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Wissenswert

Cradle to Cradle in der Textilindustrie

„Cradle to Cradle“ verspricht einen ewigen Kreislauf ohne Abfälle, in dem Altes für Neues verwertet wird - der Gegensatz des bis heute vorherrschenden "Cradle to Grave" Wirtschaftsmusters. Das erfordert auch in der Textilindustrie ein grundsätzliches Umdenken.

Die Produktionsweise „Von der Wiege zur Wiege“ (Cradle to Cradle) kennzeichnet Produkte, die zyklische Nährstoffkreisläufe (z.B. recycelbar oder kompostierbar) vorsieht. So können einmal geschöpfte Werte für Mensch und Umwelt erhalten bleiben. Zudem werden der Einsatz erneuerbarer Energien, der verantwortungsvolle Umgang mit Wasser und soziale Aspekte berücksichtigt.

Textilbranche ist gefragt: Effizient produzieren und recyceln

Befürworter dieses Konzept wollen einerseits effizienter produzieren und andererseits den Verbrauch von Ressourcen minimieren. Neben den bereits vergleichweise bekannten Recyclingwegen, wie zum Beispiel bei Papier, ist diese Idee auch bei Kleidung ein entscheidender Faktor in Richtung nachhaltiges Wirtschaften und Konsumieren. Werden Kleidungsstücke nicht mehr gebraucht, sollen sie so konstruiert sein, dass sie vollständig in neue Produkte übergehen und recycelt werden können.

Die Thematik rund um Nachhaltigkeit in der Textilbranche ist auch bei den Herstellern angekommen: Laut einer Umfrage des Fachmagazins „Textilwirtschaft“ sehen drei Viertel der befragten Hersteller das Thema Nachhaltigkeit als drängendstes Projekt unserer Zeit. Zwei Drittel setzen nach eigenen Angaben bereits Bio-Baumwolle in einzelnen Kollektionen ein und lassen einen Teil ihrer Produkte von anerkannten Gütezeichen zertifizieren. Um sich in der Vielfalt der unterschiedlichen Labels und Gütesiegel zurecht zu finden, hilft der Label-Kompass von bewusstkaufen.at.

Altes Kleidungsstück abgeben, neues erhalten

Einzelne Anbieter wie Armed Angels haben sich der Kreislaufwirtschaft über andere Perspektiven genähert. Sie ermöglichen es, ein altes Kleidungsstücke abzugeben und gegen ein Neues (sprich: Recyceltes) von gleicher Qualität umzutauschen. So haben Konsumentinnen und Konsumenten immer wieder – mit gutem Gewissen – neue Kleidungsstücke im Schrank und es müssen keine neuen Ressourcen für neue T-Shirts & Co. eingesetzt werden.

Auch große Modeketten werben damit, dass Kundinnen und Kunden alte Kleidung in den Filialen zum Recycling abgeben können. Allerdings werden daraus in der Regel keine neuen Textilien, sondern weniger wertvolle Produkte wie Dämmmaterial oder Putzlappen gefertigt.

Cradle to cradle Gütezeichen

Mit dem Cradle to Cradle-Zertifikat werden Produkte ausgezeichnet, die umweltsichere, nicht gesundheitsgefährdende und kreislauffähige (recycelbare oder kompostierbare) Materialien verwenden. Generell gibt es vier verschiedene Zertifizierungsstufen: Basic, Silber, Gold und Platinum – je nach Grad der Cradle to Cradle Anforderungen. Produkte mit der höchsten Zertifizierungsstufe (Platinum) erfüllen alle Anforderung der anderen Stufen plus zusätzliche Anforderungen.

Im Rahmen der Zertifizierung werden fünf Bereiche (Materialien, Materialkreislaufführung, Energie, Wasser und soziale Verantwortung) analysiert und bewertet. Für die Zertifizierungsstufe Platinum ist es notwendig, dass alle Bestandteile entweder biologisch abbaubar sind oder – als Teil des biologischen oder technischen Kreislaufs – recycelt werden können.

Quellen und weitere Informationen

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