Diese Seite nutzt Cookies. Durch die fortgesetzte Benützung der Seite stimmen Sie der Cookienutzung zu. Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie in derDatenschutzerklärung.

KategorienWissenswertGegen die Plastikflut: Neues Einwegpfandsystem in Österreich ab 2025

Man kennt es von Glasflaschen – beim Bezahlen wird das Pfand mitverrechnet und bei der Rückgabe des Leergutes bekommt man dieses wieder zurück. Ab 2025 soll dieses System nun auch für Plastikflaschen und Getränkedosen gelten, so sieht es die neue Novelle des Abfallwirtschaftsgesetz vor. Zusätzlich soll bereits 2024 das verbindliche Mehrwegangebot schrittweise in die Geschäfte zurückkehren, das heißt alternativ zu Einwegverpackungen soll für jedes Getränk, das im Supermarkt verkauft wird auch eine Alternative in einem wiederbefüllbaren Behältnis angeboten werden.

Von den jährlich mehr als 900.000 Tonnen Plastikmüll in Österreich entfallen 50.000 Tonnen auf Getränkeverpackungen. In Flaschen und Dosen ausgedrückt: 2,5 Milliarden Flaschen und Dosen. Durch Maßnahmen wie ein Einwegpfand und das Anbieten von Mehrwegalternativen kann dieser Müllberg verkleinert werden.

Vorteile eines Einwegpfandsystems

© Unsplash

Das Einwegpfandsystem schont nicht nur die Umwelt, sondern hilft auch dabei EU-Ziele zu erreichen und so Steuern zu sparen. Ein Pfandsystem hebt nämlich die Recyclingquote, welche laut EU-Vorgaben bis 2029 auf 90 Prozent steigen muss. Momentan liegt diese in Österreich bei 70 Prozent, aber wenn mehr recycelt wird, muss auch weniger Plastiksteuer an die EU gezahlt werden. Zum Vergleich: In anderen europäischen Länder, beispielsweise Schweden, Finnland, Dänemark, Niederlande, Estland und Deutschland, welche bereits ein Einwegpfandsystem umgesetzt haben, ist die Sammel- und Recyclingquote deutlich höher.

Ein weiterer Vorteil, der sich durch die Einführung eines Pfandsystems ergibt, ist jener, dass mehr lebensmitteltaugliche Kunststoffrezyklate aus der sortenreinen Sammlung hergestellt werden kann, welche ab 2025 verpflichtend zu 25 Prozent in PET-Flaschen enthalten sein müssen. Da momentan auf dem österreichischen Markt diese speziellen Rezyklate, also aufbereitete Kunstoffabfälle, die für Lebensmittel zugelassen sind, nicht vorhanden sind, müssen diese in großem Maße importiert werden. Nicht zuletzt ist ein Einwegpfandsystem auch für Konsument:innen eine Erleichterung, denn die meisten Getränkeverpackungen können so einfach im Geschäft zurückgegeben und dann der Wiederverwertung zugeführt werden.

Verbindliche Mehrwegquote – was heißt das?

© Unsplash

Durch eine bereits ab 2024 geltende verpflichtende Mehrwegquote wird außerdem sichergestellt, dass es Getränke auch in Mehrwegverpackungen gibt und zwar über alle Getränkekategorien hinweg, dies gilt also beispielsweise auch für Mineralwasser, alkoholfreie Erfrischungsgetränke und Milch. So können Konsument:innen in Zukunft wählen welcher Variante sie den Vorzug geben wollen. Ziel ist es den Anteil an Getränken in Mehrwegflaschen bis 2030 auf 30 Prozent zu steigern, denn beispielsweise Glasflaschen sind bis zu 50 Mal wiederbefüllbar und deren Verwendung spart sowhl Energie als auch Ressourcen.

Mehrweg Logo


Wer jetzt bereits verstärkt auf Mehrweggetränkeverpackungen setzen möchte kann sich übrigens am mehrweg-Label orientieren, welches umweltfreundliche Mehrwegsysteme bei Getränkeverpackungen eindeutig ausweist.

Quellen und weitere Informationen:

Seite teilen