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Cotton Made in Africa

Cotton Made in Africa kennzeichnet Baumwolle aus gentechnikfreiem Anbau, die aber nicht den Kriterien des biologischen Anbaus entspricht. Für Verbraucher:innen ist zudem leider nicht erkennbar, ob die gesamte Wertschöpfungskette nachhaltig ist oder „nur“ die Baumwolle.

Wofür das Label steht

Kleidung & Textilien

Beschreibung

Das Label „Cotton Made in Africa  CmiA“ ist ein Managementsystem, welches zum Teil die Anbaumethoden der Kleinbauern und die Baumwollgesellschaften bewertet.

Es wird ein nachhaltiger Baumwollanbau gefördert und seit 2012 ist der Anbau von gentechnisch verändertem Baumwollsaatgut verboten.  Das Projekt ‚Cotton made in Africa‘ mit Sitz in Hamburg wird von der Stiftung ‚Aid by Trade Foundation‘ (AbTF) getragen. Neben deutschen öffentlichen Institutionen wie der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) und der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) traten der Initiative auch Nichtregierungsorganisationen wie der WWF Deutschland und die Welthungerhilfe bei. Firmen-Mitglieder sind u.a. Otto Group, Puma, Rewe Group, S.Oliver und Tchibo.

Ziel von Cotton made in Africa ist möglichst vielen Kleinbauern die Möglichkeit zu geben Baumwolle im Einklang mit Mensch und Natur anzubauen, und mit den Einnahmen aus dem Baumwollanbau ihre Familien zu versorgen. Aus diesem Grund agiert Cotton made in Africa problemorientiert und versucht gemeinsam mit Kleinbauern, Verifizierern und Baumwollgesellschaften Baumwolle für einen stark wachsenden Markt für nachhaltigerer produzierter Baumwolle herzustellen.

Der Cotton made in Africa-Standard umfasst einen Kriterienkatalog aus Ausschlusskriterien und Nachhaltigkeitskriterien. Die Ausschlusskriterien müssen die Baumwollgesellschaften von Anfang an erfüllen, die Nachhaltigkeitskriterien stufenweise. Dafür gibt es verpflichtende Pläne, in denen sie konkret festlegen, wie sie Fortschritte erreichen wollen.

Es gibt hier zwei unterschiedliche CmiA Standards. In beiden Fällen wird der Anbau und die Entkörnung zertifiziert. Eine weitere Kontrolle der Wertschöpfungskette findet nicht statt. Aber Spinnereien und Händler müssen einen Code of Conduct unterzeichnen.

  • CmiA Massenbilanzkontrolle: Das bedeutet, dass nach der Ernte und der Entkörnug CmiA Baumwolle mit konventioneller Baumwolle in einem „Topf“ landet und weiter verarbeitet wird. Für die Baumwollbauern macht das am Ende keinen Unterschied – sie profitieren von Schulungen und Projekten, um ihre Lebensbedingungen aus eigener Kraft zu verbessern. 
  • CmiA Hard Identity Perserved (HIP): Hierbei handelt es sich um 100 % CmiA Baumwolle. Sie wird getrennt von konventionell angebauter Baumwolle weiter verarbeitet. Aber auch hier geht es ausschließlich um den Baumwollanbau auf dem Feld und nicht um die gesamte Wertschöpfungskette.

Kriterien im Detail

  • Eingeschränkter Einsatz  von schädlichen Inhaltsstoffen: Verbotsliste von Pestiziden
  • Soziale Verantwortung: Es werden soziale Mindeststandards eingehalten

Cotton made in Africa Ausschlusskriterien

  • Baumwollgesellschaften, die ihre Anbauverträge nicht zu mindestens 95% mit Kleinbauern und Kleinbäuerinnen abschließen.
  • Farmer:innen, die künstlich bewässern. Sie dürfen ausschließlich Regenfeldanbau betreiben. Das bedeutet, dass sie ihre Baumwolle nur mit Wasser aus Niederschlägen anbauen.
  • Die Abholzung von Primärwäldern (von menschlicher Einflussnahme unberührter Wald) und Eingriffe in ausgewiesene Schutzgebiete.
  • Ausbeuterische Kinderarbeit, Menschenhandel, und Zwangsarbeit.
  • Wenn Versammlungsfreiheit und die Möglichkeit zur Mitgliedschaft in Organisationen nicht gewährleistet werden.
  • Gentechnisch verändertes Saatgut.
  • Bestimmte, besonders gefährliche Pestizide.
  • Unterschiedliche Löhne für Männer und Frauen.
  • Diskriminierung am Arbeitsplatz.

Kontrolle

Die Selbsteinschätzung der BaumwollproduzentInnen wird durch Cotton made in Africa überprüft. Jährlich wird eine externe Überprüfung der Baumwollgesellschaften und KleinbäuerInnen durch akkreditierte Prüfinstitute durchgeführt. Unabhängige Auditor:innen nehmen eine regelmäßige Überprüfung vor, ob die Kriterien erfüllt sind und erfassen Fortschritte. Wenn die Ausschlusskriterien nicht erfüllt und keine Verbesserungen innerhalb eines bestimmten Zeitraums eingetreten sind, verlieren die Baumwollgesellschaften ihr Cotton made in Africa-Zertifikat.

Kritik

Leider ist für den Verbraucher nicht erkennbar, ob die gesamte Wertschöpfungskette nachhaltig ist oder „nur“ die Baumwolle. Das wiederum lässt Spielraum für Unternehmen, um das im Grunde gute CmiA Siegel für Greenwashing zu nutzen. Der Verbraucher sieht das Siegel und kauft im Glauben daran, ein nachhaltiges Produkt zu bekommen. Tatsächlich handelt es sich im schlimmsten Fall ein Shirt aus fairer Baumwolle, das in einer Billigfabrik von Kindern zusammen genäht wurde.

Findet sich auf dem Label der Aufdruck „Cotton made in Africa“ oder „Cotton made in Africa Inside“, bedeutet das, dass in dem vorliegenden Produkt auch tatsächlich die zertifizierte Baumwolle enthalten ist. Dies gilt nicht für den Standard „Supporting the Cotton made in Africa Initiative“. Hier gilt das Prinzip der Massenbilanz. Das heißt, im gesamten Produktionsprozess darf der zertifizierten Baumwolle eine bestimmte Menge nicht zertifizierte Baumwolle beigemischt werden. Im Endprodukt ist nicht festzustellen, zu welchen Teilen es aus welcher Baumwolle besteht. Unternehmen, die Partner der Initiative Cotton made in Africa sind und über die Massenbilanz den Standard einsetzen, zahlen je nach Menge der eingesetzten zertifizierten Baumwolle eine Lizenzgebühr, die für die Finanzierung der Anbauprojekte verwendet wird.

Gütezeichen-Typ

Managementlabel

Vergabestelle

Aid by Trade Foundation

http://www.cotton-made-in-africa.com

info@abt-foundation.org

Kontrollstelle

AfriCert und EcoCert