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Ratgeber

Wein und Spirituosen

  • 250 Mio. l

    Wein-Produktion pro Jahr in Österreich

  • 1,7 kg

    CO2-Emissionen bei der Herstellung von einem Liter Wein

  • rd. 20.000

    produzierende Betriebe in Österreich

Jährlich konsumieren Österreicherinnen und Österreicher im Durchschnitt fast 30 Liter Wein und allerlei Spirituosen. Insbesondere die Produktion von Wein ist in Österreich ein traditionsreicher und wichtiger Wirtschaftszweig, der aufgrund des zunehmenden Bewusstseins der Käuferinnen und Käufer laufend Veränderungen ausgesetzt ist. Nachhaltig produzierte Erzeugnisse und biologisch angebaute Ausgangsprodukte gewinnen an Stellenwert - so wie auch Bio-Weine, die in vielerlei Hinsicht gut für die Umwelt sind.

Worauf Sie achten sollten

  • Österreichische Herkunft
    • Greifen Sie stets zu heimischen Weinen und bevorzugen Sie Weine, die in der Region oder im Bundesland angebaut werden.
    • Durch die Unterstützung von heimischen Weinbäuerinnen und Weinbauern stärken Sie die regionale Wirtschaft und sparen CO2 im Transport.
    • Label „Zertifiziert Nachhaltig Austria“: Das Label weist besonders nachhaltig produzierte Weine aus. Die Produktion dieser Weine zeichnet sich durch einen sparsamen Umgang mit Wasser, Energie und chemischen Düngemitteln sowie einen effizienten Einsatz von Maschinen aus. Aber auch auf faire Arbeitsbedingungen und nachhaltig wirtschaftliches Handeln wird bei der Zertifizierung geachtet. Eine Liste aller zertifizierten Winzer finden Sie unter www.nachhaltigaustria.at.
  • Biologische Produktion
    • In Österreich findet sich bereits eine Vielzahl an Bio-Weinen. Sie sind mit unterschiedlichen Labels gekennzeichnet. Dazu gehören das EU-Bio-Logo, Bio Austria, ABG, Demeter und Ja Natürlich!.
    • Beim Kauf von importierten Weinen sollten Sie genauer hinsehen: In der EU ist der Einsatz von gentechnisch veränderten Rebsorten und Hefen zur Weinherstellung zwar nicht erlaubt, doch bei Weinen aus USA, Kanada, Moldawien und Südafrika kann das schon der Fall sein.
  • Fairer Handel
    • Bei Produkten mit dem FAIRTRADE-Gütesiegel können Sie sicher sein, dass die Produzentinnen und Produzenten fair entlohnt werden und unter menschenwürdigen Arbeitsbedingungen gearbeitet wird.
    • Eine Auswahl an zertifizierten Produkten finden Sie unter www.fairtrade.at.
  • Mehrweggebinde
    • Greifen Sie, wenn möglich, zu Mehrwegflaschen. Glasflaschen verursachen in der Produktion hohe CO2-Emissionen, die nur bei häufiger Wiederverwendung gerechtfertigt sind.

Wein

Weinberg mit zwei Personen und Trauben
© Unsplash

Umweltauswirkungen des konventionellen Weinbaus

So wie bei den meisten landwirtschaftlichen Erzeugnissen, entstehen auch bei Wein die größten Umweltauswirkungen beim Anbau. Durch den hohen Pflegeaufwand, der meist maschinell durchgeführt wird, wird der Boden stark beansprucht. Erosion und Freisetzungen des im Boden gespeicherten CO2 sind die Folge. Außerdem wird beim konventionellen Weinbau mit mineralischen Düngern gearbeitet. So können überdüngte Flächen entstehen, auf denen es zu Auswaschungen oder Verunreinigungen des Grundwassers kommen kann. Intensiver Kunstdüngereinsatz führt außerdem zu Lachgasemissionen, die in der Atmosphäre als Treibhausgas wirken

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Auch der intensive Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bedroht die Artenvielfalt und begünstigt Verunreinigungen des Grundwassers. Durch Pflege- und Erntemaßnahmen kommt es zu Bodenverdichtungen und Monokulturen können zur Artenverarmung und zu Nährstoffverlusten beitragen. Die gesundheitlichen Auswirkungen vieler Pflanzenschutzmittel auf den Menschen sind noch nicht genau erforscht. Sie werden jedoch mit Störungen der Fortpflanzungsfähigkeit, Schädigungen von Organen, Hautschäden, Lähmungen und Krebs in Verbindung gebracht. Neben den gesundheitlichen Risiken werden bei der Herstellung dieser Mittel auch enorme Energiemengen verbraucht, womit auch CO2-Emissionen verbunden sind.

Im Rahmen eines Forschungsprojektes im Traisental wurde festgestellt, dass im gesamten Anbauprozess (von der Ernte bis zur Auslieferung des fertigen Weins) pro Liter Wein rund 1,7 Kilogramm CO2 emittiert werden. Davon fallen rund 25 Prozent bei der Herstellung der Dünge- und Pflanzenschutzmittel an.

Drei Personen stoßen mit Weißwein in Gläsern an
© Unsplash

Weißweinland Österreich

Jedes Jahr werden in Österreich etwa 250 Millionen Liter Wein produziert, wobei der Großteil davon im Inland konsumiert wird. Durchschnittlich entfallen etwa 27 Liter pro Jahr auf jede Person. Dafür werden etwa 48.000 ha Anbaufläche in Anspruch genommen, die zum Großteil in Niederösterreich, der Steiermark und Wien zu finden ist. Mehr als 60% aller Rebflächen werden mit weißen Rebsorten bestockt. Österreich ist somit ein klassisches Weißweinland. Doch hiervon werden viele unterschiedliche Sorten produziert, die sich in ihrer Produktion und Herkunft stark unterscheiden.

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  • Qualitätsweine
    Die Bezeichnung „Qualitätswein“ dürfen nur Weine tragen, die aus einer oder mehreren der 35 zugelassenen Qualitätsrebsorten erzeugt wurden und aus einem gesetzlich definierten Weinbaugebiet mit geschützter Ursprungsbezeichnung (g.U.) stammen. Die bunte Vielfalt der österreichischen Qualitätsweine wird unter den Bezeichnungen der Weinbaugebiete Niederösterreich, Burgenland, Steiermark oder Wien vermarktet. Hier können die Betriebe aus 35 Sorten und den verschiedensten Weinstilen frei wählen.
  • Prädikatswein
    Prädikatsweine sind Qualitätsweine besonderer Reife und Leseart. Anreicherung oder Süßung sind nicht zulässig.
  • Landwein
    Landweine dürfen aus den 35 zugelassenen Qualitätsrebsorten erzeugt werden. Die Trauben müssen aus einer der drei Weinbauregionen Weinland, Steirerland oder Bergland stammen.
  • Herkunftstypischer Qualitätswein (Districtus Austriae Controllatus DAC)
    Neben den generischen Weinbaugebieten hat Österreich derzeit 16 kleinere, spezifische Weinbaugebiete. Wenn sich die Mehrheit der Winzer eines Gebietes einig ist, kann das regionale Weinkomitee über das nationale Komitee an das Landwirtschaftsministerium herantreten und DAC-Status beantragen. In 7 Gebieten wurde bereits per Verordnung ein DAC-Status erlassen: Weinviertel, Mittelburgenland, Traisental, Kremstal, Kamptal, Leithaberg und Eisenberg.
  • Wein (vormals Tafelwein)
    Einfache, günstigere Weine werden vielfach als Wein ohne weitere Angaben vermarktet. Auf den Etiketten dieser Weine darf lediglich die Herkunft „Österreich“ oder im Falle eines EU-Verschnitts die Herkunft „aus mehreren Ländern der Europäischen Union“ angegeben werden.

Weitere Unterscheidungen betreffen beispielsweise die Art des Ausgangsprodukts. Man unterscheidet Traubenwein (aus Weintrauben), Obstwein (aus Steinobst, Kernobst oder Beerenobst) und andere vergorene Getränke, die weder als Traubenwein, noch als Obstwein, noch als Bier zu bezeichnen werden – wie z.B. Reiswein. Auch nach dem Kohlensäuregehalt lässt sich Wein in Kategorien einteilen. Dabei ist hier die grundlegendste Unterscheidung zwischen Still-und Schaumwein zu machen. Dazwischen liegt der Perlwein.

Die Vielzahl an unterschiedlichen Bezeichnungen zeigt es schon sehr klar – die österreichische Weinlandschaft ist facettenreich. Bei den trockenen Weinen fällt ein Großteil entweder unter den klassisch-mittelgewichtigen Typus (DAC, Klassik, Kabinett, Federspiel) oder in die Kategorie der vollmundigen, körperreichen Weine die sich auch gut länger lagern lassen (Reserve, DAC Reserve, Spätlese trocken, Smaragd, große Lagenweine oder Cuvées). Daneben gibt es noch Schaumweine, leichte Jungweine, Rosés, sowie die fruchtsüßen oder edelsüßen Prädikatsweine (z. B. Spätlese oder Auslese).

Weinglas mit Rotwein vor Weingebiet
© Unsplash

Bio-Weinanteil nimmt zu

Man kann davon ausgehen, dass sich Vorlieben in Bezug auf Wein in den nächsten Jahren verändern werden. Beispielsweise nimmt der Bio-Weinanteil in Österreich stetig zu – zurzeit sind schon ca. 13,6 % aller heimischen Weingärten auf Bio-Standard. Doch auch die Konsumzahlen zeigen einen neuen Trend auf. Die Bevölkerung scheint allgemein weniger Wein zu trinken. Experten sprechen von einem Rückgang, der mit einem gesteigerten Gesundheitsbewusstsein und der erhöhten Anzahl an Verkehrskontrollen zusammenhängen könnte.

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Vorteile biologischer Weinproduktion

  • Giftige Pflanzenschutzmittel und Kunstdünger sind verboten, wodurch die Belastung des Grundwassers verringert wird.
  • Eine Belastung des Weines mit unerwünschten Stoffen (Pestizide, Nitrate u. a.) ist erheblich vermindert bis ganz ausgeschlossen.
  • Die Böden sind fruchtbarer, enthalten mehr Humus und weisen eine höhere bodenbiologische Aktivität auf als konventionell bewirtschaftete Böden.
  • Biologischer Weinbau ist energieeffizienter, da keine Kunstdünger und Pflanzenschutzmittel verwendet werden, die eine energieintensive Produktion mit sich bringen.
  • Die biologische Weinproduktion garantiert den Erhalt der Artenvielfalt.
  • Es gibt ein klares Verbot von Gentechnik.

Mann hält Weintrauben in der Hand
© Unsplash

Wein aus der Region

Vor allem die transportbedingten Umweltauswirkungen lassen sich durch Kauf von regionalem Wein vermindern. Zusätzlich wird die Einkommenssicherheit bei regionalen Produzentinnen und Produzenten erhöht.

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Durch die Wahl von regionalen Produkten ergeben sich auch gesellschaftliche Vorteile:

  • Erhaltung der Infrastruktur, Betriebe und Arbeitsplätze in der Region
  • Erhöhung der regionalen Wertschöpfung
  • Verringerung des Transportaufwands
  • Erhaltung und Pflege der regionalen Kulturlandschaft
  • Erhaltung traditioneller Kenntnisse wie regionaltypischer Rezepte, und handwerklicher Fähigkeiten
  • Stärkung der regionalen Identität


Spirituosen

Der Begriff Spirituosen leitet sich vom lateinischen „Spiritus“ ab, das so viel heißt wie Hauch, Atem, (Lebens-)geist und bezeichnet „geistige Getränke“. Umgangssprachlich meint man mit Spirituosen meist stark alkoholische Getränke wie Branntwein und Liköre. Im rechtlichen Sinn definieren der österreichische Spirituosencodex und der Europäischen Zolltarif den Begriff als alkoholisches Getränk mit mindestens 15 Volumenprozent Alkoholgehalt.

Glas mit Cocktail
© Unsplash

Stark alkoholische Getränke

In Österreich werden jährlich circa 110.000 Hektoliter Spirituosen hergestellt. Diese spielen hierzulande, verglichen mit Wein und Bier, eine eher untergeordnete Rolle. Jährlich trinkt jede Österreicherin und jeder Österreicher im Schnitt 3,3 Liter davon.

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Die österreichische Spirituosenwirtschaft ist sehr kleinteilig strukturiert und umfasst viele statistisch nicht erfasste Herstellerinnen und Hersteller mit weniger als zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Es sind insbesondere die kleinen Produzentinnen und Produzenten, die neben dem Hauptprodukt „Inländerrum“, für die Herstellung einer Vielzahl an Spezialprodukten (v. a. Obstbrände, Liköre etc.) verantwortlich sind. Inländerrum und Jagatee sind die beiden Produkte mit dem höchsten Exportanteil.

Spirituosen werden aus landwirtschaftlichen Produkten hergestellt. Dadurch sind die negativen Umweltauswirkungen von Spirituosen hauptsächlich von den landwirtschaftlichen Anbaumethoden der jeweiligen Rohstoffe abhängig. Häufig kommt es zu einem intensiven Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln.

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