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KategorienWissenswertNachhaltige Grillerei – ein kleines ABC

Sommerzeit ist Grillzeit – egal ob auf der eigenen Terrasse/im Garten oder einem öffentlichen Grillplatz – sobald die Temperaturen steigen, wird auch die Grillsaison eingeleitet. Wie du dein nächstes Grillfest nachhaltiger gestalten kannst, haben wir für dich anhand von Tipps von A wie Anzünder über G wie Grillgut bis Z wie Zubehör gesammelt.

A…wie Anzünder: Natürlich statt chemisch

Es gibt die Anzünder als Würfel, Gels, Paste oder in flüssiger Form und sie sollen dem Feuer auf die Sprünge helfen. Meist enthalten sie neben Paraffin, das auf Erdöl und damit auf einer endlichen Ressource basiert, auch Kerosin und Petroleum. Um die gesundheitlichen Risiken z.B. durch Einatmen oder Rückstände am Grillgut möglichst gering zu halten, wird mittlerweile von Flüssiganzündern abgeraten, vor allem wenn auch Kinder anwesend sein. Alternativ kann aber auch gleich auf ökologischere Alternativen umsteigen, die umweltfreundlich und auch gesundheitlich unbedenklich sind – z.B. auf Anzünder aus nachwachsenden Rohstoffen wie in Wachs getränkte Holzfasern in Form von Anzündwolle oder Bällchen. Hier garantiert das FSC-Siegel, das das Holz aus nachhaltiger Bewirtschaftung stammt.
Spiritus oder Benzin als Brand­beschleuniger haben beim Grillfest übrigens nichts verloren, denn sie verdampfen bereits bei nied­rigen Temperaturen und bilden ein explosives Gas-Luft-Gemisch, bei dem sich hohe Stichflammen bilden können.

G…wie Grillgut: Mehr Pflanzliche Lebensmittel, weniger Fleisch

Eine entscheidende Frage für ein nachhaltiges Grillfest: Was kommt auf den Rost? Den größten Umwelt-Einfluss haben weniger die Rahmenbedingungen als das, was auf dem Grill liegt: 95% der klimarelevanten Emissionen, die während eines Grillabends entstehen, werden durch das Grillgut verursacht so das TÜV Rheinland.[1] „Mehr Pflanzen, weniger Fleisch“ sollte deshalb das Motto lauten, denn Fleisch schneidet bei CO2-Bilanz und Umweltauswirkungen besonders schlecht ab. Es gibt heute bereits eine breite Palette an pflanzenbasierten Produkten, die den Speiseplan bereichern wie Wurst, Patties oder Schnitzel aus Soja, Weizen oder Erbsen. Wer anstelle von Rind, Schwein oder Huhn auf diese Alternativen zurückgreift tut nicht nur seiner Gesundheit, sondern auch der Umwelt etwas Gutes, denn sie verursachen rund ein Zehntel weniger Treibhausgase und verbrauchen ein Vielfaches weniger an Ressourcen wie Wasser oder Fläche.
Natürlich machen sich auch viele Gemüsesorten wie Paprika, Tomaten, Zucchini, Spargel, Chicoreé oder Mais genauso wie Grillkäse (auch den gibt es mittlerweile auf pflanzlicher Basis) wunderbar auf dem Grill. Wer nicht ganz auf Fleisch verzichten will kann z.B. auch auf fleischreduzierte Produkte wie die vom österreichischen Start-up Rebel Meat zurückgreifen. Auch Produkte auf Insekten-Basis könnten eine innovative, klimafreundlichere Alternative sein. Mehr zu pflanzlicher Ernährung

CO2-Bilanz im Vergleich: Die Produktion eines Kilos Fleischersatz auf Sojabasis verursacht 2,8 kg Treibhausgase – für Schweinefleisch beträgt der Ausstoß 4,1 kg, für Geflügel 4,3 kg und für Rindfleisch sogar 30,5 kg.[2]

H…wie Holzkohle: Auf Labels achten oder Alternativen nutzen

Was viele nicht wissen: Grillkohle im Bau- oder Supermarkt stammt oft nicht von heimischen Bäumen, sondern leider oft aus bedenklichen Quellen wie Osteuropa oder den Tropen, bei denen illegale Abholzung nicht ausgeschlossen werden kann. Deshalb sollten Konsument:innen beim Kauf auf Siegel wie FSC achten, das gewährleistet, dass das Holz(-produkt) aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammt. Angaben wie „kein Tropenholz“ oder „Naturprodukt“ sagen nämlich noch nichts über die genaue Herkunft bzw. Nachhaltigkeit aus. Als Alternative zur Kohle bietet sich aber auch die Verwertung von Olivenkernen, Maisspindeln oder Weinreben an. Oder man setzt gleich auf einen Elektrogrill – idealerweise mit Ökostrom betrieben.

S… wie Sicherheit beim Grillen: Nichts anbrennen lassen

Beim Grillen können krebserregende Stoffe entstehen – vor allem dann, wenn Fett, Fleischsaft oder Marinade in die Holzkohle tropft, dabei Rauch entsteht und das Grillgut dabei geräuchert wird. Deshalb die Kohle z.B. nur im hinteren Teil des Grillers verwenden und das Grillgut weiter vorne auflegen und (wiederverwertbare) Grillschalen bzw. Grillmatten als Schutz verwenden. Beim Gas- oder Elektrogrill besteht die „Räuchergefahr“ nicht. Aber generell gilt: bzw. das Grillgut nicht zu stark grillen bzw. verbrennen lassen.
Apropos brennen: aufpassen sollte man übrigens auch beim Grillen und Hantieren mit offenem Feuer in Wald-Nähe bzw. auf öffentlichen Grillplätzen während Trockenphasen, um die Gefahr von Waldbränden zu minimieren. Hier unbedingt vorab bei der zuständigen Stelle (in der Stadt oder der Gemeinde) informieren, ob Grillen gerade erlaubt ist.

Z…wie Zubehör: Lieber Mehrweg statt Einweg und Alu vermeiden

Bei Geschirr und Besteck am besten auf Einwegartikel verzichten und auf Mehrweg-Alternativen zurückgreifen. Das vermeidet unnötigen Müll. Aber auch bei Einweggeschirr lässt sich differenzieren: im Zweifelsfall zumindest auf Produkte aus biologisch abbaubaren, nachwachsenden Stoffen (Holz, Bambus, gepresste Palmblätter) anstelle von Plastik setzen.
Das Gleiche gilt natürlich auch für den Grill selbst – sogenannte Einweggrills vom Discounter oder an der Tankstelle sind zwar günstig, aber haben dennoch „ihren Preis“ was die Umweltauswirkungen betrifft, denn sie verbrauchen wertvolle Ressourcen und lassen Müllberge wachsen.
Grillschalen werden meist aus Aluminium hergestellt und nach einmaligem Verbrauch entsorgt. Alu ist aber in der Herstellung besonders energieintensiv und als giftiges Abfallprodukt entsteht sogenannter „Rotschlamm“, der nicht weiterverarbeitet werden kann. Deswegen empfiehlt es sich auch hier auf eine Mehrweglösung wie Schalen aus hitzebeständigem Material wie Gusseisen, Porzellan oder Edelstahl zurückzugreifen. Auch Kohl-, Mangold-, Wein- oder Maisblätter oder Holzpapier können als Schutzhülle fürs Grillgut dienen.

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