Kreative Ideen

Kreative & ressourcenschonende Unternehmen

Immer anonymer und schnelllebiger – so scheint unsere digitale Welt häufig zu sein. Doch die Vernetzungsmöglichkeiten tragen auch zur Langlebigkeit von Alltagsgegenständen bei: Viele innovative Unternehmen setzen kreative, ressourcenschonende Ideen in die Tat um. Wir präsentieren euch einige davon!

MiRa - das mitwachsende Kinderrad

Kinder wachsen im Schnitt alle 1,5 - 2 Jahre aus ihren Fahrrädern "heraus". Somit müssen Eltern während des Wachstums rund 6-8 verschiede Kinderräder für ein Kind kaufen. Die zu klein gewordenen Fahrräder landen letztendlich zumeist am Müllplatz.

MiRa bietet Eltern ein Miet- Abo an, mit welchem sie immer das genau passende Kinderfahrrad für ihr Kind während des Wachstums erhalten. So hat das Kind nie ein zu großes oder zu kleines Fahrrad und Eltern müssen sich nicht stets um Einkauf und Entsorgung der Räder kümmern. Servicekosten und Verschleißteile sind im Abo inkludiert. Dies gewährleistet ein stets passendes und gepflegtes Rad für das Kind. Durch das Angebot kann der Lebenszyklus eines Kinderfahrrades außerdem auf mindestens 10 Jahre verlängert werden und weniger Kinderräder landen jährlich im Müll.

Kapp GmbH - wenn der Fehlerteufel zuschlägt

Druckfehler, Zahlendreher und Co. sorgen manchmal dafür, dass große Mengen von Druckerzeugnissen - Preislisten, Ausstellungskataloge oder Bücher - eingestampft werden müssten. Müssten - wenn es nicht die Firma Kapp in Baden-Württemberg gäbe! Sie wechseln Seiten am fertigen Produkt und bessern die Fehler nahezu unsichtbar aus. Das Buch oder der Katalog bleibt erhalten, neue Seiten werden unscheinbar und präzise eingeklebt. Das hilft, Zeit und Kosten zu sparen - häufig ist das Ausbessern wesentlich günstiger als ein Neudruck bzw. ermöglicht überhaupt erst eine zeitgerechte Lieferung (z.B. bei Ausstellungskatalogen, die zur Vernissage fertig sein müssen). Auch die Umwelt profitiert von der Geschäftsidee: Durch die Leistung müssen verdruckte oder fehlerhafte Auflagen nicht eingestampft und neu gedruckt werden, die Ersparnis liegt bei ca. 1500 Tonnen Papier pro Jahr und Einsparung von neuer Druckfarbe.

Die Kapp GmbH bearbeitet Aufträge aus aller Welt. Auf der Homepage heißt es: „Damit die Qualität unserer Arbeit auch in verschiedenen Klimazonen gewährleistet ist, testen wir die Haltbarkeit unseres Klebstoffs auch mal im Backofen oder der Gefriertruhe."

iFixit - Crowd-Know-How zum Reparieren

Die sinnvolle Nutzungsdauer eines Elektronikgeräts verlängert sich dramatisch, wenn es gewartet und repariert wird. Würde sich die Menschheit zusammentun und den Zeitraum verdoppeln, über den ein Gerät durchschnittlich verwendet wird, so könnten wir die Menge des Elektromülls auf der Stelle halbieren.

Abnutzung ist normal - aber noch funktionierende Geräte wegzuwerfen sollte alles andere als die Norm sein, meinen die Macher von iFixit! Ihr Ziel ist es, Menschen mit allem auszurüsten, was sie für die eigenständige Reparatur ihrer Sachen benötigen: iFixit ist eine wiki-basierte Website, die Menschen zeigt, wie man fast alles reparieren kann. Jede und Jeder kann hier eine Reparaturanleitung für ein Gerät erstellen, und alle können bereits existierende Anleitungen bearbeiten und verbessern. Die Website befähigt Einzelpersonen, ihr technisches Wissen mit dem Rest der Welt zu teilen und stellt die nötige Plattform dazu bereit. Die Reparaturanleitungen kombinieren hochaufgelöste Fotos mit leicht verständlichen Anweisungsschritten. Farblich gekennzeichnete Aufzählungspunkte und Markierungen tragen dazu bei, die Anleitung möglichst gut verständlich zu machen. Auch ergänzende Infos, wie beispielsweise eine Werkzeugdatenbank, finden sich auf der Website.

Refurbed - ein starkes Zeichen gegen die „Wegwerfgesellschaft"

Das „refurbishen", also das Wiederverwerten, von Elektronik, wird aufgrund der steigenden Umweltbelastung und des daraus resultierenden Klimawandels immer wichtiger. Diese Produkte versprechen eine bis zu 70 Prozent geringere Umweltbelastung als gleichwertige Neugeräte, da durch die Wiederaufbereitung von Produkten die Entstehung von Elektroschrott massiv reduziert wird. Zusätzlich tragen sowohl der geringere Transportaufwand, als auch der niedrigere Energieverbrauch beim "refurbishen" zu einem positiven Umwelteffekt bei.

Das Ziel des Wiener Start-Ups Refurbed ist es, der Wegwerfgesellschaft ein neues Modell entgegen zu setzen. Bis zu minus 40 Prozent auf den Originalkaufpreis und mindestens ein Jahr Garantie auf das erworbene Produkt: Das verspricht Refurbed, der Online-Marktplatz für generalüberholte Produkte. Vor dem Verkauf werden sämtliche Geräte in mehrstufigen Test auf ihre 100-prozentige Funktion geprüft: Refurbed Produkte seien laut Anbieter genauso gut wie ein Neuprodukt, enthalten keine Daten von vorherigen Besitzern und haben eine gültige Softwarelizenz. Auch das notwendige Zubehör, wie etwa ein Ladekabel, ist inkludiert. So können KonsumentInnen Geld sparen, ein perfekt funktionierendes Produkt bekommen und die Umwelt schonen.

Quellen und weitere Informationen:

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