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KategorienStart-ups aus ÖsterreichKlimafreundlich leben… mit VeloConcerts

Interview mit Jonas Skielboe (Founder des österreichischen Start-ups VeloConcerts) über die neue und nachhaltige Art, Events zu veranstalten und wie ihre Business-Idee unsere Städte zukünftig anders gestalten wird.

Wie kam es zu eurer Geschäftsidee und wer sind die Menschen hinter „VeloConcerts“? 

Jonas Skielboe, der Gründer von „VeloConcerts“, begann mit dem persönlichen Wunsch, Nachhaltigkeit im Veranstaltungsbereich umzusetzen. Nach fast 20 Jahren als professioneller Musiker hat er die Initiative ergriffen und möchte nun Menschen mit nachhaltigen Kulturveranstaltungen im öffentlichen Raum begeistern – ohne Kompromisse für die Umwelt einzugehen. Mit der festen Überzeugung, dass wir alle Verantwortung übernehmen sollten, wurde das Start-up mit der Mission gegründet, Kultur, Interaktionen im öffentlichen Raum und Nachhaltigkeit zu vereinen. Die Bühne namens „VeloStage“ enstand in Zusammenarbeit mit Jakob Illera von Inseq Design. Der Produktdesigner und Bike-Guru stieg 2019 in das Projekt ein und setzte die Ideen von Jonas Skielboe in die Realität um. Das Team wird u.a. von Kulturkenner Peter Hörburger und Ineke Hellingman (Business Development & Fundraising) komplettiert.

Das Team von „VeloConcerts“ (Founder Jonas Skielboe 2. von links) © VeloConcerts

Wie trägt VeloConcerts zu mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit bei?

Die Zeit, in der Off-Grid-Events mit einem Truck und schweren Dieselgeneratoren durchgeführt werden, ist vorbei. VeloConcerts ermöglicht stattdessen eine klimaneutrale Event-Performance: die komplette Bühne, inklusive Ton- und Lichttechnik, wird emissionsfrei auf einem Cargo Bike zum Veranstaltungsort gebracht und der Strom stammt aus einer Mischung aus Solar- und Batterieenergie (zweiteres wird ebenfalls mit grüner Energie geladen). Wir möchten auch andere Menschen dazu inspirieren, Mobilität neu zu denken und häufiger auf das Fahrrad umzusteigen. Deswegen organisieren wie zum Beispiel Events, bei denen die Leute mit uns Fahrrad fahren können und arbeiten mit der App „Bikecitizens“ zusammen, in deren Karten unsere Events integriert sind.

Habt ihr das Gefühl, dass sich die Menschen mit dem Thema „Gemeinsame Nutzung der Stadt“ auseinander setzen und neue entsprechende Angebote gut ankommen bzw. häufiger genutzt werden? 

Wir haben einen enormen Anstieg von Veranstaltungen im öffentlichen Raum im Jahr 2021 verzeichnet. „Community Outreach Action“ steht heutzutage auf der Agenda fast jeder Kultureinrichtung und größeren Stadt weltweit. Auch der Wunsch nach der Schließung der sozialen Kluft – durch die Pandemie auch noch verschärft – führt dazu, den öffentlichen Raum aktiver zu  nutzen. Mit VeloConcerts haben wir ein Veranstaltungsformat entwickelt, bei dem Menschen zusammenkommen und ein aktives gemeinsames Erlebnis zwischen Künstler:innen und Publikum ermöglicht wird – und das kommt gut an.

Welche bisherigen Herausforderungen gab es bei der Entwicklung eurer Businessidee und was ist für die Zukunft geplant?

Natürlich war die Pandemie eine große Herausforderung für den Kulturbetrieb an sich (und für uns) und 2020 war ein denkbar schlechtes Jahr, um ein Start-up genau in diesem Bereich zu gründen.  Die Entwicklung vom 1-Personen-Projekt zu einem Unternehmen ist aber immer harte Arbeit, v.a. wenn man ein völlig neues Kulturformat auf den Markt bringen möchte. Vom Design bis zum Sound kümmern wir uns um jedes Detail und auf der Ebene der Produktentwicklung hat man das Gefühl, dass es nie genug ist. Unsere Vision sind „VeloConcerts“ auf internationaler Ebene, bei denen Kultur gleichermaßen auf Fahrrädern transportiert wird, wie die Essensboten per Bike Teil unseres täglichen Lebens sind. Wir wollen Kultur in der Stadt und auf dem Land entfalten lassen, ohne Kompromisse bei der Nachhaltigkeit einzugehen.

Ein Ausblick ins Jahr 2040: Welche Rolle spielt eure „VeloStage“ (und andere / neuartige Formate in urbanen Gebieten) in unseren Städten?

Mit einer Null-Auto- und Null-Emissionspolitik in den meisten Städten werden VeloConcerts ein wesentliches und wichtiges Instrument sein, um öffentliche Veranstaltungen zu organisieren. Wir sehen „VeloConcerts“ als integrierten Bestandteil der mobilen Stadtplanung – nicht nur als Bühne für Musik, sondern für Kultur im ursprünglichen Sinne, um Menschen zusammenzubringen und sie etwas zum Wohle der ganzen Gesellschaft schaffen zu lassen. Es wird ein starkes Format sein, das den Zugang zu Kunst im öffentlichen Raum demokratisiert, aber auch eine Voraussetzung dafür ist, nachhaltige Ziele zu verwirklichen, die unsere Städte zu einem lebenswerten Ort machen.

Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg!

Mehr Informationen unter: www.veloconcerts.com

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