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Ratgeber

Schokolade

  • 8,7 kg

    Pro-Kopf-Verbrauch jährlich in Österreich

  • 70 %

    des weltweiten Kakaos stammen aus Westafrika

  • 10-18 C°

    beträgt die optimale Temperatur für lange Haltbarkeit

Schokolade ist die beliebteste Süßigkeit in Österreich. Das Genussmittel, das größtenteils aus Kakao, Zucker und Fett besteht, hat aber auch seine Schattenseiten. So sind etwa auf westafrikanischen Kakaoplantagen, wo fast drei Viertel der Welternte erzeugt werden, schlechte Arbeitsbedingungen, Kinderarbeit und niedrige Erntepreise weit verbreitet. Auch Palmöl, das in vielen Schokolade-Produkten enthalten ist und mit dem Einsatz von Pestiziden auf den Palmöl-Plantagen verheerende ökologische Auswirkungen auf Flora und Fauna hat, steht in der Kritik.

Worauf Sie achten sollten

  • Soziale Nachhaltigkeit und fairen Handel
    • Das FAIRTRADE-Siegel garantiert den Produzentinnen und Produzenten ein geregeltes Mindesteinkommen zu menschenwürdigen Arbeitsbedingungen.
  • Biologische Produktion
    • Die Bio-Garantie beim Kauf von Schokoladenprodukten sowie dem enthaltenen Kakao und Zucker aus kontrolliert biologischem Anbau bieten Labels und Gütezeichen wie das EU-Bio Logo und Bio-Handelsmarken.
  • Nachhaltige Inhaltsstoffe
    • Qualitativ hochwertige Schokolade enthält keine künstlichen Zusatzstoffe.
    • Einzelne Schokoladenproduzentinnen und Schokoladenproduzenten verwenden fair gehandeltes Bio-Palmöl. Für dieses Palmöl wurden keine Regenwälder gerodet und es gelten zudem auch soziale Mindeststandards.
  • Richtige Lagerung
    • Schokolade schmilzt bereits bei 32 Grad Celsius und sollte daher an einem dunklen, kühlen Ort luftdicht verschlossen gelagert werden. Optimal für Schokolade sind zehn bis 18 Grad Celsius bei geringer Luftfeuchtigkeit, wobei konstante Temperaturen für die Haltbarkeit wichtig sind.
    • Schokolade sollte längerfristig nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden, da es dort zu feucht ist und der Zucker auskristallisiert.
    • Durch schwankende Temperaturen oder einer zu warmen Lagerung kann es zum Austritt der Kakaobutter, dem sogenannten Fettreif mit den typisch weißlichen Ablagerungen, kommen. Dies ist völlig unbedenklich und die Schokolade kann ganz normal konsumiert werden.

Labels und Gütezeichen für Schokolade (26)

unterschiedliche Schokoladenstücke auf- und nebeneinander gelegt
© Pixabay

Schokolademarkt in Österreich

Schokolade ist die Lieblingssüßigkeit der Österreicherinnen und Österreicher, die hierzulande eine lange Tradition hat. Seit 1832 wird die Sachertorte, eine der beliebtesten Mehlspeisen in Österreich, mit Schokolade zubereitet. Bis heute hat Schokolade bei uns einen hohen Stellenwert – und seit 2010 hat Österreich mit Chocolatier Johannes Bachhalm auch einen Schokolade-Weltmeister. Pro Haushalt werden durchschnittlich 25,94 Euro im Monat für Süßes ausgegeben, wovon 75 Prozent am liebsten zur Tafelschokolade greifen.

verschiedene Schokoladetafeln aufeinander gestapelt
© Pixabay

Weltweit steigende Nachfrage nach Schokolade

Weltweit naschen die Europäerinnen und Europäer besonders gerne und konsumieren doppelt so viel Schokolade wie etwa die US-Amerikanerinnen und US-Amerikaner. Durch die global steigende Nachfrage nach Schokolade könnte es zu Versorgungsengpässen kommen, hat eine Erhebung des weltweit größten Kakaoverarbeiters Barry Callebaut prognostiziert.

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Die Schwankungen beim Kakaopreis treffen vor allem die Kakaobäuerinnen und Kakaobauern in ärmeren Regionen Westafrikas. Insgesamt werden in Westafrika etwa 70 Prozent des weltweiten Kakaos produziert. Die Elfenbeinküste ist mit knapp zwei Millionen Tonnen Kakao pro Jahr der größte Kakaoproduzent weltweit, gefolgt von Ghana, Indonesien, Nigeria, Brasilien und Ecuador. Weltweit leben rund fünf Millionen Haushalte vom Kakao-Anbau, wovon 70 Prozent Kleinbäuerinnen und Kleinbauern mit einem Einkommen von 1,25 Dollar pro Tag unter der Armutsgrenze leben müssen.

Kakaobauer erntet Kakaofrucht
© Pexels

Schäden durch Kakaoplantagen

Einer der Hauptgründe für den Verlust von Tropenwäldern und ihrer Biodiversität ist die Umwandlung der Flächen in Palmöl-, Soja- oder Kakaoplantagen. Wo heute Plantagen stehen, musste Regenwald weichen. Auch Nationalparks und Schutzgebiete werden für den Kakaoanbau massiv zerstört. Häufig sehen Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, die mit weniger als einem Dollar pro Tag auskommen müssen, keine Alternative für ihren Lebensunterhalt, roden die geschützten Reservate und errichten Kakaoplantagen. In manchen Regionen der Elfenbeinküste stammen bis zu 40 Prozent der Kakaoernte aus Schutzgebieten. Vom einst reich bewaldeten Land sind heute nur mehr vier Prozent von dichtem Regenwald bedeckt.

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Der Kakaobaum kann sehr anfällig für Krankheiten sein, weshalb industrielle Kakao-Monokulturen einen hohen Aufwand an Pestiziden verlangen. Eine Möglichkeit die Kakaobäume besser an den lokalen Gegebenheiten anzupassen ist die Agroforstwirtschaft. Hierbei werden zusammen mit den Kakaobäumen größere Schattenbäume gepflanzt, die vor der prallen Sonne schützen, bestäubende Insekten anziehen und gegen Bodenerosion helfen.

Weltweit werden jährlich rund 3,5 Millionen Tonnen Kakao produziert. Der Anteil von Kakao aus kontrolliert biologischem Anbau beträgt mit rund 15.500 Tonnen Kakao weniger als 0,5 Prozent. Der Großteil davon (5.500 Tonnen) stammt aus der Dominikanischen Republik.

Kakaobohnen fallen aus den Händen in Sack
© Pixabay

Kakao aus Kinderarbeit

In den Kakao-Anbaugebieten stellt die Ausbeutung von Kindern bei der Kakaoproduktion ein großes Problem dar. Aufgrund des geringen finanziellen Ertrags der Erwachsenen müssen auch zahlreiche Kinder auf den Kakaoplantagen arbeiten. Allein über 250.000 Kinder sind auf westafrikanischen Kakaofarmen tätig. Diese Situation begünstigt auch den Menschenhandel – so werden Kinder aus Mali, Benin und Togo nach Nigeria, Gabun, in den Kongo und an die Elfenbeinküste zu den Kakaoplantagen gebracht, wo sie unter prekären Bedingungen täglich 12 Stunden Arbeit leisten müssen.

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Kakao aus fairem Handel

Produkte, die das FAIRTRADE-Gütesiegel tragen, sind nach den internationalen Standards der Fairtrade Labeling Organizations International (FLO) hergestellt und gehandelt. Die Richtlinien verbieten unter anderem Zwangsarbeit oder ausbeuterische Kinderarbeit. Im Handel legt die FLO Mindestpreise fest, die die durchschnittlichen Produktionskosten decken und unabhängig von Preisschwankungen gelten.

Es werden langfristige und direkte Handelsbeziehungen zu Kleinbäuerinnen- und Kleinbauern-Organisationen ohne Zwischenhändlerinnen und Zwischenhändlern gepflegt. Zusätzlich nutzen die Produzenten nachhaltige Anbaumethoden – über 75 Prozent der FAIRTRADE Produkte sind bereits Bio-zertifiziert.

Ölpalmen-Früchte geerntet
© Pixabay

Kennzeichnung von Palmöl

Nicht nur der Anbau von Kakao bringt Auswirkungen auf die Umwelt mit sich, sondern auch die Verwendung von Palmöl, welches in vielen Schokolade-Produkten enthalten ist. Palmöl ist mit über 58 Millionen Tonnen jährlich das meistproduzierte Pflanzenöl, für dessen Produktion weite Teile des Regenwaldes zerstört werden. Brandrodungen und Kahlschläge tragen stark zur Klimaerwärmung bei, zerstören einzigartige Biodiversität, verdrängen die lokale Bevölkerung und gefährden Tierarten.

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Seit Ende 2014 regelt die EU-Lebensmittel-Informationsverordnung (LMIV) welche Informationen beim Verkauf von Lebensmitteln auf dem Etikett stehen müssen. Palmölhältige Produkte sollen so leichter für die Konsumentinnen und Konsumenten erkennbar werden. Dies hat bereits dazu geführt, dass einige Hersteller ganz auf Palmöl verzichten oder ein nachhaltig produziertes Palmöl einsetzen.

Der WWF hat 2004 den RSPO (Roundtable on Sustainable Palm Oil) ins Leben gerufen, der eine Reihe von Umwelt- und Sozialkriterien entwickelt hat, um zertifiziertes nachhaltiges Palmöl herzustellen. Ziel ist, die negativen Auswirkungen des Palmölanbaus auf die Umwelt und die Bevölkerung zu minimieren. Die Umsetzung steht in Kritik, da Verstöße nicht sanktioniert werden. Die Kriterien für das Bio-Siegel sind deutlich strenger, denn Bio-Palmöl wird nach den Regeln des ökologischen Landbaus erzeugt: ohne Pestizide und Kunstdünger, wie etwa die Bio-Palmöl-Plantagen von Daabon in Kolumbien, Agropalma in Brasilien sowie Serendipalm in Ghana.

Weiße Schokolade in Stücke gebrochen
© Pixabay

Herstellung, Schokoladesorten und Inhaltsstoffe

Kakaobohnen haben einen weiten Weg vor sich, bevor sie zu Schokolade werden. Nach der Ernte werden die Kakaobohnen fermentiert, getrocknet, geröstet und in kleine Stücke gebrochen und anschließend gemahlen. Die daraus gewonnene zähflüssige Kakaomasse wird mit anderen Zutaten wie etwa Zucker und Milchpulver in einem langwierigen und energieaufwändigen Prozess zu einer feinen Kakaomasse verarbeitet.
Je nachdem, ob es sich um weiße, Vollmilch- oder Bitterschokolade handelt, können die Inhaltsstoffe variieren.

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  • Weiße Schokolade ist die Schokoladensorte mit dem höchsten Zucker- und Kalorienanteil. In 100 Gramm weißer Schokolade stecken ungefähr 63 Gramm Zucker und 30 Gramm Fett. Während normalerweise ein hoher Kakaoanteil gewünscht ist, wird der weißen Schokolade das Kakaopulver aus der verwendeten Kakaomasse entzogen. Die Kakaobutter muss zu mindestens 20 Prozent enthalten sein, die Anteile von Trockenmilch zu mindestens 14 Prozent mit mindestens 3,5 Prozent Milchfett. Erst dann gilt die Schokolade auch als sogenannte weiße Schokolade.
  • Vollmilchschokolade hat ähnlich viele Kalorien, aber enthält mit 57 Gramm etwas weniger Zucker und mit 29,5 Prozent beinahe genauso viel Fett. Vollmilchschokolade besteht aus mindestens 25 bis 30 Prozent Kakao sowie aus mindestens 14 Prozent Milchtrockenmasse mit mindestens 3,5 Prozent Milchfett.
  • Bitterschokolade enthält mit knapp 500 Kalorien circa 50 Kalorien weniger als die anderen beiden Sorten. Zudem beinhaltet sie „nur“ 46 Gramm Zucker und 19 Gramm Fett. In Bitterschokolade steckt besonders viel Kakaopulver, das – je nach Standort des Kakaobaums – jedoch mit Cadmium belastet sein. Dies trifft vor allem auf Kakaopulver aus Südamerika zu, da Kakaopflanzen dort häufig auf vulkanischem Boden wachsen, der viel Cadmium enthält. Der Anteil ist jedoch unbedenklich. Zartbitterschokolade mit einem Kakaoanteil von mindestens 50 Prozent enthält Polyphenole, diese wirken antioxidativ und fangen freie Radikale ab. Bitterschokolade soll außerdem präventiv bei Herz- und Gefäßerkrankungen wirken.

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