Diese Seite nutzt Cookies. Durch die fortgesetzte Benützung der Seite stimmen Sie der Cookienutzung zu. Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie in derDatenschutzerklärung.

Ratgeber

Eier

  • 6,5 Mio.

    Legehennen in Österreich

  • 290 bis 320

    Eier legt eine Henne jährlich

  • 12 %

    der heimischen Eier stammen aus Bio-Haltung

Bei kaum einem Lebensmittel sind die Qualität und die Herkunft so deutlich nachvollziehbar wie bei Hühnereiern. Jedes Ei ist mit einem aufgedruckten Code gekennzeichnet und verrät die Art der Tierhaltung, das Herkunftsland und das Mindesthaltbarkeitsdatum. Schwieriger bei der Nachverfolgung wird es bei „versteckten Eiern“, die in beinahe jedem zweiten verarbeiteten Lebensmittel als Volleipulver enthalten sind. Wer sichergehen möchte, dass die Eier aus einer tierfreundlichen Haltungsart stammen, achtet auf die Kennzeichnung und greift zu Eiern aus Freilandhaltung.

Worauf Sie achten sollten

  • Kennzeichnung zur Haltungsform, Herkunft und Mindesthaltbarkeit
    • Der auf dem Ei aufgedruckte Code gibt Auskunft über die Tierhaltung, Herkunftsland und Mindesthaltbarkeitsdatum.
    • Die Zahl am Anfang des Codes steht für die Haltungsform
      • 0 = biologische Landwirtschaft
      • 1 = konventionelle Freilandhaltung
      • 2 = Bodenhaltung
      • 3 = Käfighaltung
    • Eier aus Österreich sind mit dem Kürzel „AT“ gekennzeichnet.
  • Biologische Produktion
    • Entscheiden Sie sich für Eier aus kontrolliert biologischem Anbau und achten Sie auf Bio-Siegel, wie das AMA-Bio-Gütesiegel oder das EU-Bio-Gütesiegel.
    • Eier aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft sind immer auch aus Freilandhaltung.
  • Österreichische Herkunft
    • Greifen Sie zu regionalen Produkten. Importierte Eier und Eierprodukte können von Hühnern aus Käfighaltung stammen. In Österreich ist die Haltung von Hennen in Legebatterien seit 2009 verboten.

Labels und Gütezeichen für Eier (33)

Zwei Frauen beim Kochen einer Eierspeise
© Unsplash

Produktion und Konsum in Österreich

Die heimischen Legehennenhalterinnen und Legehennenhalter verpflichten sich zu hohen Standards – dazu zählen zum Beispiel eine gentechnikfreie Fütterung, die Verwendung von Donau Soja, keine Schnabelbehandlungen bei Legehennen oder die Dokumentation der Tiergesundheit über die Poultry Health Data. Zudem erfolgt die Kennzeichnung der Eier am Erzeugerbetrieb, die Warenflüsse werden dokumentiert und über die Österreichische Eierdatenbank abgesichert.

Weniger lesenMehr lesen

Die rund 6,5 Millionen Hennen in Österreich legen jährlich 1,9 Milliarden Eier. Das sind etwa 290 bis 320 Eier pro Jahr und Legehenne. 

Insgesamt 239 Eier essen Herr und Frau Österreicher durchschnittlich im Jahr . Damit können 86 Prozent der Nachfrage durch heimische Landwirtinnen und Landwirte abgedeckt werden.

Im Vergleich zum größten Eierimporteur Deutschland, importiert Österreich verhältnismäßig wenige Eier und Eiprodukte.

  • Insgesamt gehen 40 Prozent der heimischen Eier an die österreichischen Gastronomie- und Hotelleriebetriebe und an weitere Großküchen. Damit ist dies jener Wirtschaftszweig, der die meisten heimischen Eier abnimmt.
  • 34 Prozent verbraucht der Lebensmitteleinzelhandel und zusätzliche vier Prozent werden als Ostereier vermarktet.
  • Die verarbeitende Industrie kauft 22 Prozent der Eier.

Die Lebensmittelindustrie versucht häufig, Eier in verarbeiteten Produkten zu ersetzen, zum Beispiel durch Sojaprotein. Es gibt jedoch bislang kein Ersatzprodukt, das dieselben Eigenschaften wie ein Ei aufweist.

Eier in einer Eierschachtel
© Unsplash

Österreichische Eierdatenbank

In allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union wurde eine einheitliche Kennzeichnung direkt auf den Eiern verordnet, die jeder Konsumentin und jedem Konsumenten eine lückenlose Rückverfolgbarkeit der Herkunft der Eier bis hin zum Legebetrieb ermöglichen soll. Dazu zählt auch die Österreichische Eierdatenbank, die über die Transparenz und die Rückverfolgbarkeit von jedem einzelnen österreichischen Ei informiert.

Weniger lesenMehr lesen

Bereits 90 Prozent der Frischeier am Markt werden freiwillig von den Produzentinnen und Produzenten in dieser Datenbank erfasst.

Für das AMA-Gütesiegel-Programm und bei der Auslobung „Tierschutz geprüft“ ist die Meldung an die Österreichische Eierdatenbank allerdings verpflichtend. Beim Quick-Egg-Check der Eierdatenbank können die Konsumentinnen und Konsumenten die Kennzeichnung am Ei abfragen und neben der Haltungsform auch den Namen und die Anschrift der Legehennenhalterin oder des Legehennenhalters erfahren.

Henne im Freien
© Unsplash

Arten der Tierhaltung

Es gibt vier unterschiedliche Arten der Tierhaltung von Hennen, wobei sich die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestflächen, Auslaufmöglichkeiten und die Fütterung der Tiere stark unterscheiden.

Weniger lesenMehr lesen

  • Käfighaltung (Kennzeichnung: 3)
  • Bodenhaltung (Kennzeichnung: 2)
  • Freilandhaltung (Kennzeichnung: 1)
  • Biologische Freilandhaltung (Kennzeichnung: 0)

Die Haltung der österreichischen Legehennen erfolgt zu 12 Prozent in biologischer Haltung, zu 23 Prozent in Freilandhaltung, zu 64 Prozent in Bodenhaltung und zu einem Prozent in Käfighaltung. Die „Kontrollstelle für artgemäße Nutztierhaltung“ (KAN) ist die wichtigste Kontrollstelle für Eier aus Freiland- und Bodenhaltung. Das lückenlose Kontrollsystem prüft Eier und Eiprodukte vor Ort auf den Höfen und in weiterer Folge bei der Verpackung, Verarbeitung und Vermarktung. Grundsätzlich zählt die Freilandhaltung zur tierfreundlichsten Haltungsart.

Hennen mit großer Freilauffläche
© Shutterstock

Biologische Freilandhaltung

Die biologische Freilandhaltung ist – neben der „Tierschutz geprüften“ Freilandhaltung – derzeit die tierfreundlichste Haltungsform für Legehennen, die es auf dem Eier-Markt gibt. Bei der biologischen Freilandhaltung sind mit vier Quadratmeter Auslauf pro Henne die größte Fläche vorgeschrieben.

Weniger lesenMehr lesen

Die Kriterien der BIO Austria schreiben sogar 10 Quadratmeter Auslauf vor. Im Stall dürfen pro Quadratmeter höchstens 6 bis 7 Tiere leben und insgesamt maximal 3.000 Hennen pro Halle. Zusätzlich muss ein Drittel der Stallfläche eingestreut sein und dient den Hennen als Scharrraum. Legenester und Sitzstangen müssen den Tieren ebenfalls zur Verfügung stehen. Weitere Vorteile welche die biologische Haltung von Hennen mit sich bringt sind unter anderem das Verbot des prophylaktischen Medikamenteneinsatzes und das biologisch erzeugte Futter für die Tiere.

Durch den Kauf von Bio-Freilandeiern können Konsumentinnen und Konsumenten direkt bestimmen, unter welchen Umständen die Legehennen gehalten werden. Zwischen biologischer und herkömmlicher Freilandhaltung gibt es Unterschiede beim Auslauf und bei der Anzahl der Tiere pro Quadratmeter, aber insbesondere in der Fütterung der Tiere. Während Freiland-Hennen konventionelles Futter wie Getreide, Eiweißfuttermittel und Körnerleguminosen erhalten, besteht das Futter von Bio-Hennen ausschließlich aus kontrolliert biologischen Inhaltsstoffen, ohne Pestizide, chemisch-synthetische Dünger und Gentechnik. Dadurch steigt auch der Ankaufspreis bei Bio-Junghennen. Im Vergleich zu Käfig- oder Bodenhaltung entstehen so bei der Bio-Freilandhaltung deutlich höhere Kosten.

Freilaufendes Huhn auf Wiese
© Shutterstock

Freilandhaltung

Die Freilandhaltung ist im Vergleich zur Käfig- und Bodenhaltung die tierfreundlichste Haltungsform. Denn hier können die Hennen im Optimalfall ihren natürlichen Verhaltensmustern entsprechend leben.

Weniger lesenMehr lesen

Bei der konventionellen Freilandhaltung entsprechen die Mindestflächen in der Halle denen der Bodenhaltung. Auch hier müssen Sitzstangen und mindestens ein Drittel Scharrflächen für die Tiere vorhanden sein. Eine Bodenhaltung und eine Freilandhaltung können sich vom Gebäude her gleichen. Jedoch haben die Hennen nur in einer Freilandhaltung auch die Möglichkeit zum freien Auslauf.

Bodenhaltung
© Shutterstock

Bodenhaltung

Nach dem Verbot der klassischen Käfighaltung in Österreich ist der Anteil an Eiern aus Bodenhaltung deutlich angestiegen. Viele Betriebe haben auf Bodenhaltung umgestellt, bei der die gesetzlich vorgeschriebene Mindestfläche ein Quadratmeter für maximal 7 bis 9 Tiere beträgt. Außerdem müssen Sitzstangen für die Tiere vorhanden sein und mindestens ein Drittel der Stallfläche muss Bereiche zum Scharren enthalten.

Weniger lesenMehr lesen

In einer Bodenhaltung leben bis zu 6.000 Tiere in einer Halle. Dabei kann es zu Verhaltensstörungen wie Kannibalismus und Federpicken kommen, die durch gezielte Maßnahmen versucht werden zu minimieren. Bei der Bodenhaltungen wird nach der gesetzlichen Definition und nach einer tiergerechteren Bodenhaltung unterschieden. Diese ist mit dem Siegel „Tierschutz geprüfte“ Bodenhaltung gekennzeichnet. Aus Sicht des Tierschutzes ist die Bodenhaltung nur ein Kompromiss zur Käfighaltung.

Hühner in Käfig
© Shutterstock

Käfighaltung („Legebatterien“)

Weltweit ist die Käfighaltung weit verbreitet. Es wird geschätzt, dass 95 bis 99 Prozent der weltweit vermarkteten Eier von Hühnern aus Käfighaltung stammen. Haltungsformen außerhalb des Käfigs stellen eine Nische dar. Es wird zwischen traditioneller Käfighaltung und der Haltung in sogenannten ausgestalteten Käfigen unterschieden.

Weniger lesenMehr lesen

Die traditionelle Käfighaltung ist seit 2009 in Österreich und seit 2012 in der gesamten Europäischen Union verboten.

Dabei leben die Hennen zu viert oder fünft in kleinen Drahtkäfigen. Jeder Henne stehen 550 Quadratzentimeter Platz zur Verfügung, das sind in etwa zwei Drittel eines DINA4-Blattes. Üblicherweise werden die Käfige in langen, bis zu fünfstöckigen Reihen gestapelt. Damit die Eier besser abrollen können, stehen die Hennen meist auf abgeschrägten Gitterböden.

In den sogenannten ausgestalteten Käfigen haben die Hennen mit 600 Quadratzentimeter nutzbarer Fläche pro Henne unwesentlich mehr Platz. Die Käfige müssen Sitzstangen und Bereiche zum Scharren enthalten, die üblicherweise in Form von Plastikmatten als Nistmöglichkeiten oder schwer zugänglichen Sitzstangen gehandhabt werden. 2017 gab es noch weniger als zehn österreichische Betriebe mit rund 60.000 Hennen in diesem System. Mit Ende 2019 endet in Österreich die Haltung von Legehennen in Käfigen. Damit ist Österreich ab 2020 als erstes Land der Europäischen Union käfigfrei. Deutschland zieht ab 2025 mit einer käfigfreien Haltung nach.

„Versteckte“ Eier aus Käfighaltung

Für Importe aus Nicht-EU-Ländern ist die Haltungsform nicht geregelt. Zudem ist der Import an Käfigeiern sowie Produkten, die Käfigeier enthalten, nach Österreich uneingeschränkt erlaubt.

Weniger lesenMehr lesen

Sind die Eier verarbeitet, muss am Produkt nicht vermerkt werden, dass es sich um Käfigeier handelt.  

In jedem zweiten verarbeiteten Lebensmittel stecken Eier, die in großen Mengen als Zutat in Form von Volleipulver enthalten sind. So sind die meisten jener rund 1,8 Millionen Eier, die Österreich täglich als Schaleneier und in Eiprodukten importiert, Käfigeier. Ein weiterer Grund für Käfigeier-Importe sind die Produktionskosten für Volleipulver: etwa aus ukrainischer Käfighaltung betragen diese rund 4 Euro, wohingegen Volleipulver aus österreichischer Haltung mit 8 Euro wesentlich teurer sind.

Männliche Küken

Noch schlüpft aus jedem zweiten Ei, das für die spätere Eierproduktion ausgebrütet wird, ein männliches Küken. Dieses eignet sich aufgrund seiner Genetik nicht für die kommerzielle Mast, da es zu langsam und zu wenig Fleisch ansetzt. Daher werden jedes Jahr in Österreich rund 10 Millionen männliche Küken sofort nach dem Schlüpfen getötet und meist als Tierfutter verwertet.

Weniger lesenMehr lesen

In Deutschland wurde jetzt ein neues Verfahren eingesetzt, das die Tötung der männlichen Küken verhindert. Mit dem sogenannten Seleggt-Verfahren wird das Geschlecht bereits vor dem Ausbrüten im Ei erkannt. Die männlichen Eier werden anschließend nicht weiter bebrütet und kommen als Eier in den Handel. Auch in Österreich könnte das Kükentöten in absehbarer Zeit ein Ende haben.

Aufzucht der Bruderhähne

Die österreichische Biobranche hat einen anderen Weg gefunden und sich im Jahr 2015 geeinigt, die männlichen Küken nicht mehr zu töten, sondern als Mastgockel aufzuziehen und zum Teil als „Bio-Gockel“-Delikatesse zu vermarkten. Dies ist mit höheren Kosten verbunden, denn in rund zehn Wochen braucht ein Bruderhahn etwa drei Kilo Futter und erreicht ein Gewicht von nur einem Kilo, wovon nur ein Drittel für den menschlichen Verzehr verwertbar ist. Ein Bio-Masthuhn braucht 2,2 Kilo Futter, ein konventionelles Masthuhn 1,6 Kilo, und beide haben zudem einen höheren Fleischanteil. Dafür schlagen Direktverkäufer und Handel zwei Cent auf jedes Bio-Ei auf.

Seite teilen