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KategorienWissenswert5 Maßnahmen gegen Artensterben

Der Verlust von Biodiversität schreitet so schnell voran wie noch nie in der Geschichte der Menschheit. Eine Million Tier- und Pflanzenarten sind mittlerweile vom Aussterben bedroht warnt der Weltbiodiversitätsrat der Vereinten Nationen. Das hat massive Folgen für Mensch und Umwelt.

Vor allem der Landverbrauch (für die industrielle Landwirtschaft), die Übernutzung von Ressourcen (z.B. Überfischung), die Folgen der Klimakrise, Umweltverschmutzung und gebietsfremde Arten tragen weltweit zur Zerstörung von Ökosystemen und zum Verlust von Biodiversität bei. In Österreich sind Nutzungsintensivierung und Bodenversiegelung hauptverantwortlich für den Biodiversitätsverlust attestiert der Umweltdachverband und fordert deshalb eine wirksame Raumordnung und ein strategisches Flächenmanagement. Gefragt sind strengere Rahmenbedingungen zum Schutz von Ökosystemen und bedrohten Tierarten. Aber auch jedeR von uns kann im Kleinen etwas zur Artenvielfalt beitragen.

  • Hintergrundwissen: EU-Biodiversitätsstrategie

    Die EU will die biologische Vielfalt bis 2030 mit konkreten Maßnahmen verbessern:

    • Schaffung von Schutzzonen auf mindestens 30% der Land- und Meeresgebiete in Europa, mit denen der Gesamtumfang der bestehenden Natura-2000-Gebiete erweitert wird
    • Zuweisung von jährlich 20 Milliarden € für den Schutz und die Förderung der Biodiversität
    • Der Einsatz von Pestiziden soll um 50% reduziert werden.
    • Jeweils 30 Prozent des Wassers und Landes sollen zu Schutzgebieten werden.
    • Drei Milliarden Bäume sollen gepflanzt werden.
    • Bis 2030 soll die biologische Landwirtschaft einen Anteil von 25 Prozent ausmachen (bisher 8,5 Prozent).

1. Weniger Fleisch essen

Gemüse in Kasserolle
Unsere Ernährungsgewohnheiten haben große Auswirkungen auf die Biodiversität
© Pixabay

Was bei uns am Teller landet, wirkt sich nicht nur auf das Wohlergehen von uns selbst aus, sondern hat auch Einfluss auf das Artensterben. Eine WWF-Studie zeigt, dass den mit Abstand größten Anteil am Biodiversitäts-Fußabdruck mit 58 Prozent Fleisch und Wurstwaren sowie Tierprodukte haben. Gefolgt von Molkereiprodukten und Eiern (19 Prozent). Das liegt vor allem daran, dass für den Anbau von Futtermitteln wie Soja oder Mais viel an Landfläche verbraucht wird und wertvolle Ökosysteme wie der Regenwald zerstört werden. Tiere und Pflanzen verlieren ihren Lebensraum bzw. ihre Nahrungsquellen. Entsprechend gehen 77 Prozent des Fußabdrucks Biodiversität auf das Konto von tierischen Lebensmitteln! Wenn wir unsere Ernährungsgewohnheiten ändern und unseren Fleischkonsum reduzieren, kommt das indirekt also auch der Biodiversität zu Gute.

2. Produkte mit Palmöl meiden bzw. auf nachhaltige Quellen achten

Ölpalme
Um Platz für Palmölplantagen zu schaffen werden große Flächen Regenwald zerstört
© Pixabay

Regenwald wird allerdings nicht nur für den Anbau von Soja gerodet, sondern in großem Maßstab auch für Palmölplantagen. Das günstige Palmöl ist mittlerweile leider in viel mehr Produkten zu finden, als wir vielleicht denken – angefangen von verarbeiteten Lebensmitteln über Kosmetika bis hin zu Waschmitteln. Aber auch der Rückgriff von Produzent:innen auf Alternativen wie das weniger ertragreiche Kokosöl verschiebt die Problematik nur, anstatt sie zu lösen. Das heißt es gilt die Produktion allgmein nachhaltiger und sozial verträglicher und auch unseren Konsum bewusster zu gestalten – z.B. weniger Produkte mit Palmöl zu konsumieren und z.B. lieber frisch zu kochen, anstelle auf Fertigprodukte mit Palmöl zurückzugreifen.

3. Umwelt- und Tierschutzorganisationen unterstützen

Bergpanorama vor See
Umweltorganisationen leisten täglich Aufklärungs- und Pionierarbeit im Dienste der Natur
© Pexels

Umwelt- und Tierschutzorganisationen setzen sich mit ihrer Arbeit täglich mit unterschiedlichen Maßnahmen für Anliegen wie Artenschutz und Biodiversität ein, prangern Missstände an und weisen auf Lösungsvorschläge hin. Die thematische Bandbreite reicht dabei von der Förderung heimischer Arten wie der Sumpfohreule, über Bienenschutz bis hin zum Schutz bedrohter Tierarten wie Gorillas oder Leoparden im Regenwald. Du kannst die Organisationen in ihrer Arbeit durch eine Mitgliedschaft bzw. Spende, aber auch durch eine Beteiligung oder ehrenamtliche Mitarbeit unterstützen. Auch schon alleine dadurch, dass du Wissen rund um Biodiversität in deinem Freundes- und Bekanntenkreis verbreitest, kannst du einen Beitrag leisten.

Im Bereich Umwelt- und Tierschutz sind u.a. folgende Umweltorganisationen aktiv:

4. Sich für Artenschutz stark machen im Rahmen von Bürger:inneninitiativen, Petitionen oder Volksbegehren

T-Shirt No Planet B
Die Mittel der direkten Demokratie nutzen, um sich gegen Artensterben zu engagieren
© Pexels

Auch indem du Bürger:initiativen, Petitionen oder Volksbegehren unterschreibst, kannst du dich für Artenschutz und Biodiversität einsetzen. Dabei werden Unterschriften gesammelt, um auf einen Missstand aufmerksam zu machen bzw. sich für ein bestimmtes Vorhaben einzusetzen. Mit parlamentarischen Bürgerinitiativen (500 Unterschriften notwendig) und Volksbegehren (100.000 Unterschriften notwendig) können konkrete Anliegen direkt an die Gesetzgebung eingebracht werden. Parlamentarische Petitionen werden hingegen von Abgeordneten in den Nationalrat eingebracht, es gibt hier also noch eine „Filterung“ über eine:n gewählte:n Politiker:in.
Über Initiativen wie #aufstehn kannst du auch selbst Petitionen starten – die Kampagnenplattform ist als gemeinnütziger Verein organisiert mit dem Ziel zivilgesellschaftliche Partizipation zu fördern.

5. Den eigenen Garten nachhaltig gestalten

Schaufel Erde
Naturnahe Gärten dienen Insekten und Tieren als Lebensraum
© Pexels

Auch im eigenen Garten kann man die Artenvielfalt fördern und Tieren und Insekten einen Lebensraum ermöglichen. Nicht nur durch ein Insektenhotel oder die Wahl von Pflanzen, die Tieren als Nahrung und Unterschlupf dienen, sondern auch durch die Gestaltung des Gartens selbst mit wilden Ecken (Steine, Äste, Büsche) als Rückzugsorte. Im Herbst empfiehlt es sich zum Beispiel einen Laubhaufen anzulegen, der bedrohten Arten als Winterquartier dient.
Mehr zum Thema findest du in „10 Tipps für naturnahes Garteln für mehr Artenvielfalt“


Weiterführende Infos und Initiativen:
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