich schon vor Betreten eines Geschäfts zu überlegen was man genau kaufen möchte und sich auch an dieses Vorhaben zu halten.
  • Keine Aktionsangebote
    • Aktionsangebote sind verlockend, doch versuchen Sie zu widerstehen.
    • Oftmals handelt es sich um Produkte, die sie zum Normalpreis nie gekauft hätten, da Sie nur wenig Verwendung dafür haben.
  • Langlebigkeit
    • Um Abfall zu reduzieren und möglichst selten Neuanschaffungen machen zu müssen, zahlt es sich aus langlebige und eventuell teurere Produkte zu kaufen. Längerfristig sparen Sie damit Geld.
    • Vor allem bei technischen Geräten ist es von Vorteil, sich zu informieren, welche Geräte stromsparender, länger einsatzfähig und reparaturfähig sind. Gütezeichen und Labels geben dabei wertvolle Orientierung.
  • Gebrauchte Produkte
    • Kaufen Sie, wenn möglich, auf Flohmärkten und Tauschbörsen ein. Vor allem Möbel, Spielsachen und Kleidung gibt es auf Flohmärkten in großer Menge und in guter Qualität. Zur Liste aller Flohmärkte in Österreich.
    • In Kost-Nix-Läden können Sie gebrauchte Waren gratis mitnehmen, aber auch hinbringen. Auch bei Willhaben gibt es viele gebrauchte Gegenstände gratis.
  • Verfügbare Ersatzteile
    • Bei manchen Produkten gibt es Ersatzteile, die einzeln nachgekauft werden können. Erkundigen Sie sich beim Kauf danach, um im Schadensfall kein neues Produkt kaufen zu müssen.
    • Informieren Sie sich außerdem, ob möglicherweise eine Garantie für dieses Produkt in Kraft tritt.
  • Reparatur statt Neukauf
    • Lassen Sie ihre kaputten Schuhe, Mäntel oder elektronischen Gegenstände lieber von Fachleuten reparieren, als sie wegzuwerfen.
    • Das schafft Arbeitsplätze, reduziert Abfälle und schont unsere Ressourcen.
    • Auf der Website www.reparaturführer.at können Sie Reparaturwerkstätten und Repaircafés in Ihrer Umgebung finden und entsprechend Ihres zu reparierenden Gegenstands oder Geräts filtern.

Tauschen und gemeinsames Nutzen

Tauschen und gemeinsames Nutzen von Gebrauchsgegenständen liegt im Trend – es schont nicht nur Ressourcen, sondern trägt aktiv zu einem Bewusstsein für den Wert von Produkten bei. Es gibt eine wachsende Anzahl an unterschiedlichen Tauschbörsen und Tausch-Events. Sie liegen alle am Puls der Zeit: Sharing Economy, Ko-Konsum oder Collaborative Consumption – viele Bezeichnungen stehen für dieselbe Idee, Dinge gemeinsam zu nutzen statt zu besitzen. Die Idee ist nicht ganz neu: Bereits in den 1970er-Jahren lautete das Motto der Ökologiebewegung „Nutzen statt besitzen“.

Mensch tippt am Computer
© Unsplash

Online-Tauschbörsen

Heute haben Tausch- und Sharing-Modelle dank Internet und sozialer Netzwerke eine neue Dimension und einen hohen Durchdringungsgrad erreicht. Auf zahlreichen Online-Tauschbörsen werden unterschiedlichste Gegenstände angeboten. Doch nicht alle sind vertrauenswürdig.

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Achten Sie bei Online-Tauschbörsen darauf, dass diese ein Impressum mit personalisierten Kontaktdaten haben. Ein weiterer Hinweis auf eine seriöse Tauschbörse ist, wenn die Plattform bereits von Testseiten wie z.B. Stiftung Warentest genauer unter die Lupe genommen wurde. Auch ein einfacher Check in Suchmaschinen nach der Plattform kann Aufschluss geben, ob andere Userinnen und User schon schlechte Erfahrungen damit gemacht haben. Nachfolgend finden Sie eine Liste an Online-Tauschbörsen, die eine große Bandbreite an Gegenständen anbieten.

  • Unter www.sogutwieneu.at (nur in NÖ) lassen sich Güter unkompliziert Verkaufen/ Tauschen/ Verschenken. Außerdem findet sich auf der Website eine Liste von Reparaturbetrieben in Niederösterreich.
  • Speziell für Wien gibt es die Plattform www.leila.wien. Sie bezeichnet sich als „Bibliothek der Dinge“ und ermöglicht das einfache Ausborgen von Gebrauchsgegenständen, wie Camping-Zubehör oder Musikinstrumente gegen eine Gebühr, die pro Tag verrechnet wird.
  • Die Plattform www.fragnebenan.com zielt speziell darauf ab Nachbarn zu vernetzen. Durch die Registrierung werden Sie Teil eines Netzwerks aus Personen, die sich in alltäglichen Situationen gegenseitig mit Ressourcen unterstützen. Sie können zum Beispiel jemanden finden, der Ihre Pflanzen gießt, wenn Sie auf Urlaub sind oder leicht eine Nachbarin oder einen Nachbar finden, der Ihnen eine Bohrmaschine borgt. Außerdem können Sie Tauschgruppen gründen, um Gegenstände kommunal zu nutzen.
  • Wer auf www.facebook.com ein Profil hat, kann den Gruppen „share and care“, „share and care Tierwelt“ (neben Gegenständen wird auch „Aufpasszeit“ für Urlaube etc. geteilt) oder „Wien tauscht“ beitreten, um auch hier Tauschangebote zu finden.

Viele Bücher
© Unsplash

Tauschbörsen für Bücher in Wien

Wohin mit alten Büchern, die zu viel Platz wegnehmen? Österreichweit gibt es immer mehr Initiativen, die es ermöglichen, alte oder nicht mehr gebrauchte Bücher an Menschen weiterzugeben, die sie noch gut gebrauchen könnten.

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Oft handelt es ich dabei um öffentliche Orte, wo Menschen gelesene oder nicht mehr gebrauchte Bücher hinbringen können und andere sie wiederum mitnehmen können. Dabei muss nicht jeder, der eines mitnimmt, auch wieder eines zurückbringen.

  • Ein bekanntes Beispiel ist die Initiative „Offene Bücherschränke„. Wie der Name schon sagt, handelt es sich dabei um Bücherregale, die frei zugänglich sind. Die Schränke sind immer geöffnet, es gibt keine Schließzeiten.
  • Der Verein Wiener Bücherschmaus bietet ebenso offene Bücherschränke an: Standorte und Öffnungszeiten
  • Auch auf den Wiener Mistplätzen der MA48 können Bücher getauscht werden. Ausgeschiedene, orange Telefonzellen wurden dafür zu Bücherregalen umgebaut.

Mensch schaut Kleidung an
© Unsplash

Tauschmöglichkeiten für Kleidung

Auch bei Kleidungsstücken können alte Teile gegen neue eingetauscht werden. Durch Kleidungstausch kann der Lebenszyklus von Textilien verlängert und unserer Kleidung auch wieder mehr Wertschätzung entgegengebracht werden.

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Gemeinnützige Organisationen wie Südwind oder das Wiener Hilfswerk organisieren in größeren Städten Kleidertauschparties. Ebenso bieten Internetplattformen wie www.kleiderkreisel.at einen Marktplatz für Tauschwillige.

Das Prinzip ist überall denkbar einfach: man bringt gut erhaltene und gewaschene Kleidungsstücke mit und bekommt stattdessen neue alte Kleidungsstücke zurück. Getauscht wird meist 1:1 oder die mitgebrachte Kleidung wird abgewogen und man erhält einen Kilo-Bon. Für die Organisation des Tausch-Events wird manchmal eine geringe Teilnahmegebühr einbehalten. So bekommen alte Lieblingsstücke neue Besitzerinnen oder Besitzer und das ganz im Sinne einer nachhaltigen Nutzung. Um das nächste Tauschevent in Wien zu finden, lohnt es sich auf der Facebook Seite Kleidertausch Wien nachzusehen. Dort bekommt man einen Überblick welche Organisationen gerade Tauschparties veranstalten. Zudem können natürlich auch im eigenen Freundes- oder Familienkreis private Tauschparties organisiert werden.


Reparieren und Upcycling

Auch Gegenstände, die mit viel Bedacht ausgewählt und stets gut gepflegt wurden, gehen irgendwann kaputt. Hier gilt es abzuwägen, ob sich eine Reparatur lohnt. Bei dieser Entscheidungen sollte unbedingt die Umweltbelastung miteinfließen. Vor allem elektronische Geräte haben in der Produktion oft einen großen ökologischen Fußabdruck und sollten daher im Zweifelsfall eher repariert als ersetzt werden. Die drei wichtigsten Entscheidungskriterien sind das Alter des defekten Geräts, die zu erwartenden Reparaturkosten und die Kosten einer Neuanschaffung.

Mensch repariert elektronisches Gerät
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Wie viel darf die Reparatur kosten?

Natürlich müssen die Reparaturkosten in Relation zum Anschaffungspreis und dem Alter des Geräts stehen. Mit dem Reparatur-Ratgeber-Tool von topprodukte.at (Excel-Datei) steht eine möglichst objektive und einfache Methode zur Gegenüberstellung der Kosten von Neukauf und Reparatur zur Verfügung. Neben dem reinen Kaufpreis bzw. den Reparaturkosten berücksichtigt dieses Tool auch eventuelle Unterschiede im Energieverbrauch, da ein neues Gerät oft deutlich effizienter ist.

Schild Repair Center
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Wichtige Initiativen und Organisationen

Blumen in alten bemalten Dosen
© Unsplash

Upcycling – aus Alt mach Neu

Durch Upcycling bekommen alte und unbenutzte Gegenstände wieder neuen Wert. So wird aus alten Planen eine Tasche oder aus einer alten Waschtrommel ein moderner Lampenschirm. Damit werden Ressourcen geschont und Abfall reduziert. Inzwischen gibt es viele Unternehmen, die sich auf Upcycling fokussieren und nur Produkte aus alten Gebrauchsgegenständen herstellen.

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  • Die TrashDesignManufaktur stellt Produkte aus Teilen von Elektro- und Elektronik-Altgeräten des Demontage- und Recycling-Zentrums her. In ihrem Webshop finden sich viele interessante Einrichtungsgegenstände und Schmuckstücke.
  • Das Wiener Startup refurbed ist ein Online-Marktplatz für generalüberholte Produkte. Das Unternehmen sammelt alte Elektronik und repariert sie vollständig. Die so entstehenden voll-funktionstüchtigen Geräte werden wieder verkauft und sind um ein Vielfaches günstiger als das Original. Alle Produkte haben außerdem ein Jahr Garantie.
  • Der Online-Shop greenpicks bietet unterschiedliche Upcycling Produkte an, wie beispielsweise Möbel und Einrichtungsgegenstände.
  • Das Unternehmen skimöbel baut ausgefallene Möbel aus alten Skiern.

Sie wollen Ihre alten Gegenstände selber upcyclen? Auf der Webseite der DIY Academy sind viele nützliche Anleitungen zu finden.


Pflegen und Instandhalten

Ob Kleidung, Möbel, Elektrogeräte oder Gartenprodukte – mit der richtigen Pflege und Wartung kann man die Lebensdauer seiner Lieblingsstücke verlängern und sich teure Neuanschaffungen oder aufwändige Reparaturen ersparen.

Mensch putzt Computer-Tastatur
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Elektrogeräte regelmäßig pflegen

An den Lüftern von Notebooks sammelt sich Staub, der entfernt werden muss, da sonst eine Überhitzung droht. Oft sind die Lüfter aber verbaut, sodass eine Reinigung nicht ganz einfach zu bewerkstelligen ist. Im Internet finden sich zahlreiche Anleitungen, speziell von IT-Fachseiten, wie es am unkompliziertesten geht.

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Bei elektrischen Zahnbürsten ist der Akku oft fest verbaut, er lässt sich in den meisten Fällen jedoch mit Hilfe einer Nagelschere und einem Schraubenzieher relativ einfach tauschen. Auch hier gibt es „Do it Yourself“-Anleitungen im Internet, die beim Akkutausch Unterstützung bieten.

Oftmals gibt der Drucker nur vor, das Ende seiner Lebensdauer erreicht zu haben. Zum Beispiel mit der Meldung, dass Teile des Druckers das Ende ihres Lebenszyklus erreicht hätten. Dabei hilft oft ein manueller Reset des Druckers, dann funktioniert er meist wieder einwandfrei.

Holztisch
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Holzmöbel gut reinigen

Für die tägliche Reinigung von Holzmöbeln (wie z.B. Beseitigung von Krümeln) sollte ausschließlich ein trockenes Baumwolltuch und keine Microfasertücher, fettlösende Haushaltsreiniger oder Dampfreiniger verwendet werden.

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Leicht verschmutzte Stellen können mit warmem Wasser, Möbelseife und einem Vliesstofftuch (nicht zu feucht) gereinigt werden. Stärker verschmutzte Flächen oder Gummiabriebe an Tisch- und Stuhlbeinen sind mit Naturöl, bei stärker beanspruchten Oberflächen wie z.B. Tischplatten mit Hartwachsöl mit wenig Druck in Faserrichtung zu behandeln. Dabei gilt es möglichst großflächig zu arbeiten, damit keine Farbunterschiede auftreten. Wichtig ist es das Öl maximal 10 Min. einwirken zu lassen, da sonst die Oberfläche verklebt. Abschließend wird mit dem trockenen Vliesstofftuch gründlich auspoliert, damit überschüssiges Öl entfernt wird und die Oberfläche nicht verklebt.

Waschmaschine
© Pixabay

Kleidung schonend waschen

Gewaschen wird am besten auf links, dabei wird die Innenseite nach außen gestülpt. Diese einfache Methode schont Stoffe beim Waschen in der Waschmaschine. Weichspüler kann bei Funktionsstoffen sogar die Funktion der Stoffe beeinträchtigen. Zarte Stoffe, Unterwäsche und ähnliche Stoffe gehören wahlweise ins Wäschesäckchen oder in einen einfachen Kopfkissenbezug. Das gilt besonders für Bügel-BHs. Der Metallbügel der BHs können sonst in die Wäschetrommel rutschen und sich auf den Weg ins Innere der Waschmaschine machen.

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Flecken sollten wenn möglich sofort entfernt werden. Vor dem Griff zum Fleckenentferner helfen auch bekannte Hausmittel. Wer beispielsweise Rotweinflecken mit Salz behandelt oder das mit Kaugummi verklebte Shirt kurz im Gefrierfach lagert, spart sich spezielle Reiniger. Sind die Flecken hingegen erst einmal eingetrocknet, müssen meist chemische Reinigungsmittel verwendet werden.

Gartengeräte
© Unsplash

Gartengeräte richtig reinigen

Um die Lebensdauer von Rasenmähern zu erhöhen, sollten sie das ganze Jahr überdacht und trocken gehalten werden. Vor allem vor dem ersten Frost sollten sie ins Winterquartier, wie z.B. den Schuppen oder die Garage gebracht werden.

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Die vorherige Reinigung – Grasreste abbürsten und die Klinge ölen – garantiert einwandfreie Funktionstüchtigkeit im Frühjahr. Bei den mit Benzin angetriebenen Mähern sollte bei längerer Stehzeit der Treibstoff abgelassen werden, bei den Akku-Mähern ist es ratsam den Akku trocken und ebenfalls frostfrei zu lagern.

Bei Gartenscheren sollte besonderes Augenmerk auf die Reinigung gelegt werden. Mit heißem Seifenwasser gereinigt und gänzlich getrocknet, leistet die Gartenschere lange gute Dienste. Sind diese Gartengeräte mit Schrauben einstellbar, dann sind diese eventuell nachzuziehen.

Garantie oder Gewährleistung?

Bei der Garantie räumt ein herstellendes oder verkaufendes Unternehmen unter bestimmten Bedingungen ein Entgegenkommen im Reklamationsfall ein. Diese Vereinbarungen sind freiwillig und in aller Regel in Garantiebedingungen festgehalten; meist gibt es auch einen Garantieschein.

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Gewährleistung hingegen ist die gesetzlich vorgesehene Haftung des verkaufenden Unternehmens für Mängel, die bereits beim Kauf vorhanden waren. Sie tritt in Kraft, wenn sich einige Zeit nach dem Kauf eines Produktes herausstellt, dass es mangelhaft ist. Die Gewährleistung gilt allerdings nur dann, wenn der Mangel nicht von der Person, die den Gegenstand gekauft hat, verursacht wurde und der Mangel nicht länger als 6 Monate nach dem Kauf bemerkt wurde.

Wenn die Gewährleistung in Kraft tritt, hat das Unternehmen vier Möglichkeiten zu handeln:

  • den Mangel beheben (z.B. Reparatur) oder
  • die mangelhafte Sache austauschen (gleiches, neues Produkt) oder
  • eine Preisminderung gewähren oder
  • die Sache gegen Rückzahlung des Kaufpreises zurück zu nehmen (Wandlung).

Ob das produzierende oder verkaufende Unternehmen den Mangel verschuldet hat oder nicht, ist dabei unwesentlich.

Hilfe & Information

Möchte man sich im Vorfeld bezüglich Garantie und Gewährleistung informieren oder kommt es zu Schwierigkeiten, bieten folgende Anlaufstellen professionelle Hilfe und Information:

Kreislaufwirtschaft in der EU und Österreich

Als Beitrag zu den Bemühungen der EU um eine nachhaltige, CO2-arme, ressourceneffiziente und wettbewerbsfähige Wirtschaft hat die Europäische Union Ende 2015 einen Aktionsplan für eine Kreislaufwirtschaft verabschiedet. Bei einer stärker kreislauforientierten Wirtschaft geht es darum, den Wert von Produkten, Stoffen und Ressourcen innerhalb der Wirtschaft so lange wie möglich zu erhalten und möglichst wenig Abfall zu erzeugen.

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Die Kreislaufwirtschaft ist eine Alternative zur linearen Wirtschaft (produzieren, verwenden, wegwerfen). Dabei werden die Ressourcen so lange wie möglich genutzt, der maximale Wert wird in der Nutzungsphase herausgeholt und am Ende der Lebensdauer werden die Produkte und Ressourcen verwertet und wiederverwendet.

Seit September 2017 dürfen beispielsweise nur noch Staubsauger auf den Europäischen Markt, deren Motor nach Herstellerangabe mindestens 500 Betriebsstunden hält.

Das Österreichische Abfallwirtschaftsgesetz aus dem Jahre 2002 (AWG 2002) bildet die Basis der österreichischen Abfallwirtschaft und hat unter anderem das Ziel, schädliche und nachteilige Einwirkungen auf Mensch, Tier und Pflanzen zu vermeiden. In diesem Gesetz findet sich auch die Abfallhierarchie, welche die gesamte Herangehensweise in der Abfallwirtschaft prägt. Auch in dieser fünfstufigen Hierarchie nimmt die Wiederverwendung einen sehr prominenten Platz ein und gilt, nach der Abfallvermeidung, als zweitwichtigstes Ziel.


Auf diese Labels und Gütezeichen sollten Sie achten

Die Kennzeichnung der Aspekte Langlebigkeit und Reparierbarkeit ist sehr wichtig, damit Konsumentinnen und Konsumenten dies bei ihrer Kaufentscheidung mit berücksichtigen können. Vor allem Gütezeichen wie das Österreichische Umweltzeichen, der Blaue Engel, das EU Eco-Label oder das Label ONR 192102 reparaturfreundliche und langlebige Produkte enthalten dieses Kriterium in ihren Richtlinien. Beim Kauf von Elektrogeräten sollte darüber hinaus auch auf ein recyclingorientiertes Design geachtet werden, denn nur solche Geräte können im Rahmen eines Recyclings auch effizient wiederverwertet werden.

  • Österreichisches Umweltzeichen: Die Grundlage für die Zertifizierung eines Produktes mit dem Österreichischen Umweltzeichen bilden Richtlinien mit verbindlichen Kriterien. Hinsichtlich langlebiger und reparierbarer Produkte sind u.a. Kriterien wie das einfache Tauschen von Akkus, die Ersatzteilversorgung über einen längeren Zeitraum oder Kundenservice-Telefon wichtig. Dabei wird überall der „Lebenszyklus-Ansatz“ angewendet. Das heißt es werden die Umweltauswirkungen sowohl beim Gebrauch, als auch bei der Herstellung und Entsorgung berücksichtigt. Dazu zählen der Rohstoff- und Energieverbrauch, die Toxizität der Inhaltsstoffe, Emissionen (Abgase, Abwasser, Lärm etc), Abfälle und Recyclingfähigkeit, Verpackung, Vertrieb und Transport.
  • Blauer Engel: Der Blaue Engel (deutsches Umweltzeichen) legt in vielen Produktgruppen das Augenmerk auch auf Langlebigkeit und Reparaturfreundlichkeit. So ist die leichte Austauschbarkeit von Akkus bei Notebooks und Mobiltelefonen eine wichtige Anforderung. Der Blaue Engel stellt auch Garantieanforderungen, die über gesetzliche Vorgaben zur Gewährleistung hinausgehen und die Bereitstellung von Ersatzteilen nach Vermarktungsende einschließt. Das alles hilft den Verbraucherinnen und Verbrauchern und schützt vor kostspieligen Neuanschaffungen.
  • EU Eco-Label: Hersteller von PCs, Notebooks und Tablets müssen für eine Kennzeichnung mit dem EU-Umweltzeichen EU Eco-Label Vorgaben zur Energieeffizienz und Upgrade-Fähigkeit der Produkte erfüllen und zudem bei der Produktion auf die Wiederverwendbarkeit der einzelnen Bestandteile achten. Bei der Kennzeichnung von Möbeln geht es beispielsweise um die Verwendung gefährlicher Bestandteile.
  • ONR 192102 reparaturfreundliche und langlebige Produkte: Mit der ONR 192102 (ÖNORM des Austrian Standard Instituts) werden Kriterien für ein Gütezeichen für langlebige, reparaturfreundlich konstruierte Elektrogeräte im Haushalt (Weißware) und Unterhaltungselektronik (Braunware) festgelegt.
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