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KategorienStart-ups aus ÖsterreichKlimafreundlich leben… mit Compuritas

Interview mit Mathias Di Felice (Gründer und CEO des österreichischen Start-ups Compuritas) über ihre Business-Idee, die nachhaltigen Vorteile von "refurbished" IT Geräten und ihre Tätigkeiten bezüglich Social Entrepreneurship.

Wie kam es zu eurer Geschäftsidee und wer sind die Menschen hinter Compuritas?

Compuritas wurde mit dem Sinn gegründet, Schulen und Vereinen günstige und nachhaltige IT in hoher Qualität anbieten zu können. Wir sind ein professioneller IT Refurbisher und Social Entrepreneurship. Uns geht es dabei um Chancengleichheit, zugleich aber auch um Ressourcenschonung und Umweltschutz. Wir sind Vorreiter in der Kreislaufwirtschaft und stets bemüht, neue Projekte zu realisieren. Gegründet wurde Compuritas von Rüdiger Wetzl und mir, Matthias Di Felice. Neben unserem Angebot an IT Geräten für Schulen und Vereinen, haben wir auch einen Onlineshop, in dem jeder bei uns einkaufen kann.

Wie trägt Compuritas zu mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit bei?

In elektronischen Geräten stecken hunderte von Komponenten und viele wertvolle und seltene Rohstoffe (Kupfer, Platin, Gold, seltene Erden). Der Abbau dieser Metalle und die in der Computerindustrie eingesetzten Produktionsabläufe gehen mit einem enormen Ressourcenverbrauch und umweltschädlichen Einflüssen, wie z.B. Grundwasserverschmutzung einher. Zudem werden die schlechten Arbeitsbedingungen bei der Förderung dieser Rohstoffe seit Jahren von Menschenrechtsorganisationen und NGOs angeprangert. Um den enormen Energiebedarf für die Herstellung dieser komplexen Produkte sicherzustellen, muss zudem großteils Strom aus klimaschädlichen Kraftwerken hinzugezogen werden.

Für die Produktion eines einzelnen Desktop-PCs inklusive Monitor wird ein Ressourcenaufwand von bis zu 1.500 l Wasser, 240 kg fossile Brennstoffen, 22 kg Chemikalien und 1.100 kg CO2-Emissionen benötigt. Gerade deshalb streben wir an die Nutzungsdauer von Geräten mindestens zu verdoppeln.

Was unterscheidet euch von anderen „refurbished“-Angeboten?

Zum einen die Regionalität und unser Qualitätsanspruch: Wir sind einer der wenigen wirklich österreichischen Händler, denn der Großteil der bekannten Händler kommt aus Deutschland oder hat in Österreich lediglich Zweigstellen. Zudem legen wir besonders großen Wert auf unsere Service- und Garantieleistungen.  Zum anderen verfolgen wir einen ganzheitlichen Ansatz: wir verwenden möglichst nachhaltige Verpackungen und Reinigungsprodukte in der Produktion, arbeiten mit nachhaltigen Stopfmaterialien und haben einen Energiesparplan. Generell versuchen wir auf allen Ebenen ständig nachhaltiger zu werden bis hin zum BIO-Fairtrade Kaffee. Zur Bewusstseinsbildung halten wir außerdem Vorträge zum Thema Refurbishment, Nachhaltigkeit, Elektroschrott, Ressourcen und Green IT.

Wie geht ihr mit den Themen Second Hand, Langlebigkeit und Qualität um? Gibt es Bedenken von Konsumentinnen und Konsumenten gegenüber euren Produkten diesbezüglich?

Zum Glück immer weniger. Als wir mit Re-Use IT begonnen haben sind wir noch auf große Vorurteile gestoßen, mittlerweile findet das Thema aber immer breitere Anerkennung. Wir handeln z.B. auch nur mit Ware besonders hoher Ursprungsqualität, die hochwertigen Materialien sind generalüberholt noch immer weit besser, als ein Neugerät der Billigschiene. Businessgeräte wie wir sie verwenden, sind in der Neuanschaffung meistens teurer und sind dementsprechend aber auch einfach besser gebaut.

Welche bisherigen Herausforderungen gab es bei der Entwicklung eures Geschäftsmodells und was ist für die Zukunft geplant?

Wir leisten seit unserer Gründung Pionierarbeit im Bereich professionelles Re-Use. Das heißt natürlich viel Vorarbeit um da zu sein, wo wir heute stehen. Der Start war schwierig und wir mussten viel Laufen um gute Partner zu finden, die offen für nachhaltige Innovation waren. Heute haben wir viele Unternehmen, die uns ihre IT Geräte überlassen und damit einen großen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten.
Unser Fokus für die Zukunft ist Wachstum und Digitalisierung. Wir blicken hier auch schon seit einiger Zeit in unsere Nachbarländer und wollen neue Märkte erobern.

Ein Ausblick ins Jahr 2040: Welche Rolle werden „refurbished“ Geräte in unserem Leben einnehmen?

Ich hoffe bis 2040 auf Nutzungsmodelle, in denen Geräte nicht nur „ewig“ halten, sondern vor allem viel leichter reparierbar und aufrüstbar werden. Wir müssen aufhören Geräte mit „Ablaufdatum“ zu produzieren, in jeder Branche. Unser Planet ist an einem kritischen Punkt und jeder kann viel dazu beitragen, wenn er schon beim Einkauf auf Qualität achtet. Die Produzentinnen und Produzenten produzieren ja auch nur was gekauft wird und was länger hält macht auch länger Freude!

Danke für das Interview und weiterhin viel Erfolg.

Mehr Informationen zu Compuritas gibt’s auf www.compuritas.at

Matthias Di Felice, Geschäftsführer des IT Refurbers Compuritas aus Graz erklärt, warum man mit ihren IT Geräten klimafreundlicher lebt.
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