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KategorienWissenswertWarum torffreie Pflanzenerde dem Klima hilft

Wertvolle Moorlandschaften - Warum Torf nicht in die Pflanzenerde, sondern besser im Moor bleiben sollte.

Wusstest du, dass ein 40 Liter Sack Torferde 10 Kilogramm CO2 frei setzt? [1] Das entspricht etwa der Zugstrecke von Wien bis Salzburg (ca. 300 km).[2] Besser also du greifst zu Pflanzenerde ohne Torf.

Torf ist eine Form von Humus, das in Mooren entsteht. Lange Zeit war Torf fixer Hauptbestandteil von herkömmlichen Blumen- und Pflanzenerden, doch das ist in puncto Umweltschutz ziemlich problematisch. Denn beim Abbau von Torf werden nicht nur wertvolle Moorlandschaften und damit auch kostbarer Lebensraum für Pflanzen und Tiere zerstört, sondern auch das Klima belastet. Moore sind große Kohlenstoffspeicher und beim Abbau von Torf wird das über Jahrtausende gespeicherte CO2 freigesetzt. Es dauert zudem immens lange, bis ein Hochmoor entsteht – so braucht es in etwa 1.000 Jahre bis sich eine etwa einen Meter dicke Torfschicht bildet.

Wusstest du eigentlich? Moore bedecken nur drei Prozent der Landoberfläche weltweit, speichern aber doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder auf der Welt zusammen.

Tipps fürs Garteln mit torffreier Erde

Das Angebot an torffreien Pflanzenerden wächst. Sie enthalten anstelle von Torf alternative Bestandteile wie Kompost, Rindenhumus, Holzfasern, Kokosfasern oder Kokosmark. Zieht man Pflanzen in torffreier Erde, empfiehlt es sich häufiger in kleinen Mengen zu düngen, um den Nährstoffgehalt zu gewährleisten. Um die Wasserspeicherkapazität z.B. bei Zimmer- oder Kübelpflanzen zu erhöhen, kann man beispielsweise Sand, Ton- oder Lavagranulat untermischen. Konsument:innen sollten beim Kauf von Blumenerde jedenfalls auf Gütesiegel wie das Österreichische Umweltzeichen oder „Biologisch gärtnern“ bzw. auf die genaue Bezeichnung achten. Denn „torfreduziert“ oder „torfarm“ ist nicht gleich „torffrei“. Auch Bio-Pflanzenerde ist nicht automatisch torffrei.

Tipp für den Raum Wien: „Guter Grund“

Zwischen Mitte Februar bis Oktober ist auf allen Wiener Mistplätzen torffreie Erde aus der Wiener Biotonne erhältlich. Hergestellt wird der Kompost für die Erde im stadteigenen Kompostwerk Lobau in Wien-Donaustadt.

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Moore in Österreich

Ein großer Teil der österreichischen Moorlandschaften wurde bereits durch Entwässerung, Torfabbau, Bebauung oder durch land- und forstwirtschaftliche Nutzung zerstört. Mittlerweile bestehen noch etwa 0,3 Prozent der österreichischen Landesfläche aus Hochmooren. Sie speichern Regenwasser, sind damit ein natürlicher Hochwasserschutz und wirken ausgleichend auf das lokale Klima. Als Feuchtgebiete weisen sie eine ganz eigene Vegetation auf und beheimaten eine Vielfalt an Tieren und Pflanzen. Das Hochmoor Schrems im Waldviertel ist ein Beispiel dafür, wie sich eine Region vom Torfabbaugebiet zum Naturpark entwickelt hat.

[1] Natur im Garten

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