Labeltipps zu Fleisch- und Fleischprodukten

Unsere Labeltipps: Fleisch- und Fleischprodukte

Die Grillsaison ist bereits voll im Gange - der perfekte Zeitpunkt, um sich mit Würstel, Steaks oder Koteletts einzudecken. Worauf soll ich bei Fleischprodukten achten? Welche Gütesiegel versprechen einen genussvollen Grillabend? Bewusst Kaufen präsentiert die wichtigsten (Label)-Tipps.

Ein angenehmer Nachmittag oder Abend bei sommerlichen Temperaturen - schon stehen viele Österreicherinnen und Österreicher beim Griller, schnippeln Salate und mischen Saucen. Bei vielen Grillmeisterinnen und Grillmeister darf dabei eines nicht fehlen: Fleisch. Ob in Form von Bratwürsten oder saftigen Steaks bis zu Spareribs - es gibt die unterschiedlichsten Fleischprodukte, die auf den Grill kommen. 

In Österreich ist der Konsum von Fleisch und Fleischprodukten besonders beliebt: unser Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei rund 98 kg pro Jahr. Damit das Grillerlebnis auch gelingt und worauf wir bei Biofleisch und Fleischprodukten achten sollten, stellen wir in unseren Labeltipps vor.

Biofleischqualität: Biologische Zutaten und Herkunft als Kriterien

Für die Grillsaison, die bereits voll im Gange ist, empfiehlt sich insbesondere Biofleisch. Hier wird grundsätzlich auf künstliche Hilfe für Äcker, Felder, Wiesen und Tiere verzichtet. Die verschiedensten Fleischsorten werden ohne bedenkliche Lebensmittelzusätze verarbeitet. Beim bewussten Kauf sollten auch die Pflege des Bodens und die Erhaltung der langfristigen Bodenfruchtbarkeit beachtet werden. Immerhin bilden diese Kriterien die Grundlagen für die Nahrung der Tiere. Ein weiterer bewusster Blick auf die unterschiedlichen Herkunftsbezeichnungen hilft auch der Umwelt. Denn je kürzer der Weg des Fleisches ins Geschäft, desto geringer ist die Belastung durch Transport sowie Anlieferung und der Mehrwert für die Umwelt.

Regionalität und Naturbelassenheit sichtbar machen

Auf den unterschiedlichen Labels und Gütezeichen findet man des Öfteren auch, dass die Tiere ihr gesamtes Leben in Österreich verbracht haben, hier geboren, gemästet und geschlachtet wurden. Besonders empfehlenswert ist es direkt beim Landwirt zu kaufen. Die Regionalität und Qualität kann der Konsument hier besonders gut nachprüfen. In Österreich haben die bäuerlichen Direktvermarkter reichlich zu bieten. Den Bezug zur Natur kann der Käufer durch die Angaben zu artgerechter Tierhaltung, oft auch durch die Angabe der Anzahl der gehaltenen Tiere auf der landwirtschaftlichen Nutzfläche, nachprüfen. Manche Labels gehen sogar soweit umweltschonende Verpackung für Fleisch und Fleischprodukte vorzuschreiben.

Produkttests schaffen Transparenz

Neben Herkunft und Naturbezug, stellen die regelmäßige Kontrolle und Überprüfung der diversen Gütezeichen wesentliche Transparenzkriterien bei den Käufern dar. Externe Prüfanstalten werden hierzu ebenso eingesetzt, wie Vor-Ort Stichprobenkontrollen oder Labortests. Diese Überprüfungen nehmen dabei nicht nur die Mindestanforderungen unter die Lupe, sondern betrachten auch jene Anforderungen, die darüber hinausgehen oder verschiedene Prüfsysteme in einer Marke kombinieren. Als Beispiel kann hier die Mehrdimensionalität der Nachhaltigkeit - sozial – wirtschaftlich – umweltrelevant - angeführt werden. Letztlich geht es um Transparenz und Vergleichbarkeit der diversen Gütesiegel. Bei so manchen Labels für Fleisch und Fleischprodukte werden auch die Übereinstimmung mit den Werbeaussagen und deren Nachvollziehbarkeit überprüft.

Im Label-Kompass von bewusstkaufen.at finden Interessierte insgesamt 44 empfehlenswerte Labels zu Fleisch und Fleischprodukten.

1. AMA-Biosiegel mit Ursprungsangabe

Bei der Verwendung des AMA-Biosiegels mit Ursprungsangabe müssen die wertbestimmenden landwirtschaftlichen Rohstoffe zu 100% aus der im Zeichen angeführten Region stammen. Die Be- und Verarbeitung aller Lebensmittel hat jedenfalls in der angegebenen Region stattzufinden. Auf der Ebene der Verarbeiter ist die AMA-Biosiegel-Richtlinie einzuhalten, deren Kriterien strenger als die gesetzlichen Bio-Verordnungen sind. Zu den zentralen Kriterien der Richtlinie gehören unter anderem, dass die biologische Zutaten landwirtschaftlichen Ursprungs sein muss, eine optimale Produktqualität, sowie Naturbelassenheit und transparente Herkunftsbezeichnung gegeben ist sowie Produktanalysen und umweltschonende Verpackung eingesetzt werden.

2. Styria Beef

Styria Beef ist die Premium - Rindfleischmarke der steirischen Bio-Bauern. Alle Tiere stammen aus Mutterkuhhaltung, d. h., die Kälber leben direkt im Familienverband und erhalten die Milch von den Muttertieren. Das Futter stammt grundsätzlich aus der eigenen Landwirtschaft. Die Kennzeichnung beruht auf den Anforderungen der EU-Bio-Verordnungen sowie der Bio-Richtlinien des Österreichischen Lebensmittelbuches (Codex). Produkte mit dem Styria Beef Label werden gemäß den EU-Bio-Verordnungen zumindest einmal im Jahr kontrolliert.

3. Bio Austria

Bio Austria ist das österreichische Bio-Netzwerk bzw. der "Dachverband" der österreichischen Bio-Bauern. Zentraler Punkt des biologischen Wirtschaftens ist die Einbeziehung des Betriebes in die ökologischen Standortbedingungen. Besonderes Anliegen ist die Pflege des Bodens und die Erhaltung der langfristigen Bodenfruchtbarkeit. Die Nutzung von hofeigenem Dünger und eine lockernde Bodenbearbeitung werden ebenso als Kriterien herangezogen. Zudem werden bestimmte Hochleistungsrassen (z.B. Legehennen) ausgeschlossen und strengere Richtlinien, die eine artgerechte Haltung festlegen, abverlangt.

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