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Ratgeber

Blumen und Garten

Mit schönen Blumen kann man immer jemanden erfreuen. Saisonale Blumen und Pflanzen aus regionalem Anbau, biologischer Produktion und fairem Handel sorgen dafür, dass die Freude keinen bitteren Beigeschmack hat. Am Anfang aller Bemühungen um einen eigenen schönen Garten oder Balkon steht jedoch das Saatgut, das in Form von Knollen, Stecklingen oder Zwiebeln verkauft wird. Die Qualität des Saatguts ist ausschlaggebend für den Erfolg der Pflanzenzucht und sollte daher die zentrale Entscheidungsgrundlage beim Kauf sein. Und auch bei Gartenzubehör gibt es einige Punkte zu beachten.

Blumen & Pflanzen

Worauf Sie achten sollten

  • Saisonale Blumen aus heimischen Freilandanbau
    • Am besten ist es, Sorten aus der Region zu wählen. Das garantiert minimale transportbedingte Emissionen.
    • Vermeiden Sie den Kauf von Blumen aus beheizten Glashäusern: Dies gilt für Blumen aus beheizten Glashäusern sowohl aus Österreich als auch aus dem Ausland. Sie sind noch klimaschädlicher als importierte Blumen aus Freilandanbau.
  • Biologische und faire Produktion
    • Bei Blumen, die nicht aus heimischer Produktion stammen, sollten Sie auf das FAIRTRADE-Siegel achten. Das garantiert die Einhaltung gewisser sozialer Standards.
    • Greifen Sie zu Blumen und Pflanzen aus biologischem Anbau, erkennbar an Labels wie EU-Bio-Label, AMA-Biozeichen, Deutsches Biosiegel, Austria Bio Garantie, BIO Austria und demeter-Siegel.
  • Wenig Verpackung
    • Vermeiden Sie Verpackungen: Zum Beispiel beim Kauf von Schnittblumen die Zellophan-Verpackungen. Wenn möglich, transportieren Sie die Blumen in Papier.
  • Raritäten und Tauschbörsen
    • Probieren Sie Raritäten und Tauschbörsen aus: Nutzen Sie zum Erwerb von neuen Pflanzen auch Tauschbörsen, Tage der Artenvielfalt oder Raritätenbörsen in Ihrer Region.
Schnittblumen in Papier eingepackt
© Unsplash

Blumen aus fairem Handel

Schnittblumen, die aus kontrolliert fairem Handel stammen, unterstützen die Produzenten vor Ort und sorgen für bessere Arbeitsbedingungen, faire Löhne und soziale Standards. Das Fairtrade-Siegel steht für das weltweit größte unabhängige Zertifizierungssystem für Produkte aus fairem Handel. Im Bereich Pflanzen konzentriert sich FAIRTRADE auf Rosen und garantiert den Arbeiterinnen und Arbeiter auf den Blumenfarmen die Zahlung von Prämien für Sozialprojekte und ermöglicht nachhaltige Arbeits- und Lebensbedingungen.

Sonnenblumen
© Unsplash

Saisonale und regionale Sortenvielfalt in Bioqualität

Der Freilandanbau von heimischen, saisonalen Produkten verursacht im Gegensatz zum ganzjährigen Anbau im Glashaus weniger CO2-Emissionen und spart Energie. Heimische Pflanzen sind an die klimatischen Bedingungen und Beschaffenheit der Böden angepasst und sind dadurch im Anbau robuster und weniger anfällig für Schädlinge. Zu den Sorten aus heimischen Bio-Anbau am Feld gehören unter anderem Dahlien, Dill, Gartenfuchsschwanz, Glockenblumen, Godetien, Lobelien, Malven, Rittersporn, Sonnenblumen und Zinnien.

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Bio-Produkte sind…

  • garantiert frei von Gentechnik und werden nur mit natürlichen Düngemitteln wie Kompost, Mist oder Gründüngung (durch wechselnde Fruchtfolge) behandelt.
  • frei von chemisch-synthetischen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln und gut fürs Klima.

Beim Bio-Anbau werden nämlich im Gegensatz zum herkömmlichen Anbau mehr als 30 % CO2 eingespart. Zertifizierte Bio-Gärtnereien werden jährlich von staatlich autorisierten Kontrollstellen geprüft und müssen dabei die Bestimmungen der EU-Bio-Verordnung einhalten


Saatgut

Worauf Sie achten sollten

  • Österreichische Herkunft
    • Greifen Sie zu regionalem und traditionellem Saatgut.
    • Die Vielfalt bringt nicht nur Abwechslung in der Küche, sondern erhöht auch die Biodiversität in Ihrem Garten.
  • Abfülljahr
    • Achten Sie auf das Abfülljahr. Es ist stets auf der Verpackung angegeben.
    • Kaufen Sie kein Saatgut, das älter als 1 Jahr ist.
  • Undurchlässige Verpackungen
    • Bevorzugen Sie undurchlässige Verpackungen.
    • Greifen Sie zu Verpackungen, die das Saatgut gegen Licht und Feuchtigkeit schützen. Das garantiert optimale Qualität.
  • Gentechnikfreie Hybride
    • Beim Kauf von Hybridsaatgut (gekennzeichnet mit „F1“) sollte auf gentechnikfreie Hybride gesetzt werden.
Setzlinge
© Unsplash

Bio-Saatgut

Der Griff zu Bio-Saatgut, statt zu konventionell erzeugtem, ist in jedem Fall zu empfehlen. Die Anforderungen der EU-Öko-Verordnung an Saatgut sind jedoch nicht sehr hoch. Öko-Saatgut muss demnach nur während einer Generation nach den Vorschriften der Verordnung angebaut werden, bevor es als Bio-Saatgut gekennzeichnet werden darf.

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Das bedeutet, dass auch konventionell erzeugtes Saatgut, das eine Generation lang auf einem Bio-Bauernhof angebaut wurde, in der nächsten Generation als Bio-Saatgut verkauft werden darf. Ebenso können konventionell erzeugte Elternlinien auf einem Biohof gekreuzt werden und das entstandene Hybrid-Saatgut darf anschließend als „öko“ verkauft werden.

Bei der ökologischen Erzeugung von Saatgut, dürfen aber keine Neonicotinoide oder ähnliche Stoffe angewandt werden. Im Biolandbau ist stattdessen eine Behandlung mit heißem Wasser und Pflanzenschutzmitteln auf der Basis von Senfmehl oder Mikroorganismen verbreitet. Da diese Methoden aber nicht hundertprozentig wirken, müssen die Sorten gegen möglichst viele Schädlinge und Krankheiten resistent sein. Durch Kreuzen von guten Sorten mit diesen Eigenschaften, kann eine Resistenz erreicht werden. Gentechnische Veränderungen sind dazu nicht notwendig.

BLumenwiese
© Unsplash

Verlorene Artenvielfalt

In der konventionellen Landwirtschaft wird in erster Linie auf Sorten gesetzt, die maximale Erträge bringen und gegen Schädlinge und Krankheiten resistent sind. Durch das Züchten solcher „Supersorten“ und die Auslese von weniger ertragreichen Arten, ist die Sortenvielfalt stark reduziert worden.

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Von rund 5.000 Pflanzenarten die weltweit kultiviert werden, sind nur etwa 160 heute noch wirtschaftlich relevant. Bio-Betriebe kümmern sich um die Erhaltung und Pflege von alten, traditionellen Sorten und bieten oft wahre Raritäten an. In vielen Ländern gibt es Vereine und Verbände zur Erhaltung der Sortenvielfalt.

Tipp: In Österreich kümmert sich der Verein ARCHE NOAH seit über 20 Jahren um die Erhaltung, Verbreitung und Entwicklung der Kulturpflanzenvielfalt.


Gartenzubehör & Gartengeräte

Worauf Sie achten sollten

  • Kompostierbarkeit
    • Bevorzugen Sie kompostierbare Bindeschnüre. Ideal sind Produkte aus Hanf, Zellulose, Stärke oder Altpapier.
    • Nachhaltige Gartenfolien sollten aus kompostierbaren Materialien bestehen. Wählen Sie Produkte aus Recyclingpapier, Baumwollgaze oder Maisstärke aus kontrolliert biologischem Anbau und bevorzugen Sie Mulchplatten aus Holzfasern.
    • Kaufen Sie kompostierbare bzw. Pflanzgefäße aus Recyclingmaterial. Verzichten Sie auf PVC-, oder PE-Pflanztöpfe und greifen Sie besser zu Tontöpfen.
  • Unbehandeltes und zertifiziertes Holz
    • Achten Sie beim Kauf von Kompostbehältern oder Hochbeeten auf unbehandeltes Holz
    • Die Produkte sollten aus heimischem, unbehandeltem Holz bestehen.
    • Kaufen Sie nur Gartenprodukte, bei denen die Holzbestandteile aus zertifiziertem Holz bestehen. Diese sollten zu 100 % aus regionalem, FSC- oder PEFC-zertifiziertem Holz bestehen.
    • Bei Produkten aus Kunststoff sind nur jene Produkte empfehlenswert, die aus Recycling-Kunststoff bestehen und mit dem Gütezeichen „Der Blaue Engel“ ausgezeichnet sind.
  • Langlebigkeit und Reparierfähigkeit
    • Achten Sie auf langlebige, reparierbare Gartengeräte.
    • Diese sollten aus der Region oder zumindest aus Europa stammen. Für qualitative Produkte ist es meist auch möglich, Ersatzteile zu beziehen.
  • Antrieb aus pflanzlichen Ölen
    • Verwenden Sie für den Antrieb von Geräten Schmierstoffe aus rein pflanzlichen Ölen.
    • Bei Erdölprodukten achten Sie auf das „Österreichische Umweltzeichen“, den „Blauen Engel“ und das „EU- ECO-Label“.
  • Umweltfreundliche Lacke
    • Bevorzugen Sie pulverbeschichtete Metallteile oder Produkte, die mit umweltfreundlichen Lacken behandelt wurden.
    • Sie erkennen solche Produkte am Österreichischen Umweltzeichen, am deutschen Umweltzeichen Blauer Engel oder am europäischen Umweltzeichen oder am Nature Plus-Zeichen.
  • Geringe Lärmemissionen und Schadstoffbelastung
    • Beim Kauf von Gartenhäckslern sind die Höhe der Lärmemissionen und Schadstoffbelastung wichtige Aspekte. Gartenhäcksler, die mit dem Blauen Engel ausgezeichnet sind, sind lärm-arm und dürfen keine Kunststoffe mit Zusätzen von Blei oder Cadmium enthalten. Die Produzenten verpflichten sich außerdem zur Rücknahme und ordnungsgemäßen Entsorgung der Geräte.
Gartenzubehör
© Unsplash

Unterstützung im Garten

Damit die Pflanzen richtig wachsen, kommen im Garten häufig Pflanzgefäße, Bindeschnüre und Rankhilfen zum Einsatz. Bei der Bodenaufbereitung und beim Bau von Beeten werden oft Gartenfolien und fertige Beet-Systeme verwendet. Bei allen diesen Dingen handelt es sich um Produkte, die im Garten im Dauereinsatz sind. Dazu sollten sie einerseits schadstofffrei und haltbar sein, und andererseits aus kompostierbaren oder recycelbaren Stoffen bestehen.

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Bei Gartengeräten und Maschinen sind zertifizierte Gartengeräte bisher erst spärlich vorhanden. Ein Großteil der billigen Werkzeuge besteht aus nicht wieder verwertbaren Materialen, ist nicht reparierbar und enthält keine Hinweise auf Herstellung, Herkunft und verwendete Rohstoffe. Um sicherzugehen, dass es sich um qualitativ hochwertige Produkte handelt, empfiehlt es sich Erzeugnisse aus der Region zu kaufen, die eventuell sogar in Familienbetrieben gefertigt werden. So wird auch die regionale Wirtschaft unterstützt.

Weitere Tipps zur optimalen Gestaltung Ihres Gartens, finden Sie in der Broschüre Wohlfühloase Naturgarten, herausgegeben vom Bundesministerium für Klimaschutz.

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