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KategorienStart-ups aus ÖsterreichKlimafreundlich leben… mit Meine WOLLKE

Interview mit Sabine Fallmann-Hauser (Gründerin des österreichischen Start-ups Meine WOLLKE) über nachhaltige Monatshygiene, die nicht nur umwelt-, sondern auch hautfreundlich ist und warum gerade jetzt ein guter Zeitpunkt ist über Menstruation zu sprechen.

Wie kam es zu eurer Geschäftsidee und wer sind die Menschen hinter „Meine WOLLKE“?

Mein Name ist Sabine Fallmann-Hauser und ich bin diplomierte Sexualpädagogin und Trainerin für Gender & Diversity. In meiner Praxis berate ich Frauen und Mädchen zu den Themen Sexualität, Gewaltprävention und Genderkompetenz. Viele Frauen stehen mit ihrer Periode auf Kriegsfuß. Sie verursacht Schmerzen oder ist einfach nur lästig. Andere sehen sie als Symbol der Weiblichkeit, Stärke und Fruchtbarkeit. Ein Aspekt, der bei der Monatsblutung jedenfalls nicht vergessen werden darf, ist die Entstehung von riesigen Müllbergen durch Hygieneprodukte. In vielen Bereichen versuchen Österreicher:innen mittlerweile nachhaltiger und klimafreundlicher zu leben, zum Beispiel indem sie bei Lebensmitteln auf Kunststoffverpackungen verzichten. Mir und meinem Team ist es ein Anliegen eine müllfreiere, selbstbestimmte Zukunft für die Frauen dieser Welt zu ermöglichen. Deshalb gründete ich mit einem mittlerweile dreiköpfigen Team das Start-up „Meine WOLLKE“. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht umweltschonend und plastikfrei durch die Periode zu kommen und somit Frauen eine faire Alternative aus Österreich zu bieten.

Wie trägt „Meine WOLLKE“ zu mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit bei?

Zwischen 14.000 und 17.000 Menstruations-Produkte kommen durchschnittlich im Leben einer Frau zusammen. Diese würden ca. 500 Jahre brauchen, um sich aufgrund ihrer Kunststoffanteile zu zersetzen. Kein Wunder, dass viele Frauen ihr Konsumverhalten überdenken. Sie wollen nachhaltiger, plastikfreier und gesünder leben und das auch und besonders während oder zwischen ihrer Tage.
Meine WOLLKE ist Zero Waste, also auch verpackungsfrei im Online Shop erhältlich, ansonsten ist die wiederverwendbare Slipeinlage und Binde in plastikfreier Verpackung zu kaufen. Fairness ist uns als Team ein besonderes Anliegen, wir produzieren in Österreich und haben bewusst auf ganz kurze Liefer- und Produktionswege gesetzt. Entsprechend unserem Motto „von Frauen für Frauen“ arbeiten in unserer Produktion vor allem arbeitspolitisch benachteiligte Frauen.

Ein besonderer Meilenstein von Meine WOLLKE war es, als erstes textiles Unternehmen in Österreich, im April 2021 das österreichische Umweltzeichen von Klimaschutzministerin Leonore Gewessler verliehen zu bekommen. Das Österreichische Umweltzeichen garantiert Umwelt- und soziale Kriterien entlang der gesamten textilen Wertschöpfungskette (vgl. Österreichisches Umweltzeichen für Textilien).

Hat sich die Nachfrage nach nachhaltigen Varianten von Menstruationsprodukten in den letzten Jahren geändert – wenn ja, woran ist dies erkennbar?

Frauen wollen durch ihre Weiblichkeit nicht die Umwelt belasten, daher geht der Trend durch Reflexion, Wissen und Bildung in die richtige Richtung. Irritationen durch Plastik-Slipeinlagen gehören damit der Vergangenheit an. Die Baumwolle kann helfen, an den sensiblen Stellen Reizungen und die Ansiedelung von Pilzen und Bakterien zu vermeiden. Dank farbenfroher Designs und fünf verschiedene Größen ist sie auch noch schick und trendy. Die waschbare Slipeinlage mit hohem Tragekomfort entspricht genau dem Zeitgeist. Daher greifen Frauen immer mehr zu diesen Alternativen zu Wegwerfprodukten.

Welche bisherigen Herausforderungen gab es bei der Entwicklung eures Geschäftsmodells und was ist für die Zukunft geplant?

Wir waren unter anderem bei Startup-Shows und auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Startup Initiativen wie greenstart mit dabei und erhielten viele unterschiedliche Reaktionen – sehr viele positive, aber auch einige negative. Die Herausforderung bestand (oder besteht auch heute noch) darin, in der Öffentlichkeit über weibliche Bedürfnisse zu sprechen. Leider lösen Begriffe wie Monatsblutung, Vaginalsekret oder Scheidenpilz immer noch Unbehagen aus. Vieles ist schon in Richtung Enttabuisierung geschehen – vieles muss aber noch in der Prävention passieren. Gerade jetzt während der Pandemie ist es an der Zeit, auf frauensensible Themen mit Achtsamkeit und Konsequenz aufmerksam zu machen und noch genauer auf faire in Österreich produzierte Monatshygiene hinzuweisen. Daher planen wir für die Zukunft eine noch engere Zusammenarbeit mit Hebammen und Gynäkolog:innen.

Ein Ausblick ins Jahr 2040: Welche Rolle werden nachhaltige Menstruationsprodukte im Leben der Frauen einnehmen?

Mein Team und ich wünschen uns, dass sich nachhaltige Menstruationsprodukte bis 2040 zum Mainstream Produkt entwickelt haben und selbstverständlich sind. Denn Frauen können so ihren Intimbereich vor Plastik, Dioxinen und Duftstoffen schützen, während sie gleichzeitig den Klimaschutz stärken und 3-4 kg Abfall pro Jahr sparen. Das sind tolle Aussichten, aber bis dahin haben wir noch viel zu tun.

Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg!

Mehr Informationen und die Monatshygieneprodukte von Meine WOLLKE gibt es unter: www.wollke.at

Sabine Fallmann-Hauser, Gründerin Meine WOLLKE, erklärt wie man mit ihren Monatshygieneartikeln klimafreundlicher lebt.
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