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Ratgeber

Matratzen und Heimtextilien

Matratzen und Bettauflagen sollen für Komfort, Wohlgefühl und Entspannung sorgen, während sich der Körper nach einem anstrengenden Tag in der Nacht erholt. Schadstofffreie und umweltschonend erzeugte Matratzen bilden die dafür notwendige Voraussetzung und bringen schadstofffreie Erholung. Decken, Bettwäsche, Tischwäsche, Vorhänge, Handtücher… im Alltag ist man auch von vielen Textilerzeugnissen umgeben. Der gemeinsame Nenner: Die Entscheidung für Bio-, Naturtextilien, faire Produktionsbedingungen und schadstofffreie Verarbeitung liegt bei uns KonsumentInnen.

Matratzen

Worauf Sie achten sollten

  • Natürliche Fasern
    • Achten Sie beim Kauf von Matratzen auf umweltfreundliche, natürliche Fasern aus biologischem Anbau oder artgerechter Tierhaltung (z.B. Baumwolle, Stroh, Kokosfaser oder Rosshaar).
  • Umweltgerechte Farben
    • Greifen Sie zu Erzeugnissen, die nicht mit umweltschädlichen Farben gefärbt wurden.
    • Befürworten Sie eine umweltfreundliche und umweltschonende Verarbeitung und den Einsatz energieeffizienter und klimaschonender Prozesse.
  • Schadstofffreiheit
    • Um bedenkliche Stoffe in Ihrer Matratze zu vermeiden, achten Sie auf Gütezeichen, wie das Österreichische Umweltzeichen und das Europäische Umweltzeichen.
    • Bei Matratzen, die mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet sind, sind bedenkliche Stoffe, die an die Raumluft abgegeben werden, auf ein Minimum reduziert. Auch gesundheitsschädliche Chemikalien sind verboten oder auf eine gesundheitlich unbedenkliche Menge reduziert.
  • Soziale Standards
    • Unterstützen Sie Unternehmen, bei denen die Produktion und Verarbeitung unter fairen Arbeitsbedingungen und unter Berücksichtigung sozialer Standards erfolgt.
  • Langlebigkeit
    • Kaufen Sie hochwertige und langlebige Produkte.
  • Richtige Entsorgung
    • Verwenden Sie Matratzen aus wiederverwertbaren Rohstoffen und achten Sie darauf, Ihre alte Matratze fachgerecht zu entsorgen. Ihre Matratze sollten Sie alle fünf bis zehn Jahre auswechseln.

Gut schlafen mit der richtigen Matratze

Um den Liegekomfort zu erhöhen und die Matratze so gut wie möglich an die Körperform anzupassen, sind heute Matratzen in unterschiedliche Liegezonen eingeteilt, die an die jeweiligen Liege- und Stützbedürfnisse der Körperzonen abgestimmt sind. Für das gute Schlafgefühl gilt es auch, den Härtegrad der Matratze zu beachten. Je nach Körpergewicht sollte man den passenden Härtegrad zwischen 1 (bis 60 kg), 2 (bis 80 kg), 3 (ab 80 kg) und 4 (ab 100 kg) wählen.

Bett bei Fenster
© Unsplash

Natürliche Materialien

Für eine optimale Erholung sollte auf schadstofffreie und umweltschonend erzeugte Matratzen geachtet werden. Je nach Typ, Herstellungsart und verwendeten Rohstoffen können konventionelle Matratzen nämlich umwelt- und gesundheitsschädliche Stoffe enthalten. Matratzen aus natürlichen Materialien sind eine umweltfreundliche und gesunde Alternative. Sie bestehen aus nachwachsenden, natürlichen Rohstoffen und reduzieren die Belastungen für die Umwelt und die Gesundheit. Naturmatratzen sind außerdem besser recyclierbar, was sich auch in der guten Ökobilanz dieser Produkte zeigt.

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Bei der Produktion von Stoffbezügen kommen beispielsweise oft optische Aufheller zum Einsatz, die in der Produktion viel Energie verbrauchen und somit die Umwelt belasten. Ein weiteres Problem bei der Herstellung von Überzügen ist Antimon, ein giftiges Metall, das als Katalysator bei der Polyesterproduktion eingesetzt wird und Haut und Schleimhäute reizt. Außerdem können Bettfedern Blei enthalten, welches zur Schädigung des Nervensystems führen kann.


Heimtextilien

Worauf Sie achten sollten

  • Schadstoffgeprüft und umweltfreundlich
    • Rückschluss darauf gibt beispielsweise die Bezeichnung „Textiles Vertrauen – Schadstoffgeprüft nach OEKO-TEX® Standard 100plus“. Damit zertifizierte Produkte sind schadstoffgeprüft und werden ausschließlich in umweltfreundlichen Betriebsstätten gemäß Sustainable Textile Production (STeP) hergestellt.
    • Achten Sie auf Stoffe, die keine gesundheitlich bedenklichen Substanzen enthalten. Gütezeichen die anzeigen, dass keine Chemikalien im Endprodukt enthalten sind, sind unter anderem der Blaue Engel, GOTS und Naturtextil IVN zertifiziert BEST.
  • Biologische Landwirtschaft
    • Bevorzugen Sie Fasern aus biologischer Landwirtschaft oder Tierhaltung. Sie sind gekennzeichnet durch kbA (kontrolliert biologischer Anbau) oder kbT (kontrolliert biologische Tierhaltung).
    • Das Gütezeichen IVN Naturtextil Best kennzeichnet Textilien, die vollständig aus Naturfasern bestehen und die zurzeit höchsten realisierbaren Öko-Standards in der Textilbranche einhalten. Produkte, die das Gütezeichen GOTS tragen enthalten mindestens 70 Prozent biologische Fasern.
  • Fair gehandelt
    • Entscheiden Sie sich für fair gehandelte Textilien. Diese garantieren die Einhaltung sozialer Standards bei der Erzeugung und Verarbeitung, sowie angemessene Entlohnung, faire Arbeitszeiten, keine Kinderarbeit und gesundheitliche Standards.
  • Langlebigkeit
    • Achten Sie auf die Langlebigkeit der Stoffe. Qualitätsprodukte bestehen aus hochwertigen Materialien und sind besser verarbeitet.
  • Recyclierbarkeit
    • Erkundigen Sie sich nach der Recyclierbarkeit der Stoffe und lassen Sie das in Ihre Kaufentscheidung miteinfließen

Nachhaltige Fasern für Mensch und Umwelt

Gestapelte Handtücher
© Unsplash

Nachwachsende Rohstoffe

Natürliche Fasern aus nachwachsenden Rohstoffen, wie zum Beispiel Baumwolle, Hanf, Leinen, Brennnessel oder Jute helfen Ressourcen zu sparen. Aber auch Synthetikfasern, die aus natürlichen, nachwachsenden Rohstoffen (z.B. Getreidestärke) bestehen, belasten die Umwelt deutlich weniger und sind zudem kompostier- und wiederverwertbar.

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Nachwachsende Rohstoffe haben gegenüber fossilen Rohstoffen den Vorteil, dass sie in überschaubaren Zeiträumen nachwachsen und sich fortwährend erneuern. Ebenso können viele nachwachsende Rohstoffe, die für die Textilproduktion Verwendung finden, lokal angebaut und produziert werden – dies ermöglicht kürzere Transportwege.

Nähgarn
© Unsplash

Die richtige Faser

Im konventionellen Baumwollanbau wird mit Pestiziden gearbeitet. Er erfolgt in der Regel in Monokulturen, die die Böden auslaugen, weshalb der Bedarf an Düngemitteln sehr hoch ist. Außerdem kommen chemisch-synthetische Entlaubungsmittel ebenso zum Einsatz wie gentechnisch veränderte Pflanzen.

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Schätzungen zufolge sind in Entwicklungsländern 550 Millionen Menschen den Giften der Baumwollproduktion ausgesetzt. Zusätzlich wird die Baumwolle in der Weiterverarbeitung chemisch-synthetischen Behandlungen ausgesetzt. Beim Anbau von Bio-Baumwolle werden hingegen Mensch und Umwelt geschützt. Bio-Baumwolle ist nämlich gentechnikfrei und wird ohne chemisch-synthetische Düngemittel, Pestizide und Entlaubungsmittel angebaut. Stattdessen werden Naturdünger und natürliche Schädlingsbekämpfung verwendet. Außerdem wird sie nicht in Monokulturen angebaut und die Ernte erfolgt von Hand.

Bei Hanf ist nur wenig bis kein Düngemitteleinsatz notwendig und auch auf Pestizide kann verzichtet werden. Ebenso hat Hanf den Vorteil in unterschiedlichen Klimazonen zu wachsen, wodurch die Transportwege minimiert werden können.

Geschützte Begriffe

„Bio“, „kbA“ (kontrolliert biologischer Anbau) und „organic“ sind geschützte Begriffe, die nur verwendet werden dürfen, wenn die Textilien von einer anerkannten Kontrollstelle hinsichtlich der verwendeten Baumwolle zertifiziert sind. Produkte, die mit „kbT“ (kontrolliert biologische Tierhaltung) gekennzeichnet sind, beinalten nur Wolle von Tieren, die nach den Bio-Richtlinien gehalten werden.

Garnherstellung
© Unsplash

Die Verarbeitung zählt

Genauso wichtig wie die Produktion ist auch die Art der Verarbeitung. Selbst Naturfasern mit 100 Prozent Baumwolle können gesundheitsschädliche Substanzen enthalten. Diese werden den Naturfasern hinzugefügt, um die Stoffe knitterfrei, weich und bunt zu machen. Darunter sind Farbstoffe, Formaldehyd, Chlorbleichmittel und optische Aufheller, wobei rund 10-15 Prozent solcher Chemikalien im Stoff bleiben.

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Nachhaltige Gütezeichen

Es gibt einige Gütezeichen, die Chemikalien mindestens im Endprodukt, meist aber bereits in der Herstellung reglementieren. Beispiele für gute Labels, die Aussagen zu Chemikalien machen, sind Blauer Engel, GOTS und Naturtextil IVN zertifiziert BEST.

Kennzeichnungen

Eine Kennzeichnungspflicht für PFC (per- und polyfluorierte Chemikalien) gibt es nicht. Kennzeichnungen, die enthalten sein müssen und auf die geachtet werden soll sind Rohstoffe, Herstellerland und Pflegehinweise. Auf Textilien, die wahrnehmbar nach Chemie riechen und mit aggressiven Chemikalien behandelt wurden sollte verzichtet werden. Erkennbar ist das am Geruch oder an Bezeichnungen wie bügelfrei, sanitized, actifresh, sanigard, durafresh, eulan asept, fresco, hygitex, bio-gard oder easy-wash. Viele lose Farbstoffe sind außerdem in Textilien mit der Kennzeichnung separat waschen oder fade out enthalten.

Baumwollfeld
© Unsplash

Fair produziert mit Umweltstandard

Allein in Westafrika leben mehr als 10 Millionen Menschen vom Baumwollanbau. Da die Weltmarktpreise für Baumwolle stark schwanken, ist die Existenz vieler kleinbäuerlicher Familien dort nicht gesichert. Um beim Kauf sicherzugehen, dass die produzierenden Unternehmen ihre Arbeiterinnen und Arbeiter angemessen entlohnen, sollte daher auf das FAIRTRADE Zertifikat geachtet werden.

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Der faire Handel unterstützt nicht nur die Produzentinnen und Produzenten durch eine faire Bezahlung, sondern auch die Natur. Aber auch die Konsumentinnen und Konsumenten profitieren stark davon. Zertifizierte Fairtrade-Baumwolle hält hohe Qualitätsstandards ein und ist garantiert gentechnikfrei. Außerdem sichert das Zertifikat, dass der Warenfluss stets kontrolliert ist, der Anbau nachhaltig ist, kleinbäuerliche Strukturen erhalten bleiben und dass der Schutz des Bodens, der Gewässer und des Weltklimas stets oberste Priorität ist.

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