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KategorienWissenswertUngefärbte Mode

Die Verwendung von Chemikalien zum Färben von Kleidung und der damit verbundene hohe Wasserverbrauch sind eines der größten Probleme der Bekleidungsindustrie, wenn es um nachhaltig und fair produzierte Mode geht. „Undyed fashion“ also Mode bei der auf den Färbeprozess verzichtet wird und die bestenfalls auch ansonsten unbehandelt ist, wird inzwischen von einigen Modemarken angeboten.

Das Problem mit den Chemikalien

Das Färben von Kleidung gilt als einer der Hauptverursacher von Wasserverschmutzung, das ist auch nicht weiter verwunderlich, wenn man überlegt, dass tausende verschiedene Chemikalien (z.B. Pestizide bei der Baumwollproduktion, Azofarbmittel, Formaldehyd, u.v.m.) bei der Produktion von Textilien zum Einsatz kommen können. Dabei sind viele der verwendeten Chemikalien zwar in Europa verboten, aber in den Ländern, in denen die Kleidung hergestellt wird, häufig nicht. Da die dort so produzierte Kleidung wiederum nach Europa exportieren wird, gelangen diese giftigen und oft auch allergieauslösenden Chemikalien wieder in unsere Kleiderschränke.

Die Auswirkungen, die die Färbe- und Veredelungsprozesse in der Textilindustrie auf die Umwelt haben sind dabei enorm – laut dem Europäischen Parlament werden durch „die Färbung und Veredelung von Textilien im Rahmen ihrer Herstellung […] schätzungsweise rund 20 Prozent der weltweiten Wasserverschmutzung verursacht.“

Undyed Fashion – nachhaltig und energiesparend

Wenn das Färben wegfällt, die Kleidung ihre natürliche Farbe behält und sie auch ansonsten nicht speziell behandelt wird, reduziert sich dadurch nicht nur die Verschmutzung und der Verbrauch von Wasser, sondern es wird auch Energie gespart. Das nachhaltige Modelabel Armedangels schreibt, dass bei der Produktion ihre neue Undyed Kollektion der Energieverbrauch (gegenüber einer konventionellen Herstellung) um bis zu 90 Prozent gesenkt werden konnte.

Bewusster Konsum und Second Hand Mode

Ungefärbte Mode ist eine sehr gute Sache, da ein kompletter Kleiderschrank nur in hellen Farben aber für viele eher ein unrealistisches Ziel ist und es wohl immer das ein oder andere farbige Kleidungsstück dazwischen geben wird, kann man auch auf andere Weise die Umweltverschmutzung bei der Textilherstellung reduzieren. Wie bei den meisten Konsumgütern empfiehlt es sich beim Kauf von Kleidungsstücken auf die Qualität und Herstellungsbedingungen zu achten, beispielsweise nur farbige Mode von Marken kaufen, die auf die Verwendung von unbedenklichen Pflanzenfarben setzen. Auch ein Blick auf Labels und Zertifizierungen gibt Aufschluss. Das Österreichische Umweltzeichen für Textilien vertritt übrigens beim Thema Nachhaltigkeit von Kleidung einen gesamtheitlichen Ansatz und inkludiert auch soziale Kriterien, so werden umwelt-, gesundheits- und sozialverträgliche Standards in der gesamten Wertschöpfungkette garantiert.

Ressourcenschonend ist auch das Einkaufen in Second Hand Geschäften und auch eine gewisse Achtsamkeit beim Shoppen – denn in Zeiten von Fast Fashion ist manchmal die Frage „Brauche ich dieses Kleidungsstück wirklich?“ eine sehr wichtige. Noch mehr Anregungen und Informationen zum Thema nachhaltige Mode findet ihr außerdem auch in unserem Ratgeber „Kleidung“.

Quellen und weitere Informationen:

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