Diese Seite nutzt Cookies. Durch die fortgesetzte Benützung der Seite stimmen Sie der Cookienutzung zu. Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie in derDatenschutzerklärung.

Ratgeber

Kleidung

  • 30 %

    der Menschen in Österreich kaufen Kleidung online

  • 115.000 t

    Alttextilien jährlich in Österreich

  • 1,2 Mrd. t

    CO2 weltweit jährlich durch Textilindustrie verursacht

Nicht ausreichende Arbeitsstandards in Textilfabriken, ein hoher Ressourcen- und Energieverbrauch sowie die Verwendung von Chemikalien – es gibt zahlreiche Argumente bei der Modeauswahl genauer hin zu schauen. Im Gegensatz zur „Fast Fashion“, welche schnelllebige Mode forciert, steht die „Slow Fashion“ Bewegung für einen Bewusstseinswandel und Entschleunigung in der Modewelt. Dadurch soll die Anzahl der neuen Kollektionen pro Jahr reduziert, die Arbeitsbedingungen der Arbeiterinnen und Arbeiter verbessert, Transparenz im Produktionsprozess ermöglicht und ein nachhaltigeres Konsumverhalten gefördert werden. Gütesiegel dienen hierbei der Orientierung, welche Materialien und Stoffe genutzt werden, ob sie wiederverwendet und unter welchen Bedingungen sie verarbeitet wurden.

Worauf Sie achten sollten

  • Natürliche und unbehandelte Materialien
    • Vermeiden Sie synthetische Materialien, wie beispielsweise Polyester, Polyamid, Elasthan oder Polyacryl. Diese werden aus den Grundstoffen Kohle, Erdöl oder Erdgas gewonnen.
    • Kaufen Sie stattdessen lieber Naturfasern wie Wolle, Leinen, Hanf oder Bio-Baumwolle.
    • Vermeiden Sie chemisch behandelte Kleidung um Ihre Gesundheit zu schützen.
    • Anerkannte Labels, die die Verwendung von Chemikalien reglementieren sind der Blaue Engel, Bluesign, GOTS, Naturtextil IVN zertifiziert BEST und der Grüne Knopf.
    • Auch bei Sport- und Funktionskleidung sollten Sie bevorzugt natürliche Textilien wählen, wie Merinowolle oder TENCEL™, eine Funktionsfaser mit botanischem Ursprung. Sie hat dieselben positiven Eigenschaften, wie gängige synthetische Fasern und ist dabei auch noch frei von Chemie.
  • Biologische Rohstoffe aus fairer Produktion
    • Beim Kauf von Baumwolle zahlt es sich aus, auf anerkannte Gütesiegel zu achten, die die biologische Produktion zertifizieren.
    • Dazu gehören GOTS (Global Organic Textile Standard), IVN, EU-ECO Label und das FAIRTRADE Zeichen für fair gehandelte Textilien.
    • Sie garantieren, dass die Baumwolle frei von Genmanipulation und Pestiziden ist.
    • Außerdem wird beim Bio-Anbau weniger Wasser verbraucht und der Ackerboden weniger belastet, weshalb er über Jahrzehnte nutzbar bleibt.
  • Umweltschonende Verarbeitung
    • Bei allen anderen Naturtextilien geben zusätzlich das Europäische Umweltzeichen und ÖKO-TEX STANDARD 100 PLUS eine Aussage darüber, wie umweltschonend die Weiterverarbeitung der Textilien ist.
    • Naturtextil (Better und Best) sowie EKO Sustainable Textile garantieren zudem die biologische Produktion sowie die Berücksichtigung von sozialen Kriterien.
  • Österreichische Produktion
    • Um Transportwege minimal zu halten und sicherzugehen, dass die Kleidung unter Einhaltung gewisser sozialer und ökologischer Standards hergestellt wurde, ist es sinnvoll sich für regional hergestellte Produkte zu entscheiden.
    • Wenn das nicht möglich ist, unterstützen Sie Initiativen wie Fair Wear, die sich für faire Arbeitsbedingungen und soziale Standards einsetzen.
  • Artgerechte Tierhaltung
    • Daunenprodukte aus artgerechter Tierhaltung sind an dem Label Global Traceable Down Standard zu erkennen.
    • Der Outdoorproduzent Patagonia kennzeichnet solche Produkte mit der Eigenmarke 100% Traceable Down.
  • Clean Clothes Kampagne
    • Bei der Suche von Sportbekleidung ist es sinnvoll sich an der Herstellerinnen- und Hersteller-Bewertung zu orientieren, die von der Clean Clothes Kampagne durchgeführt wurde.
    • Als besonders „clean“ gelten Haglöfs, Jack Wolfskin, Maier Sports, Mammut, Odlo, Patagonia, Schöffel und Vaude.
  • Second Hand Ware
    • Bei gebrauchter Kleidung werden keine neuen Ressourcen benötigt.
    • Zudem wird die Schadstoffbelastung auf den Körper minimiert, da sich bedenkliche Farb- und sonstige Stoffe bei Second Hand-Kleidung meist schon ausgewaschen haben.
  • Waschen vor der ersten Nutzung
    • Wenn Sie nicht sicher sind, unter welchen Bedingung ein Kleidungsstück produziert und transportiert wurde, empfiehlt es sich, ungetragene Kleidung vor dem ersten Mal tragen zu waschen.
    • So können Sie sichergehen, dass keine Chemikalien mit der Haut in Berührung kommen.

Labels und Gütezeichen für Kleidung & Textilien (38)

Kleidung auf Kleiderbügeln
© Unsplash

Fair Fashion kaufen leicht gemacht

Um nachhaltige Mode zu finden, die regional und unter guten Bedingungen hergestellt wurde und eine höhere Qualität aufweist, gibt es inzwischen viele Möglichkeiten. Beispielsweise bietet der Fair Fashion Guide, den die Arbeiterkammer Oberösterreich gemeinsam mit getchanged.net herausgibt, umfangreiche Infos zum Thema nachhaltige Mode. Zudem findet man auf der Webseite Shops in der Nähe, die nachhaltige Kleidung anbieten.

Weniger lesenMehr lesen

Weitere Möglichkeiten Fair Fashion zu kaufen ist auf Designmärkten, wie Feschmarkt und Edelstoff. Dort lernt man auch die Menschen dahinter persönlich kennen und kann vor Ort Bedenken kritisch äußern. Wer in Wien wohnt, wird auch in Shops wie Green Ground oder Zerum fündig. Wer lieber im Internet einkauft, findet unter www.greenality.de nachhaltige Mode. Auch unter www.avocadostore.at gibt es eine große Auswahl an Kleidung, aber auch an Heimtextilien und Möbeln.

Baumwolle
© Unsplash

Baumwolle aus fairem Handel

Mehr als zehn Millionen Menschen leben in Westafrika, einem der größten Anbaugebiete der Welt, allein vom Baumwollanbau. Da die Weltmarktpreise für Baumwolle stark schwanken, ist die Existenz vieler kleinbäuerlicher Familien nicht gesichert.

Weniger lesenMehr lesen

Der faire Handel unterstützt nicht nur die Produzentinnen und Produzenten vor Ort durch eine faire Bezahlung, sondern auch die Natur und wir selbst profitieren durch:

  • die beste Baumwollqualität (hohe Qualitätsstandards),
  • das gentechnikfreie Saatgut,
  • den kontrollierten Warenfluss,
  • die nachhaltigen Anbaumethoden bis hin zum Bio-Anbau,
  • die Förderung kleinbäuerlicher Strukturen und
  • den Schutz der Böden, der Gewässer und des Weltklimas.

Die Produzentinnen und Produzenten erhalten faire Preise, unabhängig von stark schwankenden Weltmarktpreisen. So können sie eigenverantwortlich wirtschaften, ihre Existenz weitgehend sichern und menschenwürdige Lebens- und Arbeitsbedingungen schaffen.

Mit dem Kauf FAIRTRADE-zertifizierter Produkte leisten Sie einen Beitrag zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Kleinbauernfamilien und zur Vermeidung ausbeuterischer Kinderarbeit.

Kleidungsstücke
© Pexels

Fashion made in Austria

In Österreich wächst zwar keine Baumwolle, trotzdem gibt es regional produzierte Rohstoffe, die in der Textilbranche verarbeitet werden. Regionale Alternativen sind zum Beispiel Flachs, Hanf und Wolle. Ein Textilstück gilt ausschließlich dann als „regional“, wenn die Arbeitsschritte von der Rohstoffproduktion bis zum fertigen Textil vorrangig in Österreich stattfinden.

Weniger lesenMehr lesen

Zwar kann Baumwolle aus klimatischen Gründen nicht angebaut werden, die Produktion der alten Kulturpflanzen Flachs (für Leinen) und Hanf ist aber wesentlich umweltfreundlicher – etwa hinsichtlich des Wasserbedarfs. Die etwas gröbere Schafwolle aus österreichischer oder allgemein europäischer Produktion wird meist für Decken, Filz- und Walkwaren sowie für Dämmstoffe verwendet.

Mit dem Kauf regional verarbeiteter Textilien unterstützen Sie heimische, meist kleine Betriebe und sichern so Arbeitsplätze in der Region. Zudem bewahren Sie traditionelles Handwerk und Wissen zur Textilproduktion.

Farbige T-Shirts
© Unsplash

Bedenkliche Stoffe in Textilien

Oftmals werden bei der Herstellung von Textilien Stoffe zugesetzt, die gewisse Eigenschaften künstlich verbessern. So gibt es beispielsweise Chemikalien, die zugesetzt werden können, um Mikroben abzutöten, Geruchsbildung oder das Ausfärben zu verhindern. Auch wenn das sicherlich praktisch sein kann, gibt es Hinweise darauf, dass manche dieser Stoffe gesundheitliche Beeinträchtigungen wie Allergien, Hautausschläge, Sehstörungen oder Hirnschädigungen hervorrufen können.

Weniger lesenMehr lesen

Um das zu vermeiden, wird bei Textilien mit folgenden Kennzeichnungen vom Kauf abgeraten:

  • antimikrobiell / sanitized d.h. Mikroben abtötend
  • antismell d.h. keine unangenehme Geruchsbildung
  • antistatisch d.h. elektronische Aufladungen verhindernd
  • bügelfrei / permanent press: hierzu wird häufig Formaldehyd verwendet, eine Chemikalie, die als krebserregend, hautreizend und allergieauslösend gilt
  •  desodorierend d.h. unangenehmen Körpergeruch beseitigend
  • easy-care-behandelt und pflegeleicht sind Sammelbegriffe für schmutzabstoßende und fleckabweisende Pflegeausrüstung
  • flammgeschützt
  • fußpilzhemmend
  • wash and wear d.h. leicht zu waschen, kein Bügeln notwendig
  • PFC d.h. per- und polyfluorierte Chemikalien, die vor allem bei Outdoor-Bekleidung eingesetzt werden, um das Produkt wasser-, fett- und schmutzabweisend zu machen

Es gibt auch Textilien, die chemisch behandelt werden, um der Farbe oder Textur einen interessanten Effekt zu verleihen. Auch hier wird vom Kauf abgeraten. Zu den Bezeichnungen gehören:

  • Crash Look: Hierbei werden Produkte chemisch behandelt, sodass sie besonders zerknittert aussehen und auch so bleiben.
  • Fade-out / Used Look: Vor allem bei Jeans sehr beliebt, wird allerdings durch das Sandstrahlenverfahren hergestellt, das viel Feinstaub erzeugt und die Arbeiterinnen und Arbeiter gesundheitlich stark belastet. In manchen Ländern ist dieses Verfahren bereits verboten. Abgetragen aussehende Jeans kauft man daher am besten tatsächlich abgetragen, zum Beispiel im Second Hand-Geschäft.

Schadstoffbelastete Färbemittel

Auch bei der Färbung kommen häufig Schadstoffe zum Einsatz. Vor allem bei schwarzen Kleidungsstücken ist die Färbung oft stark schadstoffbelastet und von minderer Qualität. So kommt es bei der schwarzen Färbung von Kunstfasern oft vor, dass die Färbung sich nicht richtig mit dem Stoff verbinden und bei Hautkontakt leicht durch Schweiß ausgewaschen werden kann und so in den Körper gelangt. Dort kann die Farbe Hautreizungen und sogar Allergien hervorrufen. Nachhaltige Labels achten hingegen darauf möglichst umwelt- und gesundheitsverträgliche Farben einzusetzen.

Pullover aus Baumwolle
© Unsplash

Produktion von Biotextilien und ihre Vorteile

Immer mehr Designerinnen und Designer setzen auf biologisch produzierte Baumwolle. Trotzdem ist immer noch nur ein Bruchteil der jährlich geernteten 25 Millionen Tonnen Baumwolle in Bioqualität. Allerdings sind ökologisch angebaute Textilien konventionellen Erzeugnissen in vieler Hinsicht überlegen.

Weniger lesenMehr lesen

  • Bio-Baumwolle ist aufgrund der natürlichen Erzeugung hautverträglicher.
  • Das Saatgut ist gentechnikfrei.
  • Es werden keine chemisch-synthetische Düngemittel und Pestizide eingesetzt.
  • Bio wird nicht in Monokulturen angebaut, weshalb der Ackerboden viele Jahrzehnte lang verwendet werden kann und die Biodiversität erhalten bleibt.
  • Die Ernte erfolgt von Hand, weshalb auf giftige Entlaubungsmittel verzichtet werden kann.
  • Es werden nur Naturdünger und natürliche Schädlingsbekämpfung verwendet.

Die Begriffe „Bio“, „kbA“ (kontrolliert biologischer Anbau) und „organic“ sind geschützt, das heißt die Textilien müssen von einer anerkannten Kontrollstelle hinsichtlich der verwendeten Baumwolle zertifiziert sein. „kbT“ (kontrolliert biologische Tierhaltung) bedeutet, dass die Wolle von Tieren stammt, die nach den Bio-Richtlinien gehalten werden.

Ökologische Weiterverarbeitung

Die biologische Produktion textiler Rohstoffe (wie Baumwolle, Wolle oder Leinen) ist nur ein Aspekt ökologischer Textilien. Genauso wichtig ist die Art der Verarbeitung. Selbst Naturfasern aus 100 Prozent Baumwolle können gesundheitsschädliche Substanzen enthalten. Diese werden den Naturfasern hinzugefügt, um die Stoffe knitterfrei, weich und bunt zu machen. Darunter sind Farbstoffe, Formaldehyd, Chlorbleichmittel und optische Aufheller zu verstehen. Rund zehn bis 15 Prozent solcher Chemikalien bleiben im Stoff und kommen direkt mit der Haut in Kontakt.

Weniger lesenMehr lesen

Geprüfte und zertifizierte Naturtextilien sind gut für die Haut, weil kaum Rückstände von gesundheitsschädlichen Stoffen in der Textilfaser zurückbleiben und reduzieren damit auch das Allergierisiko. Sie sind aber auch gut für die Umwelt, weil während der Produktion durch den geringen und sachgemäßen Einsatz von Chemikalien weniger belastende Abwässer entstehen und der Energie- und Wasserverbrauch gesenkt wird.

Faire Arbeitsbedingungen

Auch die Arbeitsbedingungen bei der Produktion sind ein wichtiges Thema, da grundlegende Sicherheits- und Gesundheitsstandards häufig nicht respektiert werden. Es gibt Organisationen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, faire Arbeitsbedingungen in der Bekleidungs- und Sportartikelproduktion weltweit durchzusetzen.

Weniger lesenMehr lesen

Clean Clothes Kampagne

Die Clean Clothes Kampagne setzt sich weltweit aktiv für faire Arbeitsbedingungen in der Bekleidungs- und Sportartikelproduktion ein. Grundlage für die Beurteilung ist die allgemeine Erklärung der Menschenrechte. In regelmäßigen Befragungen und Recherchen erhebt das Netzwerk Informationen zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten und vertritt dabei die folgenden Grundsätze:

  • Keine Zwangsarbeit
  • Keine Diskriminierung
  • Keine Kinderarbeit
  • Keine exzessiven Arbeitszeiten
  • Vereinigungsfreiheit und Kollektivvertragsverhandlungen
  • Betrieblicher Arbeits- und Gesundheitsschutz
  • Festes Beschäftigungsverhältnis
  • Bezahlung eines existenzsichernden Lohns (living wage)

Fair Wear Foundation

Die Fair Wear Foundation ist eine weitere Kontroll-Initiative, die sich der Umsetzung von sozialen Standards in den Produktionsstätten vor Ort und der Verbesserung von Produktionsbedingungen widmet. Die sozial korrekte Herstellung bedeutet aber im Umkehrschluss noch nicht, dass dabei auch ökologisch unbedenkliche Textilien entstehen. Diese Initiative fokussiert sich auf die folgenden Kriterien:

  • ILO-Kernarbeitnormen
  • Existenzsichernder Lohn
  • Keine exzessiven Arbeitszeiten
  • Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz
  • Festes Beschäftigungsverhältnis
  • Trainings für Management und Arbeiterinnen und Arbeiter
  • Kriterien gelten für alle Konfektionsbetriebe der Kette

Kein einheitliches Gütesiegel für Kleidung

Es gibt bisher noch kein einheitliches Gütesiegel für Kleidung, die nach ökologischen Richtlinien und zu fairen Bedingungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette produziert wird. Im Label-Kompass finden sich Gütesiegel für Kleidung aus Baumwolle oder Wolle, die ökologische und soziale Kriterien einhalten. Aber auch hier ist zu beachten, dass einige Labels nicht alle Kriterien, das heißt ökologische, gesundheitliche und soziale Standards, erfüllen. Wichtig zu wissen: Viele Labels erfüllen nur Teilaspekte.

Weniger lesenMehr lesen

  • Naturtextil IVN zertifiziert BEST

Das Naturtextil IVN zertifiziert BEST ist ein Qualitätssiegel, welches für hochwertige, konsequent ökologische und sozial verträgliche Textilien steht. BEST-zertifizierte Produkte erfüllen höchste ökologische Ansprüche und wurden sozialverträglich produziert. Die Kriterien umfassen unter anderem: Ökologische Kriterien (Rohstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau, eingeschränkter Einsatz umweltschädlicher- und gesundheitsschädlicher Inhaltsstoffe, umweltschonende bzw. ressourcenschonende Produktion und Abwasseraufbereitung) und soziale Kriterien. Dazu zählen beispielsweise das Verbot von Zwangs- und Kinderarbeit, sichere und hygienische Arbeitsbedingungen, existenzsichernde Löhne und geregelte Arbeitszeiten (ein freier Tag/ Woche, nicht mehr als regelmäßig 48 Stunden/Woche Arbeitszeit, nicht mehr als 12 Überstunden/Woche) etc.

  • GOTS Global Organic Textile Standard

GOTS wurde vom Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft (IVN) zusammen mit anderen internationalen Textilverbänden entwickelt. Das soziale Managementlabel legt Arbeitsbedingungen und soziale Kriterien für den Firmenstandort fest. Ebenso geht das Label auf Umweltkriterien ein. Das Qualitätssiegel steht für hochwertige, konsequent ökologische und sozial verträgliche Textilien, die aus mindestens 70 Prozent ökologisch erzeugten Naturfasern bestehen.

  • Wear Fair Foundation

Mit dem Wear Fair Foundation-Label werden Unternehmen bewertet und keine einzelnen Produkte. Dabei handelt es sich um ein anspruchsvolles Label, das wesentlich zu Verbesserungen der fairen Produktionsbedingungen von Textilien beiträgt. Zu den Kriterien zählen: Keine Zwangsarbeit, keine Diskriminierung, keine Kinderarbeit, Versammlungsfreiheit und Recht auf Tarifverhandlungen, Existenzlohn statt nur Mindestlohn, keine exzessiven Überstunden, rechtlich verbindliche Arbeitsverträge, Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz sowie Trainings für Management und Arbeiterinnen und Arbeiter.


Sport- und Funktionsbekleidung

Zum Sport gehört auch die passende Kleidung dazu – diese soll etwa wasserabweisend, schnell trocknend und geruchshemmend sein. Um Textilien diese Eigenschaften zu verleihen, setzen viele Herstellerinnen und Hersteller Chemikalien ein. Funktionsbekleidung im herkömmlichen Sinn besteht hauptsächlich aus Kunstfasern, wie Polyester und beruht somit auf Erdölbasis.

Person in Sportbekleidung
© Unsplash

Chemikalien in funktionaler Sportbekleidung

Häufig kommt Synthetik Einsatz, um die Kleidung leicht und schnelltrocknend zu machen. Darüber hinaus werden per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) eingesetzt, um Kleidung, wie Jacken, Hosen oder Handschuhe, wasser- und schmutzabweisend zu machen. Problematisch ist, dass diese Stoffe – wenn sie einmal in die Umwelt gelangt sind – nur mehr schwer abbaubar sind. Neben den negativen Auswirkungen auf die Flora und Fauna sind auch Menschen selbst direkt von den Auswirkungen belastender Chemikalien betroffen.

Weniger lesenMehr lesen

Dies gilt sowohl für die Menschen, die in den produzierenden Betrieben tätig sind, als auch für die Konsumentinnen und Konsumenten, die mit den Textilien über die Haut in Berührung kommen. Sie werden in Kläranlagen nicht vollständig abgebaut und können sich dadurch in der Nahrungskette und somit auch im menschlichen Organismus anreichern.

Grünblauer Stoff in Markoaufnahme
© Pixabay

Natürliche Alternativen zu Synthetik

Mittlerweile gibt es auch natürliche Rohstoffe, aus denen Sportbekleidung bestehen kann – wie beispielsweise Wolle, Seide oder Tencel.

Weniger lesenMehr lesen

  • Wolle kann bis zu einem Drittel ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen und hält die Trägerin und den Träger auch warm, wenn es feucht-kalt ist. Außerdem kann Wolle durch ihren chemischen Aufbau unangenehme Gerüche aufnehmen und binden und baut diese lediglich durch längeres Lüften in feuchter Umgebung wieder ab.
  • Ein besonders optimales Gewebe für Funktionswäsche aus Naturfasern ist die Mischung von Merinowolle und Seide: Die Seide verstärkt die atmungsaktiven und wärmenden Eigenschaften der Wolle und macht das Tragegefühl noch angenehmer.
  • Eine weitere gesunde und umweltfreundliche Alternative ist die Funktionsfaser TENCEL®, die sehr saugfähig ist und eine kühlende Wirkung hat. Die Funktionsfaser mit botanischem Ursprung wird aus Holz gewonnen, wobei die Bäume aus nachhaltig bewirtschafteten Plantagen stammen. Die Faserherstellung selbst ist aufgrund eines geschlossenen Kreislaufes vergleichsweise umweltfreundlich und kommt ganz ohne schädliche Chemikalien aus.


Daunen

Daunen sind Gänsefedern, die zur Fütterung von Kleidungsstücken sowie bei Bettwaren ihre Bedeutung finden. Aus Sicht des Tierschutzes sind Daunen kritisch zu betrachten. Für tierschutzbewusste Konsumentinnen und Konsumenten ist es besser, ganz auf Daunenprodukte zu verzichten oder nur lückenlos zertifizierte Produkte zu kaufen. 

Gänsedaune in Nahaufnahme
© Pixabay

Maschinen- oder Lebendrupf

Generell werden Daunen in Maschinenrupf und Lebendrupf unterschieden. Einige österreichische Betriebe garantieren mittlerweile, dass in ihren Produkten keine Daunen aus Lebendrupf verarbeitet werden. Allerdings wird damit aber keine Aussage darüber getroffen, wie diese Tiere gehalten wurden. Aufgrund der Tatsache, dass es keine firmenunabhängigen Gütezeichen zur Daunenherkunft gibt, ist es für die Konsumentinnen und Konsumenten selten ersichtlich, woher die Daunen kommen und ob die Daunen im lebendigen oder toten Zustand gerupft wurden.

Weniger lesenMehr lesen

  • Beim Maschinenrupf werden die Mastgänse nach der Schlachtung gerupft und sind somit bereits tot, wenn der sonst schmerzhafte Vorgang erfolgt.
  • Beim Lebendrupf (auch: Pusztarupf) werden die Gänse von Februar bis November bis zu vier Mal gerupft und die Daunen wachsen regelmäßig nach. In den meisten Betrieben werden die Tiere gleichzeitig gemästet, um jede Gans doppelt nutzen zu können. Dabei handelt es sich fast ausschließlich um Gänse aus der Stopfleberproduktion. Beim Rupfvorgang werden die Arbeiterinnen und Arbeiter pro Stück bezahlt und für das Wohl der Tiere bleibt dabei keine Zeit. Gebrochene Beine, Flügel und offene Wunden sind nicht selten. Für die Gänse stellt diese Behandlung eine enorme Stresssituation dar, die häufig zu Folgeerkrankungen führt. Der Lebendrupf ist in der EU verboten.

Zwei Gänse
© Unsplash

Artgerechte Tierhaltung

Die Outdoor Marke Patagonia setzt sich zum Beispiel für artgerechte Tierhaltung ein und verwendet seit Herbst 2014 für seine Daunenprodukte nur noch Daunen mit lückenlosem Herkunftsnachweis. Das heißt, dass die Daune darin zu Vögeln zurückverfolgt werden kann, die niemals zwangsgefüttert oder lebend gerupft wurden.

Weniger lesenMehr lesen

Gekennzeichnet werden die Produkte mit der Eigenmarke 100% Traceable Down, welche die Ansprüche des Global Traceable Down Standards erfüllt. Dieser Standard wurde in Zusammenarbeit mit Stakeholdern aus Industrie, Herstellerinen und Herstellern, Händlerinnen und Händlern, Tierschutzvereinen sowie den Vier Pfoten International, Handelsorganisationen und anderen NGOs entwickelt.

Seite teilen