Ratgeber10 Tipps für nachhaltiges Wohnen Nachhaltig zu wohnen bedeutet nicht, dass du große Umbauten machen oder groß investieren musst. Vieles lässt sich sofort im Alltag umsetzen – Anderes wirkt langfristig durch gezielte Anpassungen. Entdecke, wie du dein Zuhause in drei Stufen nachhaltiger gestalten kannst: von einfachen Sofortmaßnahmen bis zu Verbesserungen mit langfristigem Nutzen. Was bedeutet Wohnen? Wohnen Wohnen umfasst die grundlegenden Bedingungen unseres Lebensraums: Raumklima, Materialien, Energieverbrauch, Gesundheit und langfristige Wohnqualität. Es geht darum, wie ein Zuhause funktioniert — wie gut es Wärme speichert, wie gesund die Raumluft ist, wie effizient Ressourcen genutzt werden und wie nachhaltig der Alltag darin gestaltet werden kann. Das Einrichten eines Wohnraumes hingegen umfasst die Auswahl von Möbeln, Farben und Stilen, um den Raum funktional und ästhetisch zu gestalten. Du möchtest mehr über nachhaltige Einrichtung erfahren? Dann schau in unserem Ratgeber 12 Tipps für nachhaltiges Einrichten vorbei. Warum ist Nachhaltigkeit beim Wohnen wichtig? Energie und Kosten sparen Im Schnitt fallen 70% der im Haushalt verbrauchten Energie auf das Heizen. Bei einer Reduktion der Temperatur um nur 2 Grad Celsius, kannst du deine Heizkosten um bis zu 12% reduzieren. Quelle: klimaaktiv.at Emissionen senken Laut dem 2024 Global Status Report for Buildings and Construction machen die Emissionen im Gebäude- und Baubereich 34% der globalen CO2-Emissionen aus. In unserem täglichen Alltag verbrauchen wir Energie für Raumwärme und Warmwasser. Aufgrund von effizienteren Heizystemen und warmen Temperaturen im Jahr 2024 gingen die Emissionen im Bereich der Gebäude um 8,6% zurück. Das Potenzial für weitere Einsparungen ist aber weiterhin groß. Quelle: Buildings Global Status Report 2024/2025 (S. 30); bmluk.gv.at Anpassung an den Klimawandel Durch Maßnahmen wie effizientes Heizen und Kühlen können wir uns an die Auswirkungen des Klimawandels anpassen. Korrektes Lüften und Abdunkeln der Räume, machen Hitzetage erträglicher. Eine gute Dämmung hält die Hitze im Sommer draußen und verringert im Winter den Heizbedarf. Was du sofort im Alltag ändern kannst Aufwand und Kosten: gering Wirkung: leichte Kosteneinsparungen, Ressourcenschonung, besseres Raumklima für deine Gesundheit Schon kleine Veränderungen im täglichen Verhalten können Energie sparen, das Raumklima verbessern und Ressourcen schonen. Und das (fast) ganz ohne Belastung deiner Geldbörse. 1. Heize und Lüfte richtig Wie wir heizen und lüften beeinflusst den Energieverbrauch stärker als wir oft vermuten. Mit ein paar einfachen Handgriffen kannst du Strom und Energie sparen: Senke deine Raumtemperatur: Bereits 1 Grad weniger spart rund 6 % Heizenergie. Bei herkömmlichen Thermostaten mit einer fünfstufigen Skala reicht ein Herunterdrehen von Stufe 3,5 auf Stufe 3. Maßnahmen gegen Wärmeverluste: Diese kleinen Handgriffe kosten wenig Zeit und haben eine sofortige Wirkung: Achte darauf Heizkörper nicht mit Möbeln oder Vorhängen zu verdecken und entlüfte sie regelmäßig. Stoppe Zugluft etwa mit Dichtungsbändern oder Türschlangen. Schließe Türen zwischen warmen und kühlen Räumen z.B. zwischen Wohnraum und dem Eingangsbereich oder Fluren. So bleibt die Wärme dort, wo sie gebraucht wird und Heizenergie wird effizienter genutzt. Sollte es keine Tür zu den kühleren Bereichen geben, kann im Winter auch ein dicker Vorhang Abhilfe schaffen. Stoßlüften statt Fenster kippen: Öffne deine Fenster mehrmals täglich für 5–10 Minuten. Dadurch wird verbrauchte Luft schnell ausgetauscht, ohne dass Wände und Möbel auskühlen. Auch im Winter ist lüften wichtig: In der kalten Jahreszeit lüftest du am besten tagsüber und etwas kürzer, um Heizenergie zu sparen. Tipp: Auf klimaaktiv.at findest du für jeden Wohnraum Temperaturempfehlungen und weitere Tipps für energiesparendes Heizen. 2. Setze Licht effizient ein Die Wahl von Beleuchtungsmitteln bietet großes Einsparpotenzial und dafür musst du gar nicht viel tun. Verwende LED-Leuchtmittel: LEDs verbrauchen deutlich weniger Strom und halten wesentlich länger als herkömmliche Lampen. Licht aus! Beleuchte nur genutzte Räume: Bewusstes Ein- und Ausschalten von Lampen reduziert den Stromverbrauch. Überlege dir, wo du Licht benötigst: Anstatt den ganzen Raum voll zu beleuchten, kannst du dir überlegen, wo du bei Dunkelheit am häufigsten eine gute Ausleuchtung benötigst. Die gezielte Beleuchtung einzelner Bereiche spart nicht nur Energie, sondern kann auch für eine gemütliche Atmosphäre sorgen. Tipp: Auf klimaaktiv.at findest du weitere Informationen zur Wahl der richtigen Leuchtmittel für Unternehmen. Die Tipps lassen sich aber auch gut in deinem Zuhause anwenden. 3. Halte das Raumklima stabil Ein gesundes Raumklima verbessert Wohlbefinden und Wohnqualität. Luftfeuchtigkeit beobachten: Die ideale Luftfeuchtigkeit in Innenräumen liegt zwischen 40-60 %. Doch woher wissen wir, ob unser Raumklima diesen Bereich erfüllt? Mit einem sogenannten Hygrometer – einem Messgerät, das die Luftfeuchtigkeit misst – kannst du den Überblick behalten. Schimmelrisiken vermeiden: Lüfte nach dem Duschen oder Kochen konsequent, um Feuchtigkeit abzuführen. Wenn du im Badezimmer keine Möglichkeit zum Lüften hast, ist eine Lüftungsanlage essenziell. Achte darauf sie während oder nach dem Duschen zu aktivieren. Hier erfährst du, wie du die Ursachen für Schimmel herausfinden und deren Ursachen bekämpfen kannst. Staub reduzieren: Regelmäßiges Reinigen verbessert die Raumluft und reduziert Schadstoffbelastungen. Für Hausstauballergiker kann ein spezieller HEPA-Filter für Staubsauger oder auch ein Luftreiniger Sinn machen. 4. Verwende schadstofffreie Materialien im Alltag Nachhaltiges Wohnen bedeutet nicht nur, effizient zu wohnen und zu handeln, sondern auch auf die eigene Gesundheit zu achten. Bei der Wahl von Farben, Putzmitteln oder Duftsprays ist es ratsam auf die Inhaltsstoffe zu achten. Denn weniger Schadstoffe bedeuten bessere Luftqualität und ein gesünderes Zuhause: Verwende lösemittelfreie oder ökologische Putzmittel ohne starke Chemikalien. Das schützt nicht nur deine Haut, sondern auch die Umwelt. Bei Putzmitteln kannst du auf das anerkannte Cleanright-Siegel achten. Vermeide Duftsprays mit Chemikalien. Duftsprays überdecken zwar unangenehme Gerüche, verbessern jedoch die Luftqualität an sich nicht. Manche Duftsprays bringen chemische Stoffe in die Raumluft, die Symptome wie Kopfschmerzen oder Reizungen der Atemwege auslösen können (raumluft.org). Setze daher auf Duftsprays mit natürlichen Inhaltsstoffen wie zum Beispiel ätherischen Ölen von Früchten und Kräutern. Mehr dazu erfährst du in unserem Beitrag „Spray drüber?“. Du findest einen Fleck auf deiner Wand? Wähle Naturfarben, um kleine Flächen nachzustreichen. Wenn du den Heizkörper nur um 1 Grad zurückdrehst, kannst du schon bis zu 6% Heizkosten sparen.© Envato Gezielte Beleuchtung von Bereichen spart nicht nur Strom, sondern sorgt auch für Gemütlichkeit.© Envato Ein Hygrometer misst die Luftfeuchtigkeit in deinem Raum. So kannst du das Raumklima stabil halten und Schimmel vermeiden.© Envato Tipps für kleine Umbauarbeiten oder kostengünstige Anschaffungen Aufwand und Kosten: mittel Wirkung: Verbesserung von Raumklima, Beleuchtung und Dämmung Mit überschaubaren Investitionen lassen sich Komfort und Nachhaltigkeit deutlich steigern. 1. Wähle nachhaltige Wandfarben Wandfarben oder Tapeten verändern nicht nur das Raumgefühl, sondern beeinflussen auch die Qualität der Innenraumluft. Bei der Wahl der richtigen Farbe, denken wir aber auch an die Auswirkungen auf unsere Gesundheit. In manchen Wandfarben sind Konservierungsstoffe enthalten, die verhindern sollen, dass die Farbe im Kübel eintrocknet. Viele der dabei verwendeten Stoffe können Allergien, Hautreizungen oder Atemprobleme hervorrufen. Bevorzuge daher mineralische und schadstoffarme Wandfarben, wie zum Beispiel Kalkfarben, Lehmfarben oder Kaseinfarben. Weitere natürliche Farben findest du in unseren Beiträgen: Der Wohnung einen neuen Anstrich geben – nachhaltige Wandfarben und Bewusst streichen: Farben und Lacke für gesunde Wohnräume. Für ein besonders ausgeglichenes Raumklima empfehlen wir dir zu sogenannten diffusionsoffenen Anstrichen zu greifen. Solche Anstriche sorgen dafür, dass die Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk nach außen entweichen kann. Dazu zählt zum Beispiel die Lehmfarbe. 2. Überleg dir ein Beleuchtungskonzept Ein durchdachtes Lichtkonzept spart dauerhaft Energie. Abgesehen von LED-Lampen und der gezielten Beleuchtung von Bereichen, kannst du mit ein paar kleinen Investitionen einen Unterschied machen. Ersetze alte Lampen durch effizientere Modelle. Du vergisst oft das Licht abzudrehen? Lege dir Timer oder Bewegungssensoren zu. Diese eignen sich besonders für Bereiche wie den Flur den Keller oder Außenbereiche. Hol dir mit Spiegeln oder hellen Wandfarben mehr Tageslicht in deine Räume und reduziere so den Bedarf an künstlicher Beleuchtung. Helle Wandfarben reflektieren Licht und lassen deine Räume erstrahlen. 3. Führe kleine Dämmmaßnahmen durch Durch effizientes Heizen und Lüften kannst du bereits etwas an Heizkosten und Energie sparen. Falls du mehr investieren möchtest, kannst du durch gezielte Dämmmaßnahmen noch mehr Energie sparen. Meist gleichen sich die Ausgaben durch die Einsparung an Heizkosten schnell aus. Prüfe, ob deine Heizungsrohre gut gedämmt sind und bessere bei Bedarf nach. Dichte Fenster und Türen mit Dichtungsbändern ab z.B. Bürstendichtungen oder Türschlangen gegen Zugluft. Setze Vorhänge und Teppiche an Stellen ein, die für Kälte in deinem Raum sorgen könnten. Kreidefarben, Lehmfarben oder auch Kaseinfarben sind nachhaltige Alternativen zu konventionellen Anstrichen.© Envato Falls du öfter vergisst das Licht auszuschalten, können auch Bewegungsmelder helfen.© Envato Schon einfache Maßnahmen wie dicke Vorhänge können die Wärme im Raum halten.© Envato Tipps mit langfristiger Wirkung Aufwand und Kosten: hoch Wirkung: Dauerhafte Verbesserung von Dämmung und Bausubstanz, Senkung Heizenergiebedarf Wer renoviert oder modernisiert, kann nachhaltiges Wohnen dauerhaft verankern. Wir versprechen dir: der Aufwand zahlt sich aus. 1. Dichte deine Fenster ab oder tausche sie Fenster zählen zu den größten Wärmeverlustquellen. Achte daher auf eine gute Abdichtung und Qualität. So sparst du nicht nur Energie, sondern verringerst auch die unangenehme Zugluft. Falls du deine alten Fenster nicht tauschen kannst, kann auch eine neue Abdichtung die Energiebilanz verbessern. Besonders wichtig ist auch, dass deine Fenster richtig eingestellt sind, damit sie gut schließen und keine Zugluft durchkommt. Ein Fenstertausch von alten auf neue Fenster mit guter Wärmedämmung reduziert den Energieverbrauch erheblich. 2. Beauftrage große Dämmaßnahmen von Fassade, Dachboden oder Innenräumen Eine neue Dämmung von Dachböden oder der Fassade wirkt sich besonders stark auf den Heizenergiebedarf aus. Die Dämmung sorgt für stabile Innentemperaturen sowohl im Winter als auch im Sommer und bringt so langfristige Kosteneinsparungen. Du wohnst in einem Altbau und eine Fassadendämmung ist beispielsweise aufgrund von Denkmalschutz nicht möglich? Dann könnte eine Innendämmung eine gute Lösung sein. Dabei ist besonders auf eine korrekte Ausführung zu achten. Hol‘ dir daher am besten Unterstützung von einem Profi. 3. Lasse den Wandaufbau erneuern Bevor du mit einer größeren Sanierung startest, lohnt es sich von Beginn an einen ganzheitlichen Ansatz zu verfolgen. So entsteht ein langlebiges, gesundes und energieeffizientes Wohnumfeld. Auch hier solltest du auf eine professionelle Beratung von Expert:innnen setzen und dir Unterstützung bei der Umsetzung holen. Setze nachhaltige Putze und ökologische Bauplatten ein. Verwende atmungsaktive Systeme wie zum Beispiel Holzfaserplatten, Zellulose oder Lehm- oder Kalkputz. Denke daran ein gutes Konzept zur Feuchtigkeitsregulierung und Wärmeschutz zu entwickeln. Ein Fenstertausch kann wahre Wunder wirken. Richtig abgedichtet, bleiben Hitze und Kälte draußen.© Canva Falls eine Fassadendämmung keine Option ist, können auch die Innenräume gedämmt werden.© Canva Für einen neuen Wandaufbau solltest du dir Unterstützung von Profis holen.© Canva Nachhaltig wohnen beginnt mit kleinen Schritten Nachhaltiges Wohnen ist kein einmaliges Projekt, sondern ein Prozess. Schon einfache Alltagsmaßnahmen sparen Energie und verbessern das Raumklima. Mittlere Anpassungen erhöhen Komfort und Effizienz, während größere Sanierungen langfristig Umwelt und Geldbörse entlasten. Wer Schritt für Schritt vorgeht, kann sein zu Hause nachhaltig, gesund und zukunftsfähig gestalten — ohne alles auf einmal verändern zu müssen. teilen teilen teilen E-Mail Was dich noch interessieren könnte Zurück Nachgefragt Klimafreundlich leben mit "trastic" Ratgeber Nachhaltige Holzmöbel: darauf solltest du achten Ratgeber Umweltfreundliche Tapeten für ein gutes Raumklima Ratgeber Bewusst streichen: Farben und Lacke für gesunde Wohnräume Ratgeber Welcher Bodenbelag passt? Stärken, Schwächen und worauf es ankommt Ratgeber 12 Tipps für nachhaltiges Einrichten Nachgefragt Klimafreundlich leben mit "PulpStack" Weiter