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RatgeberNachhaltige Holzmöbel: darauf solltest du achten

Möbel begleiten Wohnräume oft über viele Jahre. Sie prägen nicht nur das Erscheinungsbild, sondern haben auch Einfluss auf Ressourcenverbrauch, Raumklima und Gesundheit. Wer beim Kauf auf Holzherkunft, Schadstofffreiheit und Qualität achtet, unterstützt den Klimaschutz und schafft ein dauerhaft gesundes Wohnumfeld.

Gerade beim Kauf von Holzmöbeln spielen Herkunft und Gewinnung des Rohstoffs eine zentrale Rolle. Holz ist einer der wichtigsten nachwachsenden Rohstoffe – auch in Österreich – und gewinnt angesichts der Klimakrise zunehmend an Bedeutung. Wälder regulieren das Klima und binden große Mengen CO2.

Nachhaltig sind Möbel aus Holz, das aus legaler, umweltgerechter und sozial verantwortungsvoller Waldbewirtschaftung stammt. Dabei wird auf Raubbau und großflächigen Kahlschlag verzichtet, ökologische Funktionen bleiben erhalten und soziale Standards werden eingehalten.

Tipp vorab: Erkundige dich im Möbelgeschäft am besten einfach, woher das Holz stammt, wo und wie es verarbeitet wird oder was bei Kratzern oder Ähnlichem zu tun ist.

Achte auf…

1. Heimische Holzarten

Einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Regenwälder leistest du, wenn du Möbel aus heimischen Holzarten kaufst und auf Tropenholz verzichtest. Besonders geeignet sind unter anderem: Buche, Ahorn, Esche, Eiche, Kirsche, Zirbe oder Birke.

Tropenhölzer sind häufig mit langen Transportwegen, illegalem Einschlag und der Zerstörung sensibler Ökosysteme verbunden. Jährlich gehen Millionen Hektar Waldfläche durch kommerzielle Abholzung verloren – oft durch illegale Rodungen in Regenwaldgebieten. Dabei werden wertvolle CO2‑Speicher zerstört und zahlreiche Tier‑ und Pflanzenarten gefährdet.

2. Schadstoffarme Materialien und Oberflächen

Möbel beeinflussen die Raumluft über viele Jahre. Je nach Herstellungsverfahren und Verarbeitung können sie Schadstoffe freisetzen, die das Raumklima belasten und langfristig gesundheitliche Auswirkungen haben.

Vor allem Holzwerkstoffe wie Spanplatten enthalten häufig Formaldehyd oder Phenole. Auch Vorprodukte wie Lacke, Leime oder Öle können problematische Substanzen beinhalten. Besonders kritisch sind Stoffe wie PCP, Lindan, TBTO oder Dioxine, die krebserzeugend oder erbgutverändernd wirken und die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen können.

3. Unbehandelte oder schonend behandelte Oberflächen

Eine Möglichkeit, Schadstoffe zu vermeiden, sind unbehandelte Holzoberflächen, die gehobelt statt lackiert sind. Diese geschnittenen Oberflächen sind oft auch ohne Beschichtung geschlossen und gut nutzbar. Behandelte Holzoberflächen sind vor allem im Außenbereich sinnvoll, um das Material vor Witterungseinflüssen zu schützen. Dabei sollte jedoch auf schadstofffreie Behandlungsmittel geachtet werden.
Mit Leinöl lassen sich Holzmöbel natürlich und effektiv ölen. Dabei solltest du das Holz anschleifen, mit Wasser befeuchten und dann nochmal kurz nachschleifen. Danach kannst du das Leinöl auftragen.
Das Österreichische Umweltzeichen oder der Blaue Engel sind Gütezeichen für eine nachhaltige Wahl von Ölen und Beschichtungen.

Tisch aus Holz
Möbel aus Holz sind langlebig, reparierbar und können über Generationen hinweg genutzt werden.© envato

Labels helfen dir bei der Orientierung

Gütezeichen helfen dabei, schadstoffarme und umweltfreundlich hergestellte Möbel zu erkennen. Bekannte Labels sind zum Beispiel das FSC und das PEFC-Label. Beide setzen sich für eine nachhaltige Waldwirtschaft ein, müssen sich aber in manchen Punkten noch verbessern. Das FSC-Label steht unter anderem in der Kritik, Urwälder abzuholzen und sich an industriellen Waldwirtschaftsprojekten zu beteiligen. Bei PEFC steht das schwache Kontrollsystem unter Kritik. Darüber hinaus kannst du dich auf folgende beide Labels verlassen:

  • das Österreichische Umweltzeichen
  • der Blaue Engel

Möbel mit dem Österreichischen Umweltzeichen unterliegen beispielsweise strengen Kriterien: Der Anteil gesamt flüchtiger organischer Kohlenwasserstoffe (TVOC) in Behandlungsmitteln ist auf maximal 10 % begrenzt. Halogenierte Lösungsmittel, Flammschutzmittel und aromatische Kohlenwasserstoffe sind ausgeschlossen. Der Einsatz von Kobaltverbindungen sowie Blei, Cadmium oder Chrom VI ist stark begrenzt.

Generell: Setze auf langlebige Möbel

Möbel aus massivem Holz eignen sich meist gut für Reparaturen und lassen sich oft gut ausbessern: Kratzer im Holz können beispielsweise geschliffen oder geölt werden, lose Verbindungen nachgezogen oder Oberflächen neu behandelt werden. Auch Polster oder Bezüge lassen sich bei vielen Möbelstücken austauschen oder erneuern.

Massivholzmöbel eignen sich aufgrund ihrer Qualität auch sehr gut als Second-Hand-Möbel.

Im Gegensatz dazu sind Möbel aus minderwertigen Holzwerkstoffen oder mit stark verklebten Konstruktionen oft kaum instand zu setzen. Wer also auf eine sorgfältige und stabile Verarbeitung achtet, kann Möbel über viele Jahre – oder sogar Generationen – hinweg nutzen. Und wer freut sich nicht, über ein schönes Erbstück?