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Ratgeber

Nüsse, Samen und Kerne

  • 90 %

    der Nüsse werden nach Österreich importiert

  • 3,9 kg

    Pro-Kopf-Verbrauch in Österreich als Snackwaren

  • 328

    Schalenobst-Betriebe in der Steiermark

Im Handel werden unter der Bezeichnung Nüsse viele verschiedene Produkte geführt, die streng genommen im botanischen Sinne gar keine Nüsse sind. Als „echte“ Nüsse werden beispielsweise Haselnüsse, Walnüsse, Macadamianüsse verstanden. Die Frucht der Erdnuss zählt zur Hülsenfrucht, die sich entwicklungsgeschichtlich zur Nuss gewandelt hat. Pinienkerne, Paranüsse und Cashews sind Samen. Mandeln, Pistazien und Pekannüsse zählen zu Steinkernen. Allen gemein ist, dass sie eine nicht-essbare Fruchtwand besitzen und nur der innere Kern zum Verzehr geeignet ist. Die geläufige Handelsbezeichnung für essbare Nüsse, Kerne und Samen ist „Schalenobst“.

Worauf Sie achten sollten

  • Österreichische Herkunft
    • Achten Sie auf Nüsse, Kerne und Samen aus Ihrer Region.
    • Sie unterstützen damit Klein- und Mittelbetriebe in Ihrer Nähe.
    • Sie sparen CO2 durch kürzere Transportwege.
  • Biologische Produktion
    • Kaufen Sie Nüsse, Kerne und Samen aus kontrolliert biologischem Anbau.
    • Achten Sie auf Bio-Gütezeichen wie zum Beispiel auf das EU-Bio-Logo, Austria Bio Garantie, AMA-Biosiegel oder das deutsche Biosiegel.
  • Soziale Nachhaltigkeit und fairen Handel
    • Achten Sie auf das FAIRTRADE-Gütesiegel. Das FAIRTRADE-Siegel garantiert den Produzentinnen und Produzenten ein geregeltes Mindesteinkommen zu menschenwürdigen Arbeitsbedingungen.
  • Richtige Verpackung und Mindesthaltbarkeit
    • Achten Sie beim Einkauf auf saubere und unbeschädigte Ware.
    • Achten Sie auf das Mindesthaltbarkeitsdatum bei verarbeiteter Ware.
  • Richtige Lagerung
    • Frische Nüsse sollen in einem Netz oder einer Holzkiste gelagert werden um die Haltbarkeit zu verlängern.

Labels und Gütezeichen für Nüsse & Kerne (27)

Unterschiedliche Nüsse auf einem Holzbrett
© Pixabay

Nüsse in Österreich

Zu den beliebtesten Sorten in Österreich zählen Erdnüsse und Cashew gefolgt von Wal- und Haselnüssen. Auch Mandeln und Macadamia-Nüsse werden hierzulande sehr gerne konsumiert. Da viele der Arten nicht in Österreich kultiviert werden können und die Nachfrage nach Nüssen und Samen die Produktion in Österreich übersteigt, ist der heimische Markt stark von Importen abhängig.

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Weit über 90 Prozent der importierten Nüsse stammen aus den USA, China, Südamerika und Frankreich.

Selbst wenn viele Arten nicht für den Anbau in Österreich geeignet sind, erlebt die Walnuss soeben ein Comeback. So wurden in Österreich in den letzten Jahren 1.500 Hektar Walnussplantagen angelegt. Alleine in der Steiermark werden von 328 Betrieben auf etwa 940 Hektar Schalenobst wie Wal- oder Haselnüsse kultiviert. Der Anbau erfolgt überwiegend nach biologischen Richtlinien, da die Bewirtschaftung der Plantagen sehr extensiv betrieben wird.

Bei allen anderen Sorten, wie bei Haselnüssen oder Mandeln, sind die Erträge so gering, dass sie nur auf lokaler Ebene bei direkt vermarkteten Betrieben eine Rolle spielen.

  • Trotz des vergleichsweisen kleinen Angebots an regional erzeugten Nüssen, Kernen und Samen tragen diese zu einer regionalen Wertschöpfung bei.
  • Alleine aufgrund kürzerer Transportwege haben regionale Lebensmittel das Potential, Energie und damit Treibhausgas-Emissionen einzusparen.
  • Wer regional kauft, unterstützt außerdem heimische Betriebe und sichert Arbeitsplätze in der Region.

Haselnüsse und Walnüsse in Gläsern auf einem Holzbrett
© Pixabay

Weltweite Anbaugebiete von Nüssen

Insgesamt verteilt sich der weltweite Verbrauch an Schalenobst zu gleichen Teilen auf die großen Produzenten Nordamerika und Asien sowie auf den großen Importeur Europa auf.

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  • Walnüsse werden überwiegend in China und der USA sowie in Chile, Iran und in der Ukraine kultiviert.
  • Bei Haselnüssen stammen Importe hauptsächlich aus intensiv bewirtschafteten Plantagen in der Türkei, aber auch aus Italien, Azerbaijan, Georgien, der USA und Spanien.
  • Die Hauptanbaugebiete der wärmeliebenden Mandeln liegen in den USA, in Australien und Spanien. Immerhin zehn Prozent des weltweiten Mandelanbaus findet im Mittelmeerraum der Europäischen Union, statt. In Kalifornien, wo die gesamte Mandelernte der USA eingefahren wird, tragen eine intensive Bewirtschaftung sowie die seit einigen Jahren herrschende Dürre zu einer Verknappung der Wasserressourcen bei. Denn der Mandelanbau verbraucht enorme Wassermengen – so wird für die Herstellung von einem Kilogramm Mandeln etwa 10.000 Liter Wasser verbraucht.
  • Bei einigen Schalenobst-Sorten weichen Produktion und Ernte stark von anderen Nüssen ab. Eine davon ist die Paranuss, die unter anderem auch „Amazonenmandel“ genannt wird. Das Verbreitungsgebiet liegt in den tropischen Regenwäldern Südamerikas, insbesondere in Bolivien, Brasilien und Peru wo diese wild geerntet wird. Kultivierungsversuche der Paranussbäume sind bislang fehlgeschlagen, denn die Bäume sind sehr schmal und erreichen eine Höhe von bis zu 50 Metern. Die Kapselfrüchte werden überwiegend bei Wildsammlungen direkt vom Boden aufgelesen. So tragen Paranüsse auch zum Schutz der Regenwälder bei, denn nur dort wo ein intaktes Waldgefüge besteht, bringen die Bäume gute Erträge.
  • Ähnlich ist es bei der Macadamia-Nuss, die in Australien, Südafrika, Kenia, der USA und in China wächst. Der typische Geschmack dieser Sorte ist erst vollkommen entwickelt, wenn die Nuss von alleine zu Boden fällt.

Walnüsse auf einem Holzbrett
© Unsplash

Biologischer Anbau und fairer Handel

Beim biologischen Anbau von Nüssen und Samen wird darauf geachtet, dass natürliche Ressourcen geschont werden. Dabei werden keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel verwendet und auch das Düngen mit Klärschlämmen ist verboten. Die biologischen Nüsse und Samen werden bei der Weiterarbeitung weder begast noch gebleicht oder geschwefelt. Da der Lagerschutz durch Methylbromid oder Phosphorsäureestern verboten ist, setzen viele Bio-Betriebe wesentlich aufwendigere Methoden, wie beispielsweise die sogenannte Druckentwesung ein, um Nüsse auch während der Lagerung vor Schädlingen zu schützen.

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Viele Nussarten werden zu reinen Nussmusen verarbeitet oder zur Gewinnung von Nussölen eingesetzt. In der Regel werden Bio-Musen keine Stabilisatoren oder Emulgatoren zugesetzt. Die Reinigung mithilfe von Hitze und Chemikalien ist bei Bio-Ölen nicht erlaubt. Biologische Öle werden daher kalt gepresst gefiltert und sind meist „nativ“.

Produkte, die das FAIRTRADE-Gütesiegel tragen, sind nach den internationalen Standards der Fairtrade Labeling Organizations International (FLO) hergestellt und gehandelt. FAIRTRADE-Standards sorgen dafür, dass kleine Betriebe ihre Produkte zu garantierten Mindestpreisen verkaufen können. Dadurch ist es Kleinbauernfamilien möglich, Nüsse und Ölsaaten kostendeckend beziehungsweise gewinnbringend zu produzieren. Dadurch können Initiativen vor Ort unterstützt werden, die sich für überdurchschnittliche Bezahlung, faire Arbeitsbedingungen oder die Förderung der Erwerbstätigkeit von Frauen einsetzen.

Pistazien
© Pixabay

Schadstoffbelastung bei der Verarbeitung

Im Gegensatz zur biologischen Landwirtschaft wachsen konventionell erzeugte Nüsse meist in großen Monokulturen unter Einsatz von chemisch-synthetischen Düngemitteln und Herbiziden. Insektizide können teilweise Schale und Pflanzenhaut durchdringen, wodurch es zu Ablagerungen in den Früchten und Samen kommen kann.

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Nüsse, die ungeschält in den Handel kommen, werden wahlweise gebürstet, gewaschen oder geschwefelt und gebleicht. Das Bleichen und Schwefeln gilt wegen möglicher Rückstände auf den Nüssen als bedenklich, ebenso der Einsatz von Methylbromid zur Schädlingsbekämpfung oder der Einsatz von Ethylengas, mit dem man zum Beispiel Walnüsse leichter öffnen kann.

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