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KategorienWissenswertGefärbte Eier zu Ostern? Was die Kennzeichnung dir (nicht) verrät

Rund um Ostern werden viele bunte Eier verkauft. Da diese Eier jedoch verarbeitet sind, unterliegen sie nicht der in Österreich vorgeschriebenen Kennzeichnungspflicht. Besser du färbst Eier entweder selbst oder kaufst sie aus transparenter Quelle z.B. im Bauernladen.

Gefärbte Eier sind Teil des Osterbrauchs und werden jedes Jahr aufs Neue gerne als Aufmerksamkeit verschenkt. Egal ob klassisch in rot oder gelb, grün über blau, selbst gefärbt oder gekauft – besonders rund um das Osterfest begegnen sie uns überall. Was viele Konsument:innen jedoch nicht wissen: Die konventionellen gefärbten Eier aus dem Supermarkt – oftmals in knalligen Regenbogenfarben oder marmoriert – stammen häufig aus Käfighaltung und werden aus Nicht-EU-Ländern importiert. Denn als verarbeitete Produkte unterliegen sie nicht der Kennzeichnungspflicht – anders als rohe Eier, für die in Österreich die mit Tierleid verbundene Käfighaltung verboten ist. Wer auf Nummer sicher gehen will, färbt die Eier daher am besten selbst oder greift auf Eier aus transparenter Quelle (Bauernladen, Wochenmarkt etc.) zurück.

Was der Code am Ei bedeutet

Der auf dem Ei aufgedruckte Code gibt Auskunft über die Form der Tierhaltung, das Herkunftsland und den Betrieb. Diese einheitliche Form der Kennzeichnung ist in allen EU-Ländern verpflichtend. Auf freiwilliger Basis kann auch das Mindesthaltbarkeitsdatum aufgedruckt sein.

  • Die Zahl am Anfang des Codes steht für die Haltungsform
    • 0 = biologische Landwirtschaft
    • 1 = konventionelle Freilandhaltung
    • 2 = Bodenhaltung
    • 3 = Käfighaltung*

Käfighaltung ist seit Jänner 2020 in Österreich verboten, allerdings gilt das nur für rohe Eier; als verarbeitetes Produkt, dazu zählen auch gefärbte Eier, sind diese nicht kennzeichnungspflichtig!

  • Das Länderkürzel

Eier aus Österreich sind mit dem Kürzel „AT“ gekennzeichnet – für Eier aus Deutschland gilt z.B. das Kürzel „DE“ oder für Eier aus Slowenien „SL“.

  • Siebenstellige Nummer

Am Ende des Codes findet sich ein siebenstelliger Zahlencode – die sogenannte landwirtschaftliche Betriebsnummer (LIBS), anhand derer du die Eier bis zum konkreten Betrieb bzw. Bauernhof zurückverfolgen kannst und zwar per Codecheck in der Eierdatenbank.

  • Mindesthaltbarkeitsdatum

Zusätzlich kann auf freiwilliger Basis auch das Mindesthaltbarkeitsdatum direkt auf das Ei gestempelt werden.

Wie sich die unterschiedlichen Haltungsformen unterscheiden und weitere nützliche Infos rund um den Eierkauf findest du im Ratgeber „Eier“

Achtung – Keine Kennzeichnungspflicht bei gefärbten Eier im Supermarkt

Viele Konsument:innen wollen die mit Tierleid verbundene Form der Käfighaltung nicht unterstützen. Gekochte und gefärbte Eier gelten allerdings als „verarbeitetes Produkt“, daher muss rechtlich nicht vermerkt werden, woher die Eier stammen. Häufig handelt es bei den gefärbten Eiern im Supermarkt, die es besonders rund um Ostern in vielen Farben zu kaufen gibt, aus Käfighaltung.

Es hat sich hier in den letzten Jahren aber bereits etwas in punkto Transparenz getan: einige Produzent:innen vermerken die Herkunft bzw. Haltungsart auf freiwilliger Basis auch auf gefärbten Eiern.

Selber färben mit Naturfarben

Wer auf Nummer sicher gehen will, dass die gefärbten Eier nicht aus Käfighaltung stammen, greift also lieber auf Eier aus einer transparenten Quelle zurück oder färbt sie selbst. Letzteres lässt sich auch gut mit natürlichen Farben oder Lebensmittelresten umsetzen, um problematische Stoffe (sogenannte Azofarbstoffe) wie sie oftmals in Farben zum Selbstfärben vorkommen zu vermeiden.

So geht’s:
Einen Sud aus Gemüse/Schalen bzw. Gewürzen ansetzen und die Eier darin kochen bzw. einlegen. Je nach Schale der Eier (braun, beige oder weiß) und Einwirkzeit entstehen unterschiedliche Farben:

  • Zwiebelschalen für einen kräftigen Rot- bzw. Braunton
  • Kurkuma für ein sonniges Gelb
  • Frisches Rotkraut oder Heidelbeeren für ein Blau-Violett
  • Rote Rüben für ein Blassrosa
  • Brennessel oder Matetee für ein Hellgrün

Tipp für alle Kreativen, die etwas mehr Zeit investieren wollen: vor dem Färben unterschiedliche Wiesenblumen und Kräuter sammeln und diese am Ei fixieren (das klappt gut mittels alten Strumpfhosen und Garn) – so entstehen schöne botanische Muster.

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