Gemüse

Gemüse lagern auf traditionelle Art

„Kühlschränke machen unsere Lebensmittel kaputt“, ist das Credo der koreanischen Designerin Jihyun Ryou. Sie hat ein ökologisches, funktionales und ästhetisches System zur Lebensmittelaufbewahrung entwickelt, das ganz ohne Strom auskommt.

Nahrungsmittel sind ein sehr wertvolles Gut. Es ist schädlich für die Umwelt und für unsere Geldbörsen, wenn sie vor der Zeit verderben und weggeworfen werden müssen. Die richtige Lagerung macht dabei einen großen Unterschied. Die gute alte Speisekammer oder der Erdäpfelkeller exisiteren nur mehr in wenigen Häusern und die meisten Stadtbewohner geben einfach alles von der Tomate bis zum Ei in den Kühlschrank.

Doch für die Lebensmittel ist das nicht immer der beste Ort: Die koreanische Designerin Jihyun Ryou hat die traditionelle Lagermethoden aus Zeiten, in denen es noch keine Kühlschränke gab, recherchiert und sie für moderne Küchen adaptiert. So entstand ihr bis ins Detail durchdachtes System zur Obst- und Gemüseaufbewahrung. Einige Tipps daraus sind hier versammelt:

Äpfel lieben Kartoffeln

Das Etylengas der Äpfel lässt alle anderen Obst und Gemüsesorten schneller reifen. Wer die Bananen nicht braun mag, sollte die zwei also nicht zusammen lassen. Bei Kartoffeln verhält es sich genau umgekehrt: ist Das Gas der Äpfel ist für sie ein natürlicher Konservierungsstoff und lässt sie weniger schnell keimen. Eine gemeinsame Lagerung von Äpfeln und Erdäpfeln ist also ziemlich vorteilhaft.

(Freiland-)Eier wollen frei bleiben

Durch die vielen kleinen Löcher in der Schale nehmen Eier den Geruch der umliegende Speisen sehr leicht auf. Deshalb bewahrt man sie am besten separat auf. Eier verfügen nach dem Legen über eine natürliche Schutzschicht, der Cuticula. Abgebürstete (nicht abgewaschene) Eier dürfen für einen gewissen Zeitraum ungekühlt aufbewahrt werden (siehe Verpackungsangabe). Um zu testen, ob die Eier noch genießbar sind, kann man sie in ein Glas Wasser geben - sinken sie, sind sie frisch, schwimmen sie oben, sollte man sie besser nicht mehr essen.

Gemüse mag es feucht, Gewürze hingegen trocken

Für die Lagerung von Zucchini, Paprika und Melanzani hat die koreanische Deginerin ein Regal über einem kleinen Wasserbecken entwickelt. Das aufsteigende Wasser kompensiert den Feuchtigkeitsverlust durch Verdampfen. Um Salat, Paprika und Gurken zu erfrischen kann man sie in ein feuchtes Geschirrtuch einwickeln. Gewürze hingegen schätzen eine trockene Umgebung sehr. Reis passt perfekt dazu, denn er absorbiert Feuchtigkeit - deshalb hat die Designerin kleine Reisbehälter in die Korken für Gewürzgläser eingebaut. Auch frühere Generationen wussten das und gaben immer schon ein paar Körner Reis in den Salzstreuer.

Wurzelgemüse mag es dunkel, Paradeiser hassen Kälte

Karotten, rote Rüben und Co. lieben es unter der Erde: Wenn sie nach dem Ernten weiterhin so lagern können wie davor, bleiben sie lange genießbar.  Ein Tontopf mit Sand kann das Designermodell ersetzen. Paradeiser finden im Kühlschrank ebenfalls keine perfekten Bedingungen vor: Sie verlieren in der Kälte nämlich sehr schnell ihr Aroma. Am wohlsten fühlen sie sich an einem zimmerwarmen, dunklen Ort. Hat man eine große Menge Paradeiser gekauft, kann ein Teil davon in den Kühlschrank. Hier halten die Früchte länger. Zwei Tage bevor man sie dann verzehren möchte, sollten sie dann herausgekommen werden. Sie reifen nach und der Geschmack kann sich wieder entfalten.

Mehr zum Projekt „Save food from the fridge" findet man auf der Website der Designerin.

Quelle:

  • Biorama
  • Safe Food from the Fridge

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