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PEFC

Das PEFC-Siegel kennzeichnet Holz aus regionaler und nachhaltiger Waldwirtschaft auf der geografischen Basis von Regionen bzw. Bundesländern. Die Definition für nachhaltige Waldwirtschaft orientiert sich an den sogenannten Helsinki-Kriterien.

Wofür das Label steht

Bodenbeläge

Holzmöbel

Holzwerkstoffe

Papierwaren

Schul- & Bürobedarf

Verbesserungsvorschläge

  • Kontrollsystem verbessern

    Die flächengerichteten Kontroll-Stichproben geben seitens Umweltschutzorganisationen immer wieder Anlass zur Kritik.

Beschreibung

Bei dem Label PEFC handelt es sich um ein Managementlabel, welches Arbeitsbedingungen und soziale Kriterien für den Firmenstandort festlegt aber vor allem ökologische Kriterien beinhaltet. Das PEFC-Zertifikat ist ein von der europäischen Forstwirtschaft herausgegebenes Zertifikat für nachhaltige Waldnutzung. Ziel dieses Zertifikates ist, die wirtschaftlichen (Holznutzung) sowie überwirtschaftlichen Waldfunktionen (Luftreinrahltung, Erholung, Lebensraum …) nachhaltig zu sichern.

Heute werden auf der ganzen Welt bereits mehr als 300 Millionen Hektar Wald nach den Standards von PEFC bewirtschaftet. In Österreich sind zwei Drittel der gesamtem Waldfläche PEFC-zertifiziert.

Eingehaltene Kriterien

Die folgenden Richtlinien präzisieren die aus den Helsinki-Kriterien abgeleiteten Anforderungen für die praktische Waldbewirtschaftung:

  • Aus nachhaltiger Bewirtschaftung:  Vorrang für die natürliche Waldverjüngung gegenüber Pflanzung und Saat, naturnahe Baumartenzusammensetzung ist anzustreben, d. h. Mischbestände   mit standortgerechten Baumarten,  Unterlassung von Düngung zur Steigerung des Holzertrages, Erhalt von Totholz in angemessenem Umfang, wo Bäume gefällt wurden, wird auch wieder aufgeforstet, die Artenvielfalt im Wald bleibt erhalten, ein nachhaltig bewirtschafteter Wald behält seine Funktion als natürlicher Schutz von Gewässern, Böden und Klima, Garantie für die legale Herkunft des Rohstoffs Holz.
  • Umweltschonende Produktion: grundsätzlich keine Kahlschläge, Ausnahmen sind jedoch zulässig, der Einsatz von Bioziden soll auf ein Mindestmaß reduziert werden, bedarfsgerechte Erschließung des Waldes; flächiges Befahren ist grundsätzlich zu unterlassen,
  • Soziale Verantwortung: qualifikationsbezogene Bezahlung der Arbeitskräfte auf Grundlage der geltenden Tarifverträge, angemessene Aus- und Fortbildungsmaßnahmen, bei allen Waldarbeiten werden die hohen Standards der Arbeitssicherheit eingehalten, die Arbeitnehmerrechte werden gewahrt, die Rechte der Menschen, die vom Wald leben und/oder von ihm abhängen (zum Beispiel Waldbauern oder auch Naturvölker in Südamerika) werden gesichert.

Kontrolle

Überprüfung des Waldberichts (siehe unten) durch eine unabhängige Zertifizierungsstelle auf Übereinstimmungen mit den Anforderungen des PEFC-Systems geprüft (Konformitätsprüfung). Bei positiver Begutachtung können alle Forstbetriebe der Region die Ausstellung eines Zertifikats und die Berechtigung zur Zeichennutzung beantragen. Nach der Unterzeichnung der freiwilligen Selbstverpflichtung, in der sich die Forstbetriebe zur Einhaltung der PEFC-Standards bekennen, erfolgt die Zertifikat- und Zeichenvergabe durch die Zertifizierungsstellen. Kontrollen finden in Form von Flächen gerichteten Kontrollstichproben statt.

Details

Das PEFC, Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes, ist ein eigenes Zertifizierungssystem, das  von europäischen Waldbesitzern entwickelt wurde.

Das PEFC verfolgt den Ansatz einer regionalen Zertifizierung auf der Ebene der Bundesländer. Waldbesitzer einer Region beantragen die Begutachtung der Region. Das Verfahren der regionalen Zertifizierung wird mit der Bildung einer regionalen Arbeitsgruppe eingeleitet, an der sich neben Vertretern des Waldbesitzes alle relevanten Interessengruppen beteiligen können.

Die Arbeitsgruppe hat zwei wesentliche Aufgaben:

  • Zum einen die Erstellung des regionalen Waldberichtes, in dem anhand einer Checkliste von 54 Indikatoren die Waldbewirtschaftung in der Region durchleuchtet wird und Ziele für die nächsten fünf Jahre gesetzt werden.
  • Zum anderen müssen Verfahren zur Systemstabilität entwickelt werden, um in der konkreten Region sicherzustellen, dass die Waldbesitzer und die Öffentlichkeit mit Informationen versorgt werden und wirksame Rückkopplungsmechanismen (internes Audit) vorhanden sind. Auf der Grundlage von Kriterien, Empfehlungen und Indikatoren wird der Waldbericht erstellt. Dieser wird anschließend durch eine Zertifizierungsstelle (siehe Kontrolle) überprüft.

Die ersten zwei Zahlen unter dem Label kennzeichnen das Land der Holzherkunft („06” für Österreich, „04” für Deutschland, etc.). Die Zahl in der Mitte kennzeichnet die Kategorie (Bereich, Branche, Region und Struktur). Die letzten beiden Ziffern machen eine eindeutige Zuordnung zu einem Lizenznehmer möglich.

Kritik

Umweltverbände wie Greenpeace und NABU raten vom weit verbreiteten PEFC-Siegel ab. Greenpeace kritisiert fehlende unabhängige Kontrollen zum Waldschutz. Für einige Umweltschutzorganisationen stellt das PEFC-Siegel keinen ökologischen Mehrwert dar, außerdem werden ein schwaches Kontrollsystem, der Pestizideinsatz und die fehlende Ausweisung von besonders naturschutzrelevanten und nicht bewirtschafteten Flächen bemängelt. Bei der Auszeichnung von Papierprodukten mit dem PEFC-Zeichen beschränkt sich die Auszeichnung auf die Herkunft der Faserstoffe. Es müssen keine Kriterien wie zum Beispiel Chemikalieneinsatz oder Begrenzung von Energie- und Wasserverbrauch eingehalten werden.

Außerdem wird von Umweltverbänden kritisiert, dass durch die Anerkennung von Kennzeichen anderer Länder durch den PEFC durchaus Papiere unter dem PEFC-Label vertrieben werden können, die aus nicht nachhaltiger Forstwirtschaft stammen bzw. aus Wäldern, bei denen die Land- und Nutzungsrechte indigener Völker ungeklärt sind oder nicht berücksichtigt werden.

 

Gütezeichen-Typ

Managementlabel

Vergabestelle

PEFC Austria
Alsertraße 21/15
A-1080 Wien

http://www.pefc.at

info@pefc.at

Kontrollstelle

Forstwirtschaft: SGS; verarbeitete Produkte: international akkreditierte Prüfer (SGS, LGA, HolzCert)

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