© unsplash KategorienTippsWenn’s summt und surrt: Wie du dich vor Gelsen schützt, ohne der Natur zu schaden Der Sommer ist da, und mit ihm oft auch die unliebsamen „Mitbewohner“ wie die Gelsen. Sie können ganz schön auf die Nerven gehen, doch glücklicherweise gibt es zahlreiche Wege, dich zu schützen, ohne der eigenen Gesundheit oder der Umwelt zu schaden. Umweltfreundliche Gelsenschutz-Mittel im Vergleich Der beste Schutz ist immer der, der der Natur am wenigsten schadet. Beginne mit präventiven Maßnahmen, um Insekten gar nicht erst anzulocken oder in die eigenen vier Wände zu lassen. Physische Barrieren: Fliegengitter an Fenstern und Türen sind äußerst wirksam, um fliegende Lästlinge draußen zu halten. Moskitonetze über dem Bett bieten zusätzlichen Schutz, besonders bei hohem Gelsendruck. Langärmelige, weite und stichfeste Kleidung in hellen Farben schützt im Freien, da Gelsen dunkle Kleidung bevorzugen. Einige Outdoormarken bieten mittlerweile auch Kleidung mit engmaschigen Geweben für mechanischen Stichschutz an. Vermeide Brutstätten: Gelsenlarven brauchen stehendes Wasser. Decke Regentonnen ab, leere Gießkannen aus und wechsel täglich das Wasser in Kinderplanschbecken und Vogeltränken. Gartenteiche regulieren sich meist selbst durch natürliche Fressfeinde wie zum Beispiel Fische, Vögel und Frösche. Natürliche Gelsen-Abwehrmittel (zum Auftragen oder Aufstellen): Mache dich frisch! Gelsen werden von Schweiß und Körpergeruch angelockt. Aber denke daran: auch Parfüms oder duftende Pflegeprodukte können sie interessant finden. Ätherische Öle wie Lavendel, Eukalyptus, Katzenminze, Nelke, Zitrone, Minze, Sandelholz oder Salbei können Gelsen abschrecken. Gib ein paar Tropfen Bio-Öl auf ein Tuch, in eine Duftlampe oder auf einen Duftstein. Bei selbstgemachten Lotionen mit ätherischen Ölen sollten diese immer zuerst an einer kleinen Hautstelle getestet werden, da allergische Reaktionen auftreten können. Für Babys und Kleinkinder genügen einige Tropfen auf Bettwäsche oder Kleidung. Katzenminze enthält das Öl Nepetalacton, welches für Mücken sehr abstoßend wirkt. Es gibt sogar Rezepte, um eine Katzenminze-Tinktur selbst herzustellen. Räucherstäbchen und Duftkerzen oder Zitronen halbiert mit Duftnelken darin, können im Freien eine gewisse Wirkung zeigen. Achtung bei Kerzen und Räucherstäbchen! Klassische Kerzen belasten die Umwelt oft, da sie aus erdölbasiertem Paraffin oder palmölbasiertem Stearin hergestellt werden, dessen Gewinnung zur Zerstörung des Regenwaldes beitragen kann, und weil Zusatzstoffe wie Duftstoffe die Raumluft belasten. Eine umweltfreundlichere Alternative sind Bio-Kerzen auf Pflanzenölbasis. Auch viele herkömmliche Räucherstäbchen enthalten synthetische Chemikalien, künstliche Farbstoffe und Duftstoffe auf Erdölbasis, die schädliche flüchtige organische Verbindungen (VOCs) in die Luft abgeben und zu Reizungen führen können. Lichtgestaltung: Gelsen sehen gelbes Licht nicht. Verwende gelbe statt weißer Lampen, um Sitzplätze im Freien zu beleuchten. Klassischer Gelsenschutz und seine Probleme Auf dem Markt finden sich viele Mittel, die schnellen Schutz versprechen. Doch wo liegt das Problem bei solchen Repellents? Ein genauer Blick auf die Inhaltsstoffe und Wirkweisen lohnt sich. Woman apply mosquito repellent on hand© envato Inhaltsstoffe und Wirkweisen von chemischen Mückensprays (z. B. DEET, Icaridin, IR3535) DEET (Diethyl-Toluamid) ist zwar sehr wirksam, kann aber Haut- und Schleimhautreizungen, Hautirritationen und Nervenstörungen verursachen. Besonders bei Kindern kann es sogar zu Krämpfen kommen. Es ist ratsam, Produkte ohne DEET zu bevorzugen, besonders für Schwangere, Stillende und Kleinkinder, da DEET über die Plazenta und Muttermilch weitergegeben werden kann und Kunststoffe angreift. Icaridin ist eine besser verträgliche Alternative zu DEET und wirkt auch gegen Zecken. IR3535 (Ethyl Butylacetylaminopropionate oder EBAAP) hat sich als wirksames und am besten verträgliches Abwehrmittel gegen Stechmücken erwiesen. Es zeichnet sich durch eine deutlich geringere Toxizität aus, gilt als antiallergen und greift im Gegensatz zu DEET Kunststoffe nicht an. Produkte mit EBAAP können bereits bei Babys ab 6 Monaten, Schwangeren und stillenden Müttern bedenkenlos angewendet werden. Dieser Wirkstoff tötet die Plagegeister nicht, sondern hält sie lediglich fern. Einige Kleidungsstücke werden mit Permethrin imprägniert, was bis zu vier Wochen vor Mücken und zwei Wochen vor Zecken schützt. Hier wird der direkte Hautkontakt vermieden. Wichtig: Eine Kombination von Sonnencreme und Gelsenschutz sollte wenn möglich vermieden werden. Solltest du dennoch beides verwenden, trage die Sonnencreme immer vor dem Gelsenschutzmittel auf und lasse sie einziehen, da sonst die Wirksamkeit des Sonnenschutzes gemindert werden kann. Kombi-Präparate (Sonnenschutz mit Insektenschutz) sollten vermieden werden, um Wechselwirkungen zu verhindern. Larvenbekämpfung: Vermeide Wasseransammlungen im Garten wie z.B. volle Gießkannen, gefüllte Blumentopfuntersetzer oder offene Regentonnen, denn dort finden Gelsen Platz für ihre Larven. Beachte jedoch auch, dass Mückenlarven eine wichtige Funktion als Nahrungstiere in der Natur haben. © unsplash Klassische Gelsenschutz-Produkte und ihre Wirkung Elektrische Verdampfer oder Anti-Gelsen-Stecker Diese Geräte geben permanent Insektizide an die Raumluft ab. Die dauerhafte Belastung mit Chemikalien kann besonders für Kinder, Allergiker und Asthmatiker gefährlich sein und wird von Expert:innen nicht empfohlen. Gelsenpiepser (Ultraschall-Apps/Geräte) Obwohl sie für Menschen ungefährlich sind, haben Verbrauchertests gezeigt, dass diese hochfrequenten Töne keine Wirkung auf Gelsen haben. Insektengrills (UV-Leuchten mit Hochspannungsgitter) Diese sind gegen Gelsen nahezu wirkungslos – sie töten hauptsächlich harmlose nachtaktive Insekten wie Nachtfalter, die eigentlich nützlich sind. Zudem sind sie unhygienisch, da Insektenreste in der Luft verteilt werden können. Armbänder und Pflaster Auch der Mythos, dass Vitamine oder spezielle Insektenarmbänder Mücken fernhalten, stimmt nicht. Was tun bei Gelsenstichen? Juckreiz lindern mit Wärme. Spezielle Hitzestifte aus der Apotheke oder eine heiße Tasse (ca. 45°C) auf den Stich können die Proteine, die den Juckreiz verursachen, zerstören. Hausmittel: Roher Zwiebelsaft, Essig-Umschläge, Zitronensaft oder zerstoßene Spitzwegerichblätter können den Juckreiz lindern. Essigsaure Tonerde beruhigt Entzündungen um die Stichstelle. Wichtig: Die Haut muss unverletzt sein, um das Eindringen von Keimen zu verhindern. Nicht kratzen! Kratzen verschlimmert die Schwellung und kann zu Entzündungen führen. Hier findest du ein Interview mit dem österreichischen Startup „Holy Pit“, welches mit natürlichen und nachfüllbaren Gelsenschutzmitteln versucht den Markt zu revolutionieren. Hier findest du auch noch einen Gelsenschutzmittel-Test der AK Oberösterreich, wo 16 Sprays auf ihr Gesundheits-Gahrenpotenzial getestet wurden (2024). Quellen:Stadt Wien – Umweltfreundlicher Insektenschutzdie umweltberatung – Ohne Chemie gegen lästige Gelsenstiche; Umgang mit Ameisen, Motten & Cowir-leben-nachhaltig.at – Das hilft gegen Gelsenbergfreunde.at – Insektenschutz in der Natur – Was hilft wirklich? teilen teilen teilen E-Mail Was dich noch interessieren könnte Zurück Ratgeber Ideen für umweltbewusste Freizeitaktivitäten im Sommer von B…wie Besuch am Bauernhof bis W…wie Wandern Wissenswert Lichtverschmutzung und wie wir sie reduzieren können Wissenswert Nachhaltige Grillerei – ein kleines ABC Wissenswert Regionale Pilze aus Österreich: Nachhaltiger Fleischersatz mit kurzen Transportwegen Wissenswert Sommer, Sonne, Sonnenschutz Weiter