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Ratgeber12 Tipps: Energiesparen im Haushalt

Energieeffiziente Geräte, Eco-Programm, Energie beim Heizen und Kühlen sparen: mit diesen 12 Tipps lässt sich Energie und Geld sparen.

1. TV, Computer, Monitore: Abschalten statt Stand-By-Modus

  • Kleine leuchtende Punkte an Elektrogeräten zeigen, dass sie noch immer eingeschaltet sind und Strom verbrauchen – dieser Stand-By-Modus ist für rd. 10 % der Haushaltsenergie verantwortlich. 
  • Besser also, du schaltest TV-Geräte, Computer und andere elektronische Geräte immer vollständig aus, wenn sie nicht benötigt werden, statt sie in den Stand-By-Modus zu versetzen.
  • Besonders leicht geht das über Steckdosenleisten mit Kippschalter.

2. Beleuchtung: Auf Energiesparlampen und LED umsteigen

  • Energiesparlampen sind viel energieeffizienter als Glühbirnen oder Halogenlampen, d.h. die Lichtausbeute pro Watt ist viel höher. Energiesparlampen verbrauchen im Vergleich ca. 80 % weniger Strom als Glühbirnen und LED sogar bis zu 98 % weniger Strom.
  • Energiesparlampen haben außerdem eine 10 bis 20 Mal längere Lebensdauer verglichen mit Glühbirnen.
  • Eine einfache Art Strom zu sparen ist natürlich, einfach alle Lichter auszuschalten, wenn du sie gerade nicht brauchst oder den Raum verlässt.

3. Geschirr spülen: Voll beladen und im Eco-Programm

  • Den Geschirrspüler nur voll beladen in Betrieb nehmen. Die Funktion „1/2“ oder „Halbe Ladung“ reduziert zwar den Strom- und Wasserverbrauch, allerdings nicht um die Hälfte.
  • Das Spülprogramm und die Temperatur sollten außerdem an die Geschirrart (z.B. gibt es auch eigene Programme nur für Glas) und den Verschmutzungsgrad angepasst sein.
  • Geschirr braucht auch keine Handspülung, bevor es in die Spülmaschine wandert. Große Essensreste sollten zwar entfernt und Angetrocknetes oder Eingebranntes vorab eingeweicht werden, aber kleine Verunreinigungen werden von der Spülmaschine beseitigt. So verringerst du auch den zusätzlichen Wasserverbrauch, der durch Vorspülen entsteht.
  • Per Hand oder Spülmaschine – Was ist besser? Man mag es kaum glauben, aber Geschirrspüler sind grundsätzlich effizienter als Spülen per Hand (lt. Universität Bonn: Vergleich von 12 Maßgedecken bestehend aus einem Essteller, Dessertteller, Suppenteller, einer Tasse und Untertasse, einem Glas und Besteck). Beim Handspülen wird ca. ein Viertel mehr Strom für die Aufbereitung des Warmwassers (und zudem fast viermal so viel Wasser) benötigt.
  • Wer jetzt überlegt, sich eine Spülmaschine anzuschaffen, ist mit Second-Hand (das spart den Ressourcenverbrauch eines Neugeräts.) oder energieeffizienten Geräten besonders umweltfreundlich unterwegs.

4. Wäsche waschen: Richtige Temperatur und Luft trocknen

  • Die Waschmaschine voll beladen in Betrieb nehmen – sonst wird nicht nur unnötig Strom, sondern auch Wasser verbraucht. Eine Ausnahme stellen Textilien aus Wolle dar, denen mehr Platz in der Waschmaschine gelassen werden sollte, damit es zu weniger Reibung beim Schleudern kommt und die Fasern nicht aufrauen.
  • Vorwaschen brauchst du heutzutage nicht mehr – moderne Waschmaschinen haben eine so starke Leistung, dass deine Wäsche auch mit herkömmlichen Programmen sauber wird.
  • Ist deine Wäsche eigentlich gar nicht so dreckig? Dann reicht auch eine niedrige Waschtemperatur aus. Viele Geräte bieten bereits Eco-Programme an – diese dauern zwar etwas länger, dafür wird Energie gespart, indem das Wasser z.B. langsamer aufgeheizt wird. Dank moderner Waschmaschinen und Waschmittel reichen für normal verschmutzte Wäsche 40° C völlig aus.
  • Statt deine Wäsche im Trockner zu trocknen, Kleidung, Bettwäsche & Co. einfach an der Luft trocknen – das erhöht als Nebeneffekt auch die Luftfeuchtigkeit, was im Winter gegen trockene Raumluft hilft.

5. Stoßlüften und Räume individuell heizen

  • Es lohnt sich, die Temperatur für jedes Zimmer individuell einzustellen – die Wohnräume wärmer und das Schlafzimmer kälter. Denn jedes Grad weniger spart etwa 6 % Heizenergie. Thermostate helfen dabei, die Temperatur im Blick zu behalten. Heizkörper heizen übrigens dann besonders gut, wenn sie freistehen und nicht von Möbeln oder Vorhängen bedeckt werden.
  • Um zu vermeiden, dass im Winter wertvolle Heizenergie verloren geht, besser ein paar Mal am Tag für wenige Minuten stoßlüften als die Fenster über einen längeren Zeitraum gekippt zu lassen. Dazu am besten die Heizung kurz zurückdrehen, alle Fenster komplett öffnen, und erst nach dem Schließen wieder zurück auf die gewünschte Temperatur stellen.
  • Wer selbst im Winter in T-Shirt und kurzer Hose am Sofa sitzt, heizt vermutlich mehr als notwendig wäre. Wenn du aber trotz Pullover und dicker Socken schnell mal kalte Füße bekommst, kannst du dich mit einer Tasse Tee, einer Wärmeflasche oder einer gemütlichen Decke auf der Couch schnell wieder aufwärmen.
  • Nachts und bei längerer Abwesenheit sollte die Heiztemperatur gesenkt werden.
  • Ist es in deinem Zuhause zugig? Sogenannte Zugluftstopper für Fenster oder Türen schaffen Abhilfe und können auch einfach selbst (z.B. aus Stoffresten oder alten Socken) gemäß DIY-Motto gebastelt werden.
  • Langfristiger Tipp für Eigentümer:innen: Auf nachhaltige Energieträger setzen und z.B. alte Öl- oder Gasheizungen austauschen – das bedeutet zwar auch eine einmalige, finanzielle Investition, wird aber gefördert und rentiert sich längerfristig bzw. schont die Umwelt. Mehr: Jetzt raus aus Öl und Gas

6. Im Bad: Duschen statt Baden

  • Hast du gewusst, dass man für ein Vollbad dreimal so viel Energie verbrauchen kann wie für eine Dusche? Statt einem Vollbad sind ca. drei Mal sechs Minuten duschen möglich – so kann der eigene Energieverbrauch deutlich gesenkt werden.

7. Backen und Kochen: Richtige(r) Topfgröße und Deckel drauf

  • Grundsätzlich sind Gasherde, Induktionsherde und Dampfgarer energiesparender als Elektroherde, aber auch unser Verhalten hat Einfluss auf den Energieverbrauch.
  • Wähle zum Erhitzen die Herdplatte immer passend zur Größe des Topfes aus, damit die Energie möglichst effizient eingesetzt wird. Denn ist die Platte nur 1-2 cm größer als der Topfboden, gehen bereits 20 bis 30 % der Energie ungenutzt verloren.
  • Damit keine Hitze entweicht, sollte unbedingt der passende Deckel auf den Topf. Denn Kochen mit Deckel verbraucht rund ein Drittel weniger Energie als ohne.
  • Beim Backen besser auf das Vorheizen verzichten und das Backrohr bei Verwendung auch nur selten öffnen, denn auch dadurch entweicht jedes Mal unnötige Energie (etwa 20 % der Wärme).
  • Falls vorhanden – besser Mikrowelle statt Backofen verwenden: Kleine Portionen (bis zu 400 g) eignen sich gut zum Aufwärmen in der Mikrowelle. Wichtig dabei ist, die Speisen flach auf den Teller zu verteilen, dazwischen umzurühren und einen mikrowellentauglichen Deckel zu verwenden. Gefrorenes sollte besser vorher im Kühlschrank aufgetaut werden, um Energie zu sparen.

8. Wasser erhitzen: Wasserkocher statt Herdplatte

  • Mit einem Wasserkocher lässt sich Wasser energiesparender erhitzen, als auf der Herdplatte – und zwar um ca. ein Drittel weniger Energie.
  • Außerdem solltest du immer nur die benötigte Menge an Wasser anfüllen, um keine Energie zu verschwenden.
  • Je größer die Wassermenge, desto weniger relevant ist allerdings der Unterschied zwischen Wasserkocher und Herd.
  • Wichtig: Den Wasserkocher regelmäßig entkalken (z.B. 2 EL Essig und ein Glas in den Wasserkocher geben, einschalten und danach gründlich ausspülen) – sonst steigt der Energiebedarf.

9. Kühlschrank und Gefrierfach: Kühler Standort und regelmäßiges Abtauen

  • Mit der Zeit bilden sich an den Innenwänden von Kühlschrank und Gefrierfach Reif-Ansätze. Ist die Eisschicht sehr dick, kann das ein Hinweis auf schlecht abgedichtete Türen sein. Dadurch erhöht sich der Stromverbrauch beträchtlich – bei einer Vereisung von 5 mm bereits um 30 Prozent. Deshalb die Türen ggf. überprüfen bzw. die Eisschicht regelmäßig entfernen bzw. abtauen.
  • Zudem sollten nur kalte bzw. ausgekühlte Lebensmittel in den Kühlschrank gestellt und die Türen nicht länger als notwendig geöffnet bleiben.
  • Überprüfe außerdem, ob dein Kühlschrank zu kalt eingestellt ist – eine Kühltemperatur von 7° C ist grundsätzlich ausreichend.
  • Freistehende Geräte sind zudem energieeffizienter als Einbaugeräte. Im Idealfall sollten Kühl- und Gefriergeräte nicht unmittelbar neben Wärmequellen wie Herd oder Heizkörper platziert werden oder direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein.

10. Bei Elektrogeräten auf Energieeffizienz achten

  • Altgeräte sollten nicht zu früh ausgetauscht werden, sonst kann die Gesamtökobilanz (inkl. Produktions- und Entsorgungsaufwände) negativ ausfallen.
  • Wenn du ein Elektrogerät umweltfreundlich austauschen willst, lohnt sich auch ein Blick auf Second Hand-Plattformen – vielleicht findet sich dort das ein oder andere energieeffiziente Schnäppchen als Alternative zu einem Neugerät.
  • Steht ein Neukauf ins Haus, achte auf die Energieeffizienz– und auf die richtige Gerätegröße. Diese sollte an die tatsächlichen Bedürfnisse und an die Anzahl der Personen im Haushalt angepasst sein.
  • Seit 1. März 2021 gibt es neue Labelklassen zur noch genaueren Bestimmung der Energieeffizienz von Geräten. Die Klassen reichen von A bis G, wobei A Geräte mit dem niedrigsten Energieverbrauch kennzeichnet. Mehr Informationen dazu, gibt’s in unserem Label-Kompass.
  • Welche Elektrogeräte tatsächlich energieeffizient sind, erfährst du in der Datenbank von www.topprodukte.at

11. Strom-Check: Energieverbrauch berechnen und kontrollieren

  • Pro Jahr verbraucht jede:r Österreicher:in durchschnittlich rund 7.882 Kilowattstunden (kWh) Strom. Für jede zusätzliche Person im Haushalt kommen in etwa 1.000 kWh dazu. Ein wichtiger Schritt zum Energiesparen ist, einen Blick auf seinen Verbrauch zu werfen. Der kostenlose Strom-Check von topprodukte.at zeigt zum Beispiel, wo du mit deinem Stromverbrauch im Vergleich zu anderen Haushalten liegst und wie viel CO2 du durch Stromspar-Maßnahmen vermeiden könntest.
  • So kannst du dein eigenes Verhalten überprüfen und mögliche „Energiefresser“ leichter identifizieren. Grundsätzlich verbrauchen Haushaltsgeräte, die im Dauerbetrieb sind, am meisten Strom. Daher sollte gerade bei diesen Geräten wie z.B. Kühlschrank oder E-Herd auf die Energieeffizienzklasse geachtet werden. Hier kann sich die Anschaffung eines neuen energieeffizienteren Geräts auszahlen, um den Stromverbrauch zu senken.
  • Das regelmäßige Dokumentieren von Zählerstand (Strom, Wasser, Wärme) kann helfen, etwaige Veränderungen des eigenen Verbrauchs im Blick zu behalten und bei Bedarf gegenzusteuern. Laut Umweltbundesamt kann ein durchschnittlicher Haushalt durch einfache Maßnahmen rund 1.000 kWh pro Jahr sparen – das entspräche in CO2-Äquivalenten* rund 400kg  und bei einem Strompreis von zwischen 18 Cent und 27 Cent pro kWh bis zu € 270 pro Jahr.
  • Auch der Umstieg auf sauberen Strom kann sich kostentechnisch lohnen – aber vor allem hilft der Rückgriff auf Strom aus erneuerbaren Energiequellen Klima und Umwelt.

*Bei einem durchschnittlichen CO2-Äquivalent von ca. 400g CO2 / kwH; die Angaben schwanken je nach Quelle

12. Gebäude dämmen bzw. sanieren und dadurch Heiz- und Kühlenergie sparen

  • Besonders viel Energie muss zum Heizen und Kühlen von Gebäuden aufgewendet werden – neue Gebäude sind im Idealfall bereits so gut gedämmt, dass sie ohne künstliche Kühlung auskommen und sie auch beim Heizen eine gute Energiebilanz aufweisen.
  • Aber in älteren Gebäuden (Baujahr zwischen 1945 und 1980) geht ein Großteil der Energie als Wärmeverlust über Außenwände, Fenster, Decke im obersten Geschoss bzw. Keller verloren bzw. heizen sich diese wiederum in den heißen Monaten schnell auf. Hier zahlt sich eine Sanierung aus, denn durch die passende Dämmung und einen Tausch der Fenster lässt sich der Energieverbrauch fürs Heizen bzw. Kühlen um bis zu 80 % reduzieren.
  • Mit Förderungen durch Bundesländer und Bund kann man sich bei der thermischen Gebäudesanierung rund 1/3 der Kosten sparen – damit werden Sanierungsprojekte aktuell (Stand: 2022) für Private besonders attraktiv bzw. kostengünstig!
  • Neben der richtigen Dämmung empfiehlt sich in einem zweiten Schritt auch der Umstieg auf ein nachhaltiges Heizsystem – mit der Initiative „Raus aus Öl und Gas“ wird der Umstieg von einem fossilen Heizungssystem auf eine klimafreundliche Technologie (Solarthermie, Pellets, Hackschnitzel) im privaten Wohnbau mit bis zu 50% der Kosten gefördert. Von der Reihenfolge empfiehlt es sich zuerst die Dämmung und dann das Heizsystem anzugehen, damit zweiteres bereits auf den neuen, effizienteren Energieverbrauch abgestimmt werden kann.
  • Mehr Tipps und Beispiele rund ums thermische Sanieren auf www.global2000.at

Tipps, Beratungsangebote & Soforthilfe

Mehr Energiespartipps gibt’s auch auf: www.topprodukte.at/services/energiespartipps und in den topprodukte-Broschüren

Ist ein langfristiges Bauprojekt oder eine Sanierung geplant, empfiehlt es sich, sich im Rahmen einer Energieberatung vorab Tipps zu holen. Für Menschen in finanzieller Notlage, die von Energiearmut betroffen sind, gibt es Soforthilfeangebote wie den VERBUND-Stromhilfefonds der Caritas.


Quellen und mehr Informationen

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