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Ratgeber

Sojaprodukte

  • 70.000 ha

    Soja-Anbaufläche in Österreich

  • 35 %

    der heimischen Soja-Anbauflächen werden biologisch betrieben

  • 2,7 kg

    Pro-Kopf-Verbrauch jährlich in Österreich

Insgesamt produziert die Europäische Union zu wenig eiweißreiche Futterpflanzen für ihre Nutztiere und ist auf die Einfuhr großer Mengen an Sojabohnen angewiesen. Der Großteil, etwa 80 Prozent des weltweit angebauten Sojas, wird zu Tierfutter verarbeitet und ist gentechnisch verändert. Hierzulande rangiert Soja nach Mais, Weizen und Gerste an vierter Stelle der offiziellen Flächenstatistik. In Österreichs arbeiten die Landwirte nach den Kriterien des biologischen Landbaus. Soja aus europäischem, biologischem Anbau ist besonders nachhaltig, weil es gentechnikfrei ist, ohne Pestizide auskommt, die Bodenfruchtbarkeit fördern kann und die Transportwege stark verkürzt werden.

Worauf Sie achten sollten

  • Biologische Produktion
    • Kaufen Sie Sojaprodukte aus kontrolliert biologischem Anbau und achten Sie auf Bio-Labels.
    • Produkte aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft sind immer gentechnikfrei.
  • Österreichische Herkunft
    • Greifen Sie zu Sojaprodukten aus Österreich.
    • Sie unterstützen damit Klein- und Mittelbetriebe in Ihrer Nähe.
    • Sie sparen CO2 durch die kürzeren Transportwege.
  • „Gentechnikfreie“ Produkte
    • Greifen Sie zu Produkten, die als „gentechnikfrei“ gekennzeichnet sind.
    • In Österreich dürfen tierische Lebensmittel nur als gentechnikfrei gekennzeichnet werden, wenn die Tiere gentechnikfrei gefüttert oder nach der Bioverordnung gehalten und gefüttert wurden.

Labels und Gütezeichen für Sojaprodukte (29)

Sojabohnen und Sojamilch
© Pexels

Soja in Österreich und Europa

Die Sojabohne zählt weltweit zu den wichtigsten Nutzpflanzen, die auf rund sechs Prozent der globalen landwirtschaftlichen Nutzfläche angebaut wird. Seit Ende der 1990er-Jahre hat der Sojaanbau auch in Europa stark zugenommen. Die bedeutendsten Anbaugebiete liegen im milden Klima in Italien, Serbien, Rumänien und Frankreich. In Mitteleuropa nimmt Österreich eine Vorreiterrolle ein und weist im Vergleich zu seiner Landesfläche einen überproportional hohen Sojaanbau vor.

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Mit jährlich knapp 190.000 Tonnen ist Österreich der fünftgrößte Sojaproduzent Europas und liefert mit nur 2 Prozent der EU-Ackerflächen rund 8 Prozent der EU-Sojaernte. 2019 erreicht die Sojaanbaufläche in Österreich ein Rekordniveau von knapp 70.000 Hektar. In den Jahren 2004 bis 2019 haben sich damit die österreichischen Anbauflächen fast vervierfacht. Traditionell bedeutende Kulturen wie Roggen oder Raps sind dabei von der Sojabohne überholt worden. Die Hauptanbaugebiete liegen im Burgenland, in Nieder- und in Oberösterreich. Aber auch in der Steiermark und in Kärnten wird immer mehr auf die Pflanze gesetzt.

Durchschnittlich wurden im Jahr 2017/18 in Österreich pro Kopf rund 2,7 Kilogramm Sojabohnen konsumiert.

An den heimischen Züchtungsstandorten im oberösterreichischen Reichersberg und im steirischen Gleisdorf entwickeln Expertinnen und Experten kontinuierlich neue Sojasorten, die sich den unterschiedlichsten Gegebenheiten anpassen. Bereits rund ein Viertel des gesamten in der Europäischen Union verwendeten Soja-Saatguts stammt von österreichischen Pflanzenzüchtern. Der Selbstversorgunggrad bei Soja beträgt in der Europäischen Union nur 5 Prozent, weshalb Europa stark von Soja-Importen aus Nord- und Südamerika abhängig ist. 2018 startete das Europäische Parlament eine Initiative zur Erstellung eines Proteinplanes um den Selbstversorgungsgrad mit pflanzlichem Eiweiß in der Europäischen Union zu erhöhen.

Der in Wien gegründete und mittlerweile europaweit tätige Verein Donau Soja setzt sich für eine nachhaltige, gentechnikfreie Sojaproduktion ein, um die Abhängigkeit von den großen Sojaproduzenten aus Nord- und Südamerika zu verringern. Mit der sogenannten Donau-Soja-Erklärung unterstützen derzeit 15 Staaten eine europäische, nachhaltige und eigenständige Eiweißversorgung. Der Soja-Anbau in Europa soll so als Teil einer nachhaltigen Fruchtfolge gefördert werden.

Sojabohnen Ernte
© Pixabay

Soja für die Futtertröge

Der Großteil der weltweiten Sojaernte landet in den Futtertrögen. Aufgrund ihres hohen Eiweißgehalts können Tiere schneller Fleisch, Milch und Eier produzieren. Österreich führt jährlich bis zu 550.000 Tonnen Sojaschrot ein, das hauptsächlich als Tierfutter genutzt wird. Der größte Teil des angebauten Sojas – rund 85 Prozent der weltweiten Sojaernte – dient der Gewinnung von Sojaschrot und Sojaöl.

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Europa importiert nach wie vor große Mengen an Sojabohnen als Futtermittel für seine Nutztiere. Auf jede Bürgerin und jeden Bürger der Europäischen Union kommen pro Jahr 64 Kilogramm Soja. China, mittlerweile das wichtigste Importland, liegt weit vor der Europäischen Union und hat innerhalb der letzten 15 Jahre die Sojaeinfuhren verachtfacht. Dies ist auch auf einen erhöhten Fleischkonsum in China zu führen.

Hand mit Sojabohnen
© Pixabay

Bio-Soja

Auf über 24.000 Hektar – das sind rund ein Drittel der österreichischen Soja-Anbauflächen – wird in Österreich nach biologischen Kriterien produziert. Sojabohnen aus kontrolliert biologischem Anbau sind gentechnikfrei und werden ohne leichtlösliche mineralische Dünger und chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel erzeugt. Bio-Soja spielt auch als Bestandteil von verarbeiteten Lebensmitteln eine zunehmende Rolle. Denn für ein biologisches Produkt dürfen ausschließlich Bio-Sojaprodukte verwendet werden.

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Im Gegensatz zu den Hauptproduzenten USA, Brasilien, Kanada und Argentinien, legen europäische Soja-Produzentinnen und -Produzenten immer mehr Wert auf biologisch erzeugtes Qualitätssoja. Zudem hat die Sojabohne die positive Eigenschaft, Stickstoff im Boden zu binden. Das kommt nachfolgenden Kulturpflanzen zu Gute. Soja muss außerdem nicht zusätzlich gedüngt werden. So wird die Bodenqualität verbessert und es müssen weniger Ressourcen eingesetzt werden.

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