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Ratgeber

Reis

  • 3.000 - 10.000 l

    Wasser pro Kilo Reis

  • 500 Mio. t

    Produktion pro Jahr weltweit

  • 4,7 kg

    Pro-Kopf-Verbrauch in Österreich

Für mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung ist Reis das Hauptnahrungsmittel. Etwa 95 % der weltweiten Reismenge wird in kleinen Landwirtschaften in Asien angebaut, wo Reis die Haupteinkommensquelle für rund zwei Milliarden Menschen darstellt. Alleine in den zehn größten Anbaugebieten werden jährlich knapp 500 Millionen Tonnen Reis erzeugt, wovon nur rund 5 % international gehandelt werden. Zu den bedeutendsten Reisproduzenten der Welt gehören China, Indien und Indonesien. Der großteils vorherrschende Nassreisanbau hat jedoch auch negative Auswirkungen auf die Umwelt. Aufgrund dieser Anbauweise werden nicht nur große Mengen an Wasser benötigt , sondern die damit verbundenen Methanemissionen belasten zusätzlich unser Klima.

Worauf Sie achten sollten

  • Alternative Reissorten
    • Erkundigen Sie sich im Geschäft nach Wildreissorten oder Bergreis (Trockenreis).
    • Diese Reissorten sind zwar etwas teurer, jedoch sind die Anbaumethoden umweltschonender als herkömmlicher Reisanbau.
    • Auch in Österreich wird bereits Reis im Trockenanbau angebaut.
  • Biologische Produktion
    • Kaufen Sie Reis aus kontrolliert biologischem Anbau.
    • Achten Sie auf Bio-Gütezeichen wie zum Beispiel auf das AMA-Biozeichen oder das EU-Bio-Logo.
  • Soziale Nachhaltigkeit und fairen Handel
    • Achten Sie auf das FAIRTRADE-Gütesiegel: Das FAIRTRADE-Siegel garantiert den Produzentinnen und Produzenten ein geregeltes Mindesteinkommen zu menschenwürdigen Arbeitsbedingungen.
  • Alternative Getreidesorten aus Österreich
    • Heimische Anbieter bieten eine große Auswahl an unterschiedlichen Getreidesorten an. Etwa Dinkelreis oder Zartweizen sind eine gute Alternative zu importiertem Reis.
  • Richtige Lagerung
    • Reis kann bei Raumtemperatur im luftdichten Behälter etwa ein Jahr gelagert werden.

Labels und Gütezeichen für Reis & Teigwaren (36)

Überflutete Reisterassen
© Pixabay

Wasserintensiver Reisanbau

Unter den verschiedenen Anbaumethoden für Reis ist der Nassreisanbau am weitesten verbreitet. Die Produktion ist sehr wasserintensiv, da die Jungpflanzen in überfluteten Feldern kultiviert werden. Abhängig von den regionalen Gegebenheiten, der Kulturtechnik sowie der Reissorte sind dabei zwischen 3.000 und 10.000 Liter Wasser notwendig, um ein Kilo Reis zu erzeugen. In Süd- und Südostasien werden zur Kultivierung zum Teil jahrtausendealte Methoden wie der Terrassenanbau genutzt.

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Anbau von Hochertragssorten

Beim Anbau von sogenannten Hochertragssorten ist die größt­mög­liche Erntemenge oberste Maxime: das Wasser wird mithilfe von Pumpen zu den Reisfeldern befördert, permanent kontrolliert und konstant gehalten. Vorteilhaft bei der Anbauweise der gefluteten Felder ist, dass Unkräuter im Wasser nicht keimen können. Vielerorts sinkt jedoch der Grund­wasser­spiegel und die Wasserversorgung der Bevölkerung vor Ort leidet massiv. Zugleich werden die Böden ausgelaugt und ver­salzen. Ein großer Nachteil ist zudem das nahezu sauerstofffreie Bodenmilieu, das einen hohen Methanausstoß begünstigt – Methan hat eine cirka 25 Mal stärkere Treibhauswirkung als CO2. Der Nassreisanbau trägt bis zu 25 % zu den weltweiten Methanemissionen bei und ist damit ein wesentlicher Mitverursacher des Klimawandels.

Der Anbau der Hochertragssorten bringt außerdem einen hohen Einsatz von teils stickstoffhaltigen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln mit sich. Untersuchungen haben ergeben, dass dadurch Nitrate ins Trinkwasser gelangen, die das Krebsrisiko begünstigen.

Kleinbauernorganisationen in Asien wenden vermehrt alternative ökologische Anbaumethoden an, die einen schonenden Nassanbau mit Fruchtwechsel fördern. Diese sollen nicht nur effektiv höhere Erträge erzeugen und erheblich weniger Wasser benötigen, sondern auch die Methanemission beträchtlich einschränken.

Pflanze in einem Reisfeld
© Pixabay

Anbaualternativen

Eine Alternative zum wasserintensiven Nassreisanbau, ist der sogenannte Berg- oder Trockenreis. Er stellt geringere Ansprüche an die Wasserversorgung und kann bis in Höhen von bis zu 2.000 Meter angebaut werden. Allerdings bringt dieser Reis niedrigere Erträge, denn der trockene Anbau begünstigt das Wachstum von Unkraut, das die Ernte stark schmälert. Weitere Alternativen sind ein verbessertes Wassermanagement mit geringeren Stauhöhen oder der Verzicht der unkontrollierten Verbrennung des Reisstrohs aus der vorangehenden Ernte.

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Auch durch ein zwischenzeitliches Trockenlegen der Reisfelder und gezieltem, exakt dosierten Einsatz von Düngemitteln kann der Methanausstoß reduziert werden. Derartige Verfahren befinden sich an vielen Stellen noch in der Testphase, darüber hinaus braucht es vielerorts finanzielle Anreize für Kleinbauern, um sich auf auf alternative Anbaumethoden einzulassen.

Reis aus Österreich

Eine weitere Alternative zum Konsum von konventionellem Reis sind verschiedene Getreidesorten, die auch von österreichischen Produzenten angeboten werden, wie zum Beispiel Dinkelreis aus dem Waldviertel. Auch in der burgenländischen Region Neusiedl See-Seewinkel wird mittlerweile Bio-Reis in drei Sorten (weiß, schwarz und rot) angebaut.

Arbeiter auf einem Reisfeld
© Pixabay

Fairer Reis

Reisbauernfamilien produzieren das weltweit wichtigste Grundnahrungsmittel. Trotzdem ist ihre Ernährungssicherheit nicht immer garantiert. Oft sind die Bauernfamilien gezwungen, nicht nur ihre Übermengen zu verkaufen, sondern auch den Großteil des Eigenbedarfs.

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In Europa wird Reis in Italien, Spanien, Portugal und Frankreich angebaut. Etwa zwei Drittel des in Europa produzierten ­Reises sind Rundkornreis, für den die Nachfrage in Europa gering ist. Dieser wird daher im Export gefördert und gelangt zu niedrigen Preisen auf den Weltmarkt. Diese Konkurrenz sowie die Abhängigkeit von Zwischenhändlern und die Verschuldung für Saatgut und Düngemittel verschlimmert die finanzielle ohnehin schwierige Situation vieler Reisbäuerinnen und Reisbauern.

Zusätzlich bieten Fairtrade-Labelling-Organisationen Kleinbäuerinnen und -bauern die Chance, abseits von Zwischenhändlern, schwankenden Marktpreisen und Preisdumping konkurrenzfähig zu bleiben. Zudem haben die FAIRTRADE-Kleinbauern die Möglichkeit, die Ernte von bis zu 60 % des Verkaufspreises vorfinanziert zu bekommen, damit sie sich für den Reisanbau nicht verschulden müssen. Für fair gehandelten Reis gelten Mindestpreise, die unabhängig von Preisschwankungen auf dem Markt bezahlt werden. Für indischen Basmati-Reis gilt etwa ein Mindestpreis von 24 Cent pro Kilo, plus 2 Cent Aufschlag für den biologischen Anbau. Der Mindestpreis deckt alle Kosten ab, die für dessen Produktion unter menschenwürdigen Arbeitsbedingungen entstehen. Liegt der Marktpreis über dem Mindestpreis, muss der Marktpreis bezahlt werden. Fairtrade-Betriebe erhalten außerdem eine Prämie für Investitionen in lokale Strukturen, Bildung, Gesundheit und ökologische Verbesserungen. Es gelten zudem Umweltstandards, die einen nachhaltigen Reisanbau fördern. So wird zum Beispiel die biologische Diversität geschützt sowie ein Abfall- und Pestizidmanagement betrieben.

Verschiedenfarbige Reiskörner auf dunklem Holz
© Pixabay

Reissorten und Verarbeitung

Weltweit gibt es mehr als 120.000 verschiedene Reissorten. Sie werden grob in Langkornreis sowie in Rundkornreis unterteilt – alles, was dazwischen liegt, wird als Mittelkornreis bezeichnet. Rundkornreis hat im Vergleich zum Langkornreis einen höheren Anteil an Stärke die beim Kochen verkleistert. Rundkornreis ist daher ein klebriger Reis.

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Langkornreis

Als Langkornreis (Oryza sativa ssp. Indica) gelten Reissorten, deren Körner 6 bis 8 Millimeter lang sind und eine längliche Form aufweisen. Sie bleiben gekocht locker und körnig. Beliebte Lankornreissorten sind beispielsweise: Basmatireis, Patnareis, Jasminreis, Schwarzer Naturreis und Sadri.

Rundkorn- und Mittelkornreis

Zum Rundkornreis (Oryza sativa ssp. Japonica) werden Reissorten gezählt, deren Körner kürzer als 5 Millimeter sind und eine rundliche bis ovale Form haben. Mittelkornreis (Oryza sativa ssp. Javanica) ist ähnlich geformt, darf aber 5,2 bis 6 Millimeter lang sein. Mittelkornreis gilt meist als Unterform der Rundkornsorten. Beliebte Rundkorn- und Mittelkornsorten sind beispielsweise: Risotto-Reis, Milchreis, Sushireis, Paellareis, Klebreis, Roter Naturreis und Mochi.

Schale mit Reis
© Unsplash

Verarbeitungsformen von Reis

Reis lässt sich im Hinblick auf die Verarbeitung in Rohreis, Vollkornreis (auch Naturreis oder brauner Reis genannt), parboiled Reis und polierten Reis unterteilen.

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  • Rohreis ist der nahezu unbehandelte Reis, der nur getrocknet und noch nicht weiterverarbeitet wurde. Er ist somit noch nicht zum Verzehr geeignet.
  • Wird Rohreis entspelzt, enthält man Vollkornreis, der auch als Naturreis, unpolierter Reis, brauner Reis, Vollreis oder Cargoreis bezeichnet wird. Vollkornreis ist nicht vorbehandelt, da beim Entspelzen vom Rohreis nur die ungenießbare Deskspelze entfernt wird und der vitalstoffreiche Keimling samt Silberhäutchen erhalten bleibt.
  • Im Parboiling-Verfahren wird der Reis teilweise vorgegart und mit Heissdampf behandelt. Dabei dringen die wasserlöslichen Inhaltsstoffe wie Vitamine und Mineralstoffe in das Innere des Mehlkörpers ein und bleiben bis zu 80 % erhalten. Anschließend wird der Parboiled-Reis getrocknet, geschält und poliert.
  • Beim weißen Reis werden durch Schleifen das Silberhäutchen und der Keimling entfernt und büßt dabei einen Großteil der zuvor enthaltenen Mineralstoffe und Vitamine ein.
  • Bei Wildreis handelt es sich um keine Reissorte, sondern botnisch zur Gattung des sogenannten Wasserreis (Zizania). Er wächst überwiegend an nordamerikanischen Fluss-, See- oder Teichufern. Wildreis besitzt 12 – 18 % Eiweiß, während der Proteingehalt von Reis bei nur 2 – 3 % liegt.
  • Grüner Reis ist schlicht ein unreifer Reis, der noch seine grüne Farbe besitzt und besonders in der traditionellen Thai-Küche Verwendung findet.

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