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KategorienWissenswertRecycling in Österreich: Wo stehen wir gerade?

Bis 2025 bzw. bis 2030 müssen in Österreich gewisse EU-Recyclingziele erreicht werden. Wo sind wir schon auf einem guten Weg und wo gibt es noch "Luft nach oben"? Gemeinsam mit der Initiative "Rund Geht's" der heimischen Abfallwirtschaft haben wir uns die aktuellen Recyclingquoten angesehen und uns gefragt wie aus (richtig getrenntem) Abfall von heute der Rohstoff von morgen werden kann.

Eines vorweg: Bei vielen Verpackungsmaterialien wie Papier oder Metall hat Österreich die EU-Recyclingziele für 2025 und nahezu sogar bereits für 2030 erreicht. Herausforderung bleibt die Recyclingquote bei den Kunststoffverpackungen, die von aktuell 25 Prozent der 300.000 Tonnen der anfallenden Verpackungen pro Jahr noch deutlich gesteigert werden muss: Bis 2025 auf 50 Prozent – von 75.000 Tonnen also auf 150.000 Tonnen pro Jahr – und bis 2030 ist eine weitere Steigerung um 15.000 Tonnen jährlich erforderlich.

Vielfältige Lösungen für mehr Kunststoffrecycling

Um die EU-Zielvorgaben zu erreichen sind vielfältige Lösungen gefragt, wie sie z.B. in der Stadt Wien bereits erprobt werden: So hat die gemeinsame Tonne für Plastikflaschen, Metall- und Getränkeverpackungen nach einem Jahr zu einer Zunahme von 10 Prozent bei der Sammlung geführt. Um die Sammel- und Recyclingquote zu erhöhen, soll das Sammelsystem in österreichweit vereinheitlicht werden: ab 2023 sind alle Kunststoffverpackungen in der gelben Tonne bzw. dem gelben Sack zu sammeln, ab 2025 sollen wie aktuell in Wien in ganz Österreich alle Kunststoff- und Metallverpackungen zusammen gesammelt werden. Eine weitere Möglichkeit Plastikverpackungen zu reduzieren, liegt in der Verminderung der Anzahl an verkauften Plastikverpackungen. Daher beinhaltet das neue Abfallwirtschaftsgesetz eine verbindliche Mehrwegquote für Supermärkte – eine weitere Maßnahme, die Kund:innen eine umweltfreundliche Alternative bietet. Bereits im Jahr 2030 sollen 30 Prozent der verkauften Getränke in Mehrweggebinde abgefüllt werden.

EU-Zielvorgaben bis 2025 bei Glas, Metall und Papier bereits erreicht

Mit Recyclingquoten von jeweils 84 Prozent rangiert Österreich aktuell im EU-Spitzenfeld und erfüllt die EU-Recyclingziele bei Glas-, Papier und Metallverpackungen bis 2025 bereits jetzt, Glas und Metall erreichen die Zielvorgaben auch bereits für 2030, Papier liegt nur knapp darunter. Bis 2025 sollen 70 Prozent und bis 2030 75 Prozent aller Glasverpackungen recycelt werden, bei Papier liegt die Zielvorgabe bis 2025 bei 75 Prozent und bis 2030 bei 85 Prozent und bei Metallverpackungen bis 2025 bei 70 Prozent und bis 2030 bei 80 Prozent.

Bewusstseinsbildung für den Wert von Recyclingrohstoffen

Richtig gesammelte Abfälle können wieder recycelt und so zu neuen Produkten werden – um das in der Bevölkerung zu verankern, wurde die Initiative „Rund Geht’s“ ins Leben gerufen. Die Initiative der heimischen Abfallwirtschaft illustriert mit bekannten und weniger bekannten Beispielen aus der Kreislaufwirtschaft die vielfältigen Möglichkeiten, wie richtig getrennter Abfall von heute der Rohstoff von morgen ist und bietet einen Überblick über unterschiedliche Bereiche der heimischen Recyclingwirtschaft.

Kunststoff-Recycling: Vom Joghurtbecher zum Damenschuhabsatz

Alt-PET Flaschen können zu neuen PET-Flaschen oder Umreifungsbändern verarbeitet werden. Aber auch ungewöhnlichere Recyclingkreisläufe sind möglich – zum Beispiel können aus Joghurtbechern und Pflanztöpfe neue Damenschuhabsätze entstehen. Dafür werden die Abfälle zu speziellen Aufbereitungsanlagen gebracht, wo sie gereinigt und sortenrein getrennt werden. Die Kunststoffteile werden zerkleinert und in einem sogenannten „Extrusionsverfahren“ eingeschmolzen, wodurch Kunststoffgranulate entstehen. Diese können dann wieder aufgeschmolzen und in die gewünschte Form gepresst werden. Da Kunststoffgranulate sehr robust sind, eignen sie sich gut für Stöckel von Damenschuhen oder auch als Gartenmöbel.

© Rund Geht's

Zu 100 Prozent Recyclebar: Papier, Glas, Metall

Altpapier, Glasbehälter und Metallverpackungen können zu 100 Prozent recycelt werden. Richtig gesammeltes Altpapier wird in Österreich fast zur Gänze für die Produktion neuer Papierprodukte verwertet. Bis zu sechs Mal können die Papierfasern wiederverwendet werden und sich in neuen Zeitungen, Büchern oder Zeitschriften wiederfinden. Kartonagen hingegen, werden wieder zu neuen Verpackungen, zum Beispiel für Müsli, Reis oder Schokolade.

© Rund Geht's

Glasflaschen und Glasbehälter müssen für einen funktionierenden Recyclingkreislauf ebenfalls richtig nach Farben (Weiß- und Buntglas) getrennt werden. Flachglasbruch zum Beispiel von Fenstergläsern kann zu Mikroglasperlen verarbeitet werden, die in Fahrbahnmarkierungen auf der Straße gemischt, dafür sorgen, dass das Scheinwerferlicht reflektiert wird. Damit das möglich ist, müssen die alten Fenstergläser beim Abfallsammelzentrum abgegeben werden.

© Rund Geht's

Aludosen können sich beispielsweise in Fahrradrahmen wieder finden. Dafür werden die Aluminiumabfälle ggf. händisch und dann mit einem sog. „Wirbelstromabscheider“ von Störstoffen getrennt. Dann wird das Aluminium bei hohen Temperaturen geschmolzen und zu Pressbarren gegossen, die Ausgangsstoff für neue Aludosen oder Fahrradrahmen sind.

Mehr Beispiele für Recyclingkreisläufe und Informationen aus der heimischen Abfallwirtschaft finden sich unter www.rundgehts.at

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