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Ratgeber

Pflanzenschutz und Düngemittel

Um Ihre Pflanzen nachhaltig vor schädlichen Organismen zu schützen, empfiehlt es sich irgendeine Form von Pflanzenschutzmittel zu verwenden. Hier gibt es eine große Bandbreite an unterschiedlichen Herangehensweise und Produkten, die jeweils andere Auswirkungen auf das Ökosystem in Ihrem Garten haben. Um sicherzugehen, dass die Artenvielfalt erhalten bleibt und Ihre Pflanzen die höchstmögliche Qualität aufweisen, ist es ratsam auf biologischen Pflanzenschutz zu setzen - dies gilt auch für Substrate und Düngemittel.

Substrate & Düngemittel

Worauf Sie achten sollten

  • Torffreie Blumenerde
    • Achten Sie bei Blumenerde auf die Aufschrift „ohne Torf“.
    • Torf ist der Stoff aus dem Moore bestehen. Mit dem Kauf von torffreier Erde schützen Sie diese wertvollen Naturlandschaften, die einen großen Teil des Kohlenstoffs auf der Erde binden.
  • Richtige Menge
    • Kaufen Sie nur so viel Blumenerde, wie Sie in einer Saison auch verbrauchen.
    • Denn die fertigen Substrate sind nur für eine Saison konzipiert und zersetzen sich mit der Zeit.
  • Regelmäßiges Nachdüngen
    • Blumenerden enthalten bereits eine gewisse Düngermenge. Diese wird jedoch im Laufe der Zeit von den Pflanzen aufgebraucht. Eine regelmäßige Nachdüngung ist deshalb erforderlich.
    • Hinweise zur Düngung finden Sie auf der Rückseite der Blumenerdenverpackungen.
  • Natürlichen Bio-Dünger
    • Verwenden Sie nur natürliche, organische Bio-Dünger aus der Region.
    • Ihre Nährstoffe können die Pflanzen langsam und bei Bedarf aufnehmen.
Blumenerde in Schaufel
© Blumenerde

Die richtige Blumenerde

Die wichtigste Voraussetzung für den Erfolg beim Pflanzenanbau ist die Wahl der richtigen Blumenerde. Sie kann aus unterschiedlichen organischen und mineralischen Materialien wie z.B. Torf, Ton, Rindenhumus, Substratkompost oder Sand bestehen.

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Dabei gilt es qualitativ hochwertige Produkte zu kaufen, die die Umwelt nicht zusätzlich belasten. Der Großteil der konventionellen Blumenerde besteht aus Hochmoortorf. Für den Abbau werden jedoch großflächige Moorlandschaften zerstört, die einen großen Beitrag dazu leisten, den Kohlenstoff auf der Erde zu binden. Daher sollte bevorzugt torffreie Erde verwendet werden, wobei hier anzumerken ist, dass Bio-Erde nicht gleich torffrei sein muss.

Damit Pflanzen gut gedeihen brauchen sie, zusätzlich zu einem gesunden Boden, eine gute Versorgung mit Nährstoffen, sogenannten Düngemitteln. Sie werden von der Pflanze zum Wachstum und zur Aufrechterhaltung des pflanzlichen Stoffwechsels benötigt.

  • Achten Sie beim Düngen immer auf die richtige Dosierung. Für sogenannte „Schwachzehrer“ wie Blumen oder Kräuter gilt zum Beispiel: Eine Schaufel hochwertiger Kompost pro m² und Jahr reicht aus. Dabei werden insbesondere organische Dünger wie Kompost, Hornspäne, Kräuterextrakte oder Regenwurmkompost empfohlen, die das Bodenleben und den Humusaufbau fördern. Humus speichert nämlich besonders viel Kohlenstoff im Boden und trägt damit zum Klimaschutz bei.
  • Verwerten Sie auch Ihre eigenen biogenen Küchenabfälle mit Hilfe von Regenwürmern zu Regenwurmhumus. Für weniger erfahrene Gärtner tut es auch ein herkömmlicher Komposthaufen im Garten.

Mensch hantiert im Garten
© Unsplash

Optimaler Standort und regelmäßiges Gießen

Gesunde Pflanzen erhält man nicht nur durch die Zufuhr von Düngemitteln, sondern auch durch die passende Auswahl der Pflanzen für den jeweiligen Standort. Außerdem sollte auf regelmäßigen Fruchtwechsel, Mischkulturen sowie die richtige Bodenbearbeitung geachtet werden.

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Darüber hinaus fördern Pflanzenstärkungsmittel die Gesundheit der Pflanzen. Verwenden Sie Stärkungsmittel allerdings immer nur bei Bedarf und in Maßen. Die Ursache für schlechtes Pflanzenwachstum ist häufiger eine Düngemittelüberversorgung als ein Mangel.

Denken Sie an das regelmäßige Gießen. Prüfen Sie vorher, ob die Erde im Pflanzgefäß bereits trocken ist. Vielfach werden Pflanzen nämlich zu viel gegossen. Ein „Mulchen“ der Pflanzen setzt die Verdunstung vom Wasser im Boden herab und unterdrückt zusätzlich das Unkrautwachstum. Für das „Mulchen“ eignet sich neben Rindenmulch auch Stroh und Heu bzw. Flachsschäben.

Klassifizierung von Blumenerde

KS I: Kultursubstrate mit geringem und mittlerem Nährstoffbedarf, z.B. Aussaat und Anzuchterden, da Keimlinge und Setzlinge empfindlicher sind als umzutopfende Pflanzen
KS II: Kultursubstrate mit höherem Nährstoffbedarf z.B. die meisten Blumenerden
KS III: Kultursubstrate für Moorbeetpflanzen (z.B. für Rhododendron und Azaleen) niedrig gedüngt mit saurem pH-Wert
KS IV: Kultursubstrate für Sonderkulturen z.B. Kakteen, Epiphyten und Orchideenerde


Pflanzenschutzmittel

Worauf Sie achten sollten

  • Biologische Mittel und Nützlinge aus Österreich
    • Diese müssen für die Anwendung in Ihrer Region vorgesehen und zugelassen sein. Die Agentur für Gesundheit und Ernährung (AGES) prüft alle in Österreich erhältlichen Nützlinge.
    • Reicht ein natürlicher Pflanzenschutz durch Nützlinge nicht aus, sollten ausschließlich biologische Mittel eingesetzt werden. Das sind zum Beispiel Produkte auf natürlicher, pflanzlicher Basis wie Fenchelöl, Pechnelkenextrakt, Präparate auf Rapsölbasis, Algenextrakt oder Schmierseifen.
  • Natürliche Materialien und zertifizierte Anbieter
    • Bevorzugen Sie nach Möglichkeit beim Kauf von Nistplätzen Produkte aus natürlichen Materialien wie Holz, da diese in den Naturkreislauf rückgeführt werden können.
    • Verzichten Sie auf nicht zertifizierte Anbieter, die mit Bezeichnungen wie „natürlich“ oder „nützlingsschonend“ locken.
  • Pflanzenschutzvorrichtungen
    • Eine Alternative mit der Sie komplett auf Spritzmittel verzichten können, sind mechanische Pflanzenschutzvorrichtungen. Schneckenzäune (am besten aus Stahlblech oder Kupfer), Abdeckfolien, Insektengitter und Ameisen- bzw. Wühltierabwehrgeräte schützen ohne zusätzliche Stoffe.
Vogelnest in Baum
© Unsplash

Biologische Pflanzenschutzmittel

Anstatt Schädlinge durch chemische Mittel von Ihren Pflanzen fernzuhalten, können Sie Ihren Garten das selber erledigen lassen. Sogenannte Nützlinge und auch bestimmte Viren werden als natürliche Feinde eingesetzt, um Schädlinge zu vernichten. Viele Nützlinge kommen in Gärten mit großer Artenvielfalt sowieso vor, manchmal ist es jedoch notwendig diese gezielt zu fördern.

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Auch Vögel und Insekten sind ein guter Pflanzenschutz, doch in vielen Fällen fehlen die geeigneten Verstecke und Nistplätze. Durch das Anbringen von Vogelnistkästen, Futtersystemen oder Insektenhotels (z.B. ein alter Baumstamm mit vielen Löchern) kann die Artenvielfalt in einem Garten gefördert werden.

Frau spritzt Pflanzen
© Unsplash

Chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel (Pestizide)

Die Wirksamkeit dieser Produkte beruht auf einer Erhöhung der Widerstandskraft der Pflanzen gegen Schadorganismen. Es handelt sich dabei meist um anwendungsfertige Produkte bzw. Konzentrate, die mit Wasser verdünnbar sind.

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Alle Produkte durchlaufen ein langes Zulassungsverfahren, in dem die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt getestet werden. Trotzdem äußern Umweltschutz-Organisationen häufig Bedenken gegen weit verbreitete Pestizide. Sie schreiben ihnen negative Einwirkungen auf Mensch und Umwelt zu. Daher sollten sie vor allem in Innenräumen möglichst wenig verwendet werden. Um sicherzugehen, dass Pflanzenschutzmittel ökologisch und toxikologisch unbedenklich sind, empfiehlt es sich nur zertifizierte Produkte zu kaufen. Einige Pflanzenschutzmittel sind beispielsweise durch das Österreichische Umweltzeichen ausgezeichnet.

Wichtig für die Handhabe von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln:

  • Nicht bei praller Sonne spritzen, sonst kann es Verbrennungen geben
  • Nur auf trockene Pflanzen spritzen
  • Vor allem Blattunterseiten behandeln, da hier die meisten Schädlinge sitzen
  • Spritzmittel nur nach Gebrauchsanleitung anwenden, da eine zu hohe Dosierung zu Pflanzenschäden führen kann

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