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Ratgeber8 Tipps zum Wassersparen

Angesichts von Klimakrise und steigendem Wasserverbrauch nimmt die Wasserknappheit global gesehen zu – umso wichtiger ist es mit dem kostbaren Gut Wasser verantwortungsbewusst und sparsam umzugehen – und das bedeutet auch unseren Konsum zu überdenken, denn Wasser steckt so gut wie in allen Gütern. Unseren Wasserverbrauch senken können wir also nicht nur „direkt“ durch einen bewussten Umgang im Haushalt, sondern vor allem auch „indirekt“, indem wir weniger Produkte konsumieren, deren Herstellung viel Wasser benötigt. Tipps und Tricks zum Wassersparen (und damit auch zum Energie- und Geldsparen) erfährst du in diesem Beitrag.

1. Reduziere deinen indirekten Wasserverbrauch durch bewussten Konsum

Wusstest du, dass über 97% des Wasserverbrauchs von Österreicher:innen indirekt verursacht wird? Unter „indirektem“ Wasserverbrauch oder auch „virtuellem Wasser“ versteht man das in der gesamten Herstellungskette eines Produktes benötigte Wasser. Im Durchschnitt entfallen beim täglichen Wasserverbrauch 75 % auf Lebensmittel und 22 % auf Konsumgüter während nur 3 % über den Wasserhahn verbraucht wird. Deshalb gilt:

  • Konsumiere weniger Fleisch und setze öfters auf pflanzliche Kost – denn für das Erzeugen von tierischen Produkten wird besonders viel Wasser verbraucht. Die eingesetzten Düngemittel für die Futterpflanzen in der Viehzucht und die Gülle der Tiere belastet das Grundwasser zudem stark mit Nitraten, Phosphor und Arzneimittelresten (wie Antibiotika). Der Verzicht auf eine einzige 500g Packung Rindfleisch spart bereits so viel Wasser, dass man damit ein halbes Jahr lang täglich duschen könnte
  • Für die Herstellung eines T-Shirts werden rund 2.700 Liter Wasser benötigt, für einen Pullover sogar 4.400 Liter und eine Jeans 11.000 Liter. Kaufe deshalb weniger bzw. wenn dann bevorzugt Second-Hand-Kleidung und achte beim Neukauf auf Qualität, Langlebigkeit und Gütezeichen.
  • Verschwende keine Lebensmittel – durch die Reduktion von Abfällen könnten täglich rund 280 Liter virtuelles Wasser pro Person und Tag gespart werden.
  • Vermeide Lebensmittel mit hohem Wasserbedarf aus niederschlagsarmen, trockenen Gegenden
  • Erhöhe die Nutzungsdauer von Gütern durch Second Hand, Recycling und Reparatur – z.B. bei Elektrogeräten.
  • Reduziere deinen Papierverbrauch bzw. nutze Recyclingpapier – die Produktion eines herkömmlichen A4-Blatts (80g) verbraucht etwa 10 Liter Wasser – im Vergleich dazu sind es bei Papier aus recyceltem Altpapier nur noch 1,6 Liter.

2. Nutze Wassermengenregler bei Dusche & Wasserhahn und setze auf moderne Spülkästen

  • Mit geringen Anschaffungskosten und wenig Aufwand lässt sich über den Wasserhahn viel Wasser sparen – und zwar ohne dass du dabei beim Komfort Abstriche machen musst. Das gelingt mit nützlichen Helfern wie Sparduschköpfen, Durchlaufbegrenzer und Perlstrahlern (Perlatoren), die dem Wasserstrahl Luft beimischen. Sie lassen sich einfach an Armaturen bzw. Wasserhähnen anbringen. Mit Anschaffungskosten von nur 5 bis 8 Euro können pro Zapfstelle Einsparungen von 30 bis 50% erzielt werden.
  • Im Schnitt verbraucht jede Person allein 40 Liter Wasser am Tag nur durch die Toilettenspülung. Setze deshalb auf moderne Spülkästen mit Stopptaste und Zweimengentechnik (große Taste: Wasserverbrauch = ca. 9 Liter, kleine Taste: Wasserverbrauch = ca. 3 Liter) – so kannst du die Wassermenge beim Spülen dem tatsächlichen Bedarf anpassen und den Wasserverbrauch um ein Vielfaches reduzieren. Die Stopptasten sind z.B. auch als Nachrüstsätze kostengünstig erhältlich.
  • Du brauchst Hilfe bei der Installation? Konsultiere einen Handwerker, lass dich im Baugeschäft beraten oder folge dem Do-it-Yourself-Prinzip und nutze Online-Tutorien auf YouTube, diversen Blogs oder Plattformen wie z.B. diybook.at oder machs-selbst.org.

3. Achte auf Wasserbedarf und Energieeffizienz bei Waschmaschine und Geschirrspüler

  1. Nimm die Geräte idealerweise nur voll beladen in Betrieb und nutze das Eco-Programm – dieses dauert zwar manchmal länger, dabei wird aber trotzdem weniger Wasser und Energie verbraucht.
  2. Wasche Textilien und Geschirr auf einer niedrigen Temperaturstufe, vor allem, wenn sie nicht stark verschmutzt sind.
  3. Verzichte auf Vorwäsche bzw. Vorspülen – die Leistung moderner Geräte ist bereits so gut, dass Geschirr/Wäsche auch so sauber wird. Wird der Inhalt nicht sauber, kann der Grund z.B.  im Geschirrspüler an blockiertem Wasserstrahl sein.
  4. Bei Neuanschaffungen von Geräten: Vergleiche Parameter wie Wasser- und Stromverbrauch und wähle möglichst effiziente Geräte.

Tipp: Von Zeit zu Zeit empfiehlt es sich aus hygienischen Gründen einen heißen Waschgang (von 60 Grad) einzulegen, um Keime abzutöten. Mehr zum Thema Energieeffiziente Geräte findest du auch in unserem Ratgeber zum Energiesparen und auf www.topprodukte.at

4. Dusche lieber, als zu baden und lass das Wasser nicht unnötig laufen bzw. erhitzen

  • Für eine Badewannenfüllung benötigt man im Schnitt ca. 150 Liter Wasser, während man beim Duschen pro Minute in etwa 15 Liter Wasser verbraucht. D.h. wer ca. 6 Minuten duscht und dazwischen das Wasser z.B. beim Einseifen abdreht, kann für die gleiche Energie/beim gleichen Wasserverbrauch dreimal Duschen statt ein Vollbad zu nehmen.
  • Quasi nebenbei lässt sich Wasser sparen, wenn man den Hahn abdreht, sobald man das Wasser nicht braucht z.B. unter der Dusche beim Einseifen, beim Waschen der Haare oder beim Rasieren. Das Gleiche gilt für die Zeit, in der man sich die Zähne putzt.
  • Wenn wir schon dabei sind: Auch andere Ressourcen lassen sich  beim Griff zum Wasserhahn sparen, z.B. über die Wassertemperatur. Je weniger stark das Wasser erhitzt werden muss, desto weniger Energie wird benötigt. Überprüfe daher die Einstellungen an Boiler und Durchlauferhitzer – hier sind 60 Grad meist ausreichend. Auch beim Duschen bei etwas niedrigerer Temperatur oder durch Händewaschen mit kaltem Wasser lässt sich Heizenergie sparen.
  • Erleichtert wird die Temperaturregelung durch moderne Armaturen mit sogenannten „Einhebelmischern“ (anstelle von älteren Armaturen mit zwei Griffen für Warm- und Kaltwasser) – auch das spart als Nebeneffekt Wasser, weil man fürs Temperaturregeln weniger Fließwasser verbraucht.

Wusstest du eigentlich? Im Bad wird anteilsmäßig am meisten Warmwasser verbraucht – viel mehr als in der Küche – und zwar durchs Duschen, Händewaschen und Wäschewaschen.

5. Reduziere den Wasserverbrauch beim Kochen und Abwaschen

  • Wasche Obst oder Gemüse nicht unter fließendem Wasser, sondern besser in einer Schüssel oder im zugestöpselten Waschbecken.
  • Achte beim Wassererhitzen (z.B. im Wasserkocher) darauf, immer nur die tatsächlich benötigte Wassermenge zu erhitzen, um Wasser und Strom zu sparen.
  • Übrig gebliebenes (Koch-)Wasser kann zu einem späteren Zeitpunkt wieder- oder weiterverwendet werden – zum Beispiel zum Gießen von Zimmerpflanzen.
  • Auch wenn es überraschend klingt, aber Geschirrspüler sind grundsätzlich effizienter als Spülen per Hand – beim Handspülen wird fast viermal so viel Wasser (und ca. ein Viertel mehr Strom) für die Aufbereitung des Warmwassers benötigt.
  • Wer keinen Geschirrspüler hat, sollte dennoch nicht bei fließendem Wasser abwaschen. Wenn man die richtige Reihenfolge beim Spülen beachtet und z.B. wenig verschmutze Gläser zuerst und stark verschmutzte Pfannen und Töpfe ganz am Schluss wäscht, reicht es oft, das Waschbecken nur einmal aufzufüllen.

6. Lass einen tropfenden Hahn oder eine defekte Spülung schnell reparieren und achte auf Lecks

  • Der Wasserhahn tropft, oder die Toilettenspülung läuft? Das kann über einen längeren Zeitraum ganz schön viel Wasser verbrauchen. Tropft der Hahn z.B. selbst nur alle zwei Sekunden, können daraus 800 Liter im Jahr werden. Bei einer defekten Toilettenspülung noch weitaus mehr – bis zu 20 Liter die Stunde! Schnelles Reparieren lohnt sich daher auch finanziell.
  • Behalte den Zustand der Zu- und Abflüsse im Blick und lass sie regelmäßig warten. Durch undichte Leitungen oder schadhafte Schnittstellen kann kontinuierlich Wasser austreten und nicht immer macht sich ein Leitungsschaden sofort bemerkbar – Wasser kann auch unbemerkt ins Erdreich versickern. Kontaktiere deinen Wasserversorger bzw. die Hausverwaltung, wenn du ein Leck vermutest.

7. Im Garten: Greife auf Regenwasser beim Gießen zurück und lass das Gras etwas länger wachsen

  • Wähle grundsätzlich Pflanzen, die an die regionalen klimatischen Bedingungen angepasst sind und die auch ohne intensive, künstliche Bewässerung auskommen.
  • Sammle und verwende Regenwasser zum Gießen anstelle von Leitungswasser – die meisten Pflanzen mögen das kalkarme Regenwasser ohnedies lieber.
  • Am besten morgens oder abends und nicht in der Mittagshitze und direkt im Wurzelbereich gießen, damit die Verdunstung über den Blattoberflächen gering ist.
  • Gegen Verdunstung hilft es auch die Erde mit Mulch (Laub, Rinde, Grasschnitt) zu bedecken.
  • Verzichte auf Rasensprenger zur Bewässerung, denn dabei verdampft viel Wasser. Durch Tropf- oder Perlschläuche kann bis zu 70% Wasser beim Gießen eingespart werden.
  • Mähe das Gras nicht zu oft, denn je kürzer er ist, desto schneller trocknet er aus und muss intensiver bewässert werden. Eine Wiese, die nur alle paar Wochen geschnitten wird, ist blumenreicher und hält die Feuchtigkeit zurück.
  • Pools müssen jährlich neu mit Wasser befüllt werden, was zu kurzzeitigen Verbrauchsspitzen in manchen Regionen führt und die Trinkwasserversorgung gefährden kann – ökologischere Alternativen, die auch ohne Chemie auskommen, sind Schwimmteiche oder Naturpools.

8. Nutze seltener Hochdruckreiniger & die Waschstraße

Setze Hochdruckreiniger möglichst selten ein – diese haben einen hohen Wasserverbrauch. Bei geringen Verschmutzungen tut es herkömmliches Putzen mit Kübel und Tuch oftmals auch.Für Autobesitzer:innen: Für eine herkömmliche Autowäsche können auf einen Schlag bis zu 1.000 Liter Wasser verbraucht werden – deshalb lieber weniger oft in die Waschstraße fahren und wenn, dann Autowaschanlagen wählen, die auf Wiederaufbereitung des Wassers setzen. Wusstest du eigentlich? Das Auto selbst zu waschen ist nicht bzw. nur unter bestimmten Voraussetzungen gestattet, damit Schadstoffe und vor allem chemische Reinigungsmittel nicht ungefiltert in den Boden oder den Kanal gelangen.

Wusstest du eigentlich? Das Auto selbst zu waschen ist nicht bzw. nur unter bestimmten Voraussetzungen gestattet, damit Schadstoffe und vor allem chemische Reinigungsmittel nicht ungefiltert in den Boden oder den Kanal gelangen.

Soviel Wasser verbrauchen wir in Österreich täglich

Der direkte Wasserverbrauch einer Person beträgt in Österreich rund 130 Liter Wasser pro Tag. Die größte Wassermenge wird dabei über den Wasserhahn verbraucht (27 %), dicht gefolgt von der WC-Spülung (25 %) und der Dusche (19 %). Auf Platz vier folgt die Waschmaschine (10%) und der Wasserverbrauch fürs Gießen Pflanzen (9%). Pool (5%), Badewanne (3%) und Geschirrspüler (2%) teilen sich die letzten Plätze. Unser direkter Wasserbrauch über die Leitung ist aber nur ein Bruchteil unseres gesamten Wasserverbrauchs. Wird auch der indirekte (virtuelle oder versteckte) Wasserverbrauch berücksichtigt, beträgt der Wasserbedarf einer Person in Österreich rund 4.700 Liter Wasser pro Tag

So viel Wasser benötigen die Österreicher:innen durchschnittlich pro Tag und Kopf. Vieles davon ist auf das „virtuelle“ Wasser zurück zu führen – etwa für Lebensmittel oder Konsumgüter wie Kleidung oder Smartphone. © BMLRT

Wasserfußabdruck erklärt

Der Wasser-Fußabdruck misst die Menge an Wasser, die für die Herstellung aller von uns genutzten Waren und Dienstleistungen verbraucht wird. Er kann für einen einzelnen Prozess wie den Reisanbau, für ein Produkt wie eine Jeans, für den Kraftstoff, den wir in unser Auto tanken oder für ein ganzes multinationales Unternehmen gemessen werden. Der Wasserfußabdruck kann uns auch sagen, wie viel Wasser in einem bestimmten Land – oder weltweit – in einem bestimmten Flusseinzugsgebiet oder aus dem Grundwasser verbraucht wird. Tipp: Hier kannst du austesten, wie hoch dein Wasserfußabdruck ist!

Zum Wasserverbrauch überregional

Auf Länderebene unterscheidet man beim virtuellen Wasser zwischen internem und externem Wasserverbrauch – nur rund ein Drittel des in Österreich konsumierten virtuellen Wassers stammt aus heimischen Wasservorkommen (= interner Verbrauch). Der Rest stammt von im Ausland produzierten und in Österreich konsumierten Waren (= externer Verbrauch) – dazu zählen zum Beispiel wasserintensive, importierte Produkte wie Baumwolle oder Kaffee. Mehr zu virtuellem Wasser

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