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KategorienStart-ups aus ÖsterreichKlimafreundlich leben mit…“Die Pflanzerei“

Start-Up-Gründerin Nadina Ruedl bietet mit „Die Pflanzerei“ eine breite Palette veganer Hausmannskost. Im Interview erzählt sie darüber, wie alles begann und wie „Der Gustl“ mittlerweile Gesellschaft von der „Mitzi“ und dem „Kaiser Franzl“ bekommen hat.

Wie ist die Idee entstanden, „Die Pflanzerei“ zu gründen?

Begonnen hat alles 2021 mit dem „Gustl“, unserer pflanzlichen Leberkäse-Alternative. Das klassische Leberkässemmerl war für mich persönlich das, was mir bei der Umstellung auf eine pflanzliche Ernährung anfangs am meisten gefehlt hat. Und so war schon der Grundgedanke von „Die Pflanzerei“ geboren: der Wunsch, österreichische Klassiker, die wir noch von unseren Großeltern kennen und die traditionsgemäß sehr fleischlastig sind, auf pflanzlicher Basis anzubieten. Besonders wichtig ist mir dabei die Nachhaltigkeit: Wir setzen auf Transparenz bei Inhaltsstoffen, regionale und faire Produktion und echtes Handwerk u.a. durch die Zusammenarbeit mit einem Metzger. Und natürlich auf viel Geschmack, nur eben ohne Fleisch. Gleichzeitig wollen wir unseren Kund:innen auch mit Fachwissen, Beratung und Service zur Seite stehen – wie in einer klassischen Metzgerei, nur eben mit veganen Produkten.

Wie hat sich das Projekt weiterentwickelt bzw. wo stehst du heute?

Es war eine aufregende Reise bisher – als Start-Up strebst du immer danach, möglichst schnell und agil zu sein und zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Eine gute Stütze am Weg war z.B. auch das Start-Up-Programm greenstart, wo ich u.a. durch Mentoring begleitet wurde. Mittlerweile ist die „Pflanzerei“ auf vier Mitarbeiter:innen angewachsen und bietet neben dem „Gustl“ noch rund 20 weitere, rein pflanzliche Produkte, darunter Vleischlaberl („Flotti Lotti“), veganes Schnitzel („Wiener Mitzl“), aber auch Süßes wie Kaiserschmarrn („Kaiser Franzl“). Komponenten dabei sind dabei u.a. Erdäpfel, rote Rübe, Erbsen, Soja, Zwiebel, Karfiol und Gewürze – es ist spannend was sich mit pflanzlichen Proteinen und sich kontinuierlich verbessernden Techniken bewerkstelligen lässt.

Was waren unternehmerisch betrachtet die größten Erfolge und Herausforderungen bisher?

Schon von Anfang an habe ich mit der Pflanzerei einen inklusiven Ansatz verfolgt, der Fleischesser:innen und Veganer/Vegetarier nicht gegeneinander ausspielt, sondern Brücken schlägt. Mir ist wichtig, nicht dogmatisch ans Thema vegane Ernährung heranzugehen, sondern mit unseren Produkten Angebote und Anreize zu schaffen, um mehr Menschen für pflanzliche Produkte zu begeistern und zu zeigen: Schaut was alles möglich ist – ganz ohne tierische Produkte. Ein unternehmerisch betrachtet wichtiges Learning war, dass man nicht immer alles selbst machen muss und auch Dinge abgeben kann – das ist nicht immer leicht, vor allem wenn man leidenschaftliche Unternehmerin ist und natürlich auch mit viel Herzblut bei der Sache. Spannend, aber auch herausfordernd ist es nach wie vor sich mit Fragen rund um Rohstoffe, Logistik und Zubereitungsarten zu beschäftigen und Wege zu finden, um die Produkte laufend zu optimieren.

Hast du einen Tipp für Konsument:innen, um nachhaltigere Konsumentscheidungen zu treffen?

In Österreich essen wir vergleichsweise viel Fleisch – im Schnitt 58kg pro Jahr und Person – was sich negativ auf unseren ökologischen Fußabdruck, Tierwohl und auch unsere Gesundheit auswirken kann. Wenn ich zum Beispiel nur 1 oder 2 Mal in der Woche tierisches Protein durch pflanzliches ersetze, macht das schon einen Unterschied – da muss niemand von einem Tag auf den anderen Veganer werden. Noch nie hat es so viele vegane Produkte am Markt gegeben, mit denen man ohne großen Aufwand oder Vorwissen in die pflanzliche Ernährung eintauchen kann. Wer seine Ernährung längerfristig umstellen will, dem würde ich empfehlen das schrittweise und in Begleitung von einem/einer Arzt/Ärztin oder Person seines Vertrauens zu tun, um eine ausgewogene Ernährung/Vitaminzufuhr sicherzustellen.

Deine Zukunftsvision für die nächsten Jahre?

Meine Vision ist es irgendwann das Stigma loszuwerden, das noch immer viele Menschen mit veganer Ernährung verbinden und durch Bewusstseinsbildung z.B. auf Messen oder bei Diskussionsveranstaltungen mehr Menschen für pflanzliche Ernährung zu begeistern. Aus Start-Up-Perspektive will ich nicht nur den großen „Platzhirschen“ den Markt überlassen, sondern zeigen, dass es geht mit pflanzlichen Produkten in Österreich erfolgreich zu sein und ich würde gerne unsere Produktpalette noch weiter ausbauen.

Vielen Dank für das Gespräch!

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Stand: 9.2.2024