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Wissenswert

Das zweite Leben von Kaffeesatz

Jährlich trinken Österreicherinnen und Österreicher rund 162 Liter Kaffee pro Person. Mit jeder Tasse entsteht auch immer eine gewisse Menge an Kaffeesatz. Dieser vermeintliche Abfall kann jedoch wieder verwendet werden – zum Beispiel als Dünger, Reiniger oder als Nährboden für Pilze.

Bereits im 19. Jahrhundert wurde Kaffeesatz als Reinigungsmittel oder zum Vertreiben übelriechender Gerüche verwendet. Inzwischen sind viele Anwendungsmöglichkeiten jedoch in Vergessenheit geraten. Zum Einsatz können die wertvollen Überreste der gemahlenen Kaffeebohnen beispielswiese im Garten kommen.

Nährstoffreicher Kaffeesatz-Dünger

Neben Koffein ist der Kaffeesud auch reich an Stickstoff, Kalium und Phosphor – so wird das Blattwachstum, die Blütenbildung und Fruchtreife angeregt und der Zellenaufbau von Pflanzen gesichert. Aufgrund dieser praktischen Inhaltsstoffe eignet er sich gut als Dünger, besonders bei Pflanzen, welche einen sauren pH-Wert bevorzugen – dazu zählen beispielsweise Rosen, Rhododendron, Immergrüne oder Hortensien. Um das Kaffeepulver als Düngemittel einzusetzen, kann der abgekühlte Kaffeesatz entweder mit Erde vermischt, um die Pflanzen gestreut oder mit Wasser verdünnt als Gießwasser verwendet werden.

Reinigen mit Kaffeesatz

Da der Kaffeesatz eine leicht scheuernde Wirkung besitzt, eignet sich das getrocknete Pulver gut als Reinigungsmittel. So können Grillrost, Backofen oder Herdplatten zuverlässig und umweltfreundlich gesäubert werden.

Kosmetik und Duftneutralisator

Vermischt mit Öl kann Kaffeesatz zudem auch gut als Peeling verwendet werden. Die kleinen Partikel fungieren dabei als eine Art Schmierpapier und hinterlassen eine weiche Haut. Auch als Duftneutralisator fungiert das Kaffeepulver: Da das Kaffeepulver Fremdgerüche anzieht, werden unerwünschte Gerüche vertrieben. Einfach eine Schale mit frischem Kaffeesatz in den Kühlschrank stellen und schon werden die Gerüche neutralisiert.

Speisepilze aus Kaffeesud

Neben den Verwertungsvarianten des ausgedienten Kaffeepulvers aus privatem Gebrauch, haben auch Start Ups das Potenzial entdeckt und auf größere Verbrauchsmengen angepasst. Das Wiener Start Up „Hut & Stiel – Die Wiener Pilzkultur“ zum Beispiel züchtet Speisepilze auf Kaffeesud. Der Kaffeesud wird via Lastenfahrrad von Wiener Kaffeehäusern, Restaurants, Hotels und Altenheimen eingesammelt und zu Pilzsubstrat weiterverarbeitet. Die frisch geernteten Pilze werden direkt mit dem Rad ausgeliefert bzw. auf Märkten verkauft. Kurze Transportwege garantieren hohe Qualität und Frische. Das Substrat wird, nachdem es die Pilzzucht verlassen hat, kompostiert und kann somit als nährstoffreicher Dünger dem Boden zurückgegeben werden. Die Pilze werden außerdem zu Pilz-Pesto, Pilz-Sugo und Pilz-Aufstrich weiterverarbeitet.

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